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„Das essen, was einem gefällt“ Ernährungstipps für den Delmenhorster 24-Stunden-Lauf

Von Frederik Böckmann | 08.06.2015, 18:48 Uhr

Kohlenhydratreich ist die Ernährung bei vielen 24-Stunden-Läufern. Aber auch Schokolade ist beim Burginsellauf völlig okay, sagt Arzt Dr. Johann Böhmann, der gemeinsam mit dem Laufclub 93 mit seinem Verein für Gesundheit im Kindesalter (GIK) hinter dem Burginsellauf steht.

Dr. Johann Böhmann kennt sie natürlich zur Genüge. Die Legenden und Mythen, die Empfehlungen und Tabus, die „absonderlichen Gesichten“, die sich um die richtige Ernährung bei Langstrecken- oder Ultraläufen ranken. Vor dem Delmenhorster 24-Stunden-Lauf am 20. und 21. Juni (Samstag und Sonntag) in der Graft dürften sich deshalb vor allem Neulinge diese Fragen stellen: Wie ernähre ich mich vor dem Lauf richtig? Was esse ich während des Burginsellaufes? Wie viel Liter sollte ich trinken?

Läufer sollen in sich hineinhorchen

Für Böhmann, der gemeinsam mit dem Laufclub 93 mit seinem Verein für Gesundheit im Kindesalter (GiK) hinter dem 24-Stunden-Lauf steht, ist die richtige Ernährung für das Lauf-Event relativ einfach: Das Entscheidende sei, dass sich der Läufer „einfach wohlfühlt“, sagt der Mediziner. „Der Läufer muss in sich hineinhorchen, was für ihn während des Laufens verträglich ist.“ Wer das bislang noch nicht gemacht habe, sollte die verbliebenen Tage bis zum Event nutzen und die Ernährung ausprobieren.

Viele Kohlenhydrate sind gut, aber auch Schokolade ist okay

Klassiker an den Ständen in der Graft oder in den Laufpausen sind natürlich Obststücke (Bananen, Äpfel), Brot oder Nudelportionen. Vereinfacht gesagt alles, was viele Kohlenhydrate enthält. Aber auch ein Toastbrot mit Honig, Erdbeeren, Proteinriegel oder Schokolade sind für den Mediziner Böhmann in den Laufpausen völlig okay. Bei der richtigen Ernährung gebe es „wenig Geheimnisse“, erzählt der leidenschaftliche Mittelstreckenläufer. Einen Tipp hat Böhmann dennoch parat: Kohl oder Gemüse sind nicht geeignet. Stichwort: Verdauung.

Ein Steak mitten in der Nacht

Neulinge könnten sich die Ultraläufer als Vorbild nehmen. Einige Teilnehmer setzen schon am Vortag und während des Laufes bewusst auf eine kohlenhydratreiche Ernährung, andere Athleten essen einfach das, was ihnen schmeckt. Der Bookholzberger Thomas Eberhardt dagegen verzichtet während des Laufens auf das Essen, während wiederum andere Läufer sich nachts auch mal ein Steak gönnen. Was Böhmann mit diesen Beispielen sagen will: Ein Patentrezept für die richtige Vorbereitung auf das Rennen gibt es nicht. Grundsätzlich sei der Körper „robust genug“, Phasen zu bewältigen, in denen er weniger Nahrung aufnimmt.

Auch beim Trinken gibt es viel Auswahl

Ähnlich verhält es sich beim Trinken: Ob ein Läufer warme oder kalte Getränke bevorzugt, Wasser, Cola oder Früchtetee trinkt, viel oder wenig konsumiert, „das ist wirklich Geschmackssache“, sagt Böhmann. Der Delmenhorster Kinderarzt erinnert sich gerne an eine 70-jährige Teilnehmerin zurück, die beim Burginsellauf während der 24 Stunden nur etwa einen halben Liter Mineralwasser getrunken hatte – und trotzdem topfit durch das Ziel gelaufen sei.

Böhmann rät von Alkohol und Isodrinks ab

Von zwei Getränken rät Böhmann dennoch ab. Alkohol, „weil es die Reaktion verringert“ und Isodrinks, die „völliger Quatsch und nur ein Marketinginstrument“ sind. Er selbst trinkt nach dem Burginsellauf übrigens ein alkoholfreies Weizen – weil es den Wasser- und Mineralstoffverlust nach dem Lauf schnell wieder ausgleicht.