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Coach Lorer will oben mitspielen Das neue Gesicht des TSV Ippener

Von Frederik Böckmann | 29.07.2015, 23:38 Uhr

Weniger Egoismen, dafür mehr Teamgeist: So könnte der TSV Ippener mit seiner herausragend besetzten Offensive um den Aufstieg in die Kreisliga mitspielen.

Sie spielten lange um den Aufstieg mit, sie hatten mit die besten Individualisten in ihren Reihen, doch am Ende der vergangenen Saison standen die Fußballer des TSV Ippener in der 1. Kreisklasse doch mit leeren Händen da. Nach einer verkorksten Rückrunde reichte es für den Turn- und Sportverein nur zu einem ernüchternden vierten Rang. Zu wenig für die hohen Ambitionen des Turn- und Sportvereins, der zuletzt 2011 Kreisliga spielte. Und jetzt, im Juli 2015? Da vermittelt Spielertrainer Andreas Lorer eine Aufbruchsstimmung, als hätte es das vergangene erste Halbjahr mit viel Frust und Rücktrittsgedanken gar nicht gegeben.

Spielertrainer Andreas Lorer voller Tatendrang

„Es wird in dieser Saison einen anderen TSV Ippener zu sehen geben“, verspricht der 30-Jährige und klingt zum Ende der Vorbereitung voller Tatendrang. Aus einem guten Grund: Denn die Ergebnisse in den Freundschaftsspielen lassen in der Tat darauf schließen, dass für den TSV in dieser Kreisklassen-Saison einiges möglich ist. Der Turniersieg bei der Borussia-Woche, wo Ippener im Finale den SV Atlas II – vermutlich einen Konkurrenten um den Aufstieg – ziemlich souverän mit 4:0 schlug, steigert die Vorfreude Lorers auf die Saison.

Coach nimmt das Wort „Aufstieg“ nicht in den Mund

Offiziell nimmt der Spielertrainer das Wort „Aufstieg“ nicht in den Mund. Er drückt das Saisonziel lieber so aus: „Wir wollen oben mitspielen.“ Doch der Kader, mit dem Lorer arbeitet, gehört – zumindest was die individuelle Klasse einiger Spieler angeht – zum obersten Kreisklassen-Niveau, vor allem im Angriff.

Herausragende Offensivkünstler

Denn dort hat Lorer mit den Ibrahim-Brüdern Zana und Bassel sowie Mikael Blümel drei herausragende Offensivkünstler beisammen. „Die haben schon Bezirksliga-Niveau“, meint Lorer. Das Trio vereint Technik, Tempo und Torriecher, weshalb auch Lorer sagt: „Wenn wir in der Abwehr sicher stehen, werden wir sehr viele Spiele gewinnen. Vorne machen wir immer unsere Buden.“

Lorer will das Spiel aus der Defensive lenken

In der Defensive kompakt stehen, um dann überfallartige Angriffe zu starten – so stellt sich Lorer das Spiel des Teams vor. Der Coach, selbst ein Mann mit einem nachgewiesenem Torinstinkt (vergangene Saison 22 Tore), wird in der kommenden Saison verstärkt aus der hinterem Bereich das Spiel des TSV lenken. Das defensive Mittelfeld ist nun sein Hoheitsgebiet. Für Lorer kein Problem, er stellt seine eigenen Interessen hinten an. „Früher haben wir nur gewonnen, wenn ich drei, vier Tore gemacht habe. Jetzt sind wir viel schwerer auszurechnen.“ Ihm zur Seite steht im defensiven Bereich mit Neuzugang Ümit Yildiz bald ein weiterer erfahrener Mann: Der Ex-Kapitän des KSV Hicretspor steigt in den nächsten Tagen in das Training ein.

Coach baut auf neues Wir-Gefühl

Trotz der starken Individualisten in seinen Reihen: Ippener will in dieser Saison vor allem als Kollektiv punkten. Hin zum Wir-Gefühl, weg von Egoismen – so soll das neue Gesicht des TSV aussehen. „Wir waren in der vergangenen Saison oft kein Team“, blickt Lorer zurück. Der letzte Platz in der Fair-Play-Wertung, dazu die Probleme, in einigen Spielen überhaupt eine Elf aufbieten zu können – das will der Spielertrainer nicht noch einmal sehen. Er trauert deshalb auch den durchaus prominenten Abgängen Fabio Meyer, Burak Aruk (RW Hürriyet), Mario Brockmann (DTB), Kevin Eberhardt und Murat Aruk (SV Atlas II) keine allzu großen Tränen hinterher.