Ein Angebot der NOZ

Debatte um die Fanszene Block H ist beleidigend, aber nicht rassistisch

Meinung – Daniel Niebuhr | 26.08.2017, 15:15 Uhr

Sind die Atlas-Fans Rassisten? Nein, findet Daniel Niebuhr. Ihr zweifelhaftes Image könnten sie aber dennoch aufbessern. Ein Kommentar.

Jeder, der einmal Zaungast eines Fußballspiels sein durfte, wird bestätigen: Im Paralleluniversum Stadion ist der übliche Umgangston ein anderer als im Rest der Welt. Selbst für Bolzplatz-Maßstäbe wandelt dieAtlas-Fangruppe Block H aber regelmäßig an der Grenze des guten Geschmacks. Die Vereinsverantwortlichen sollten bei manchen Pöbeleien vielleicht genauer hinhören. Atlas ist als Oberligist schließlich ein prominenter Werbeträger der Stadt. Aber: Aus abfälligen Gesängen lässt sich noch lange kein pauschaler Rassismus-Vorwurf ableiten.

Die Belege für diesen Verdacht, der Delmenhorster Fans seit fünf Jahren anhängt, sind dafür deutlich zu dünn. Als zivilisierter Mensch und selbst als zivilisierter Fußballfan darf und sollte man über den Block H manchmal die Nase rümpfen – eine ganze Gruppe an den rechten Rand zu schieben, wäre aber komplett verfehlt. Es liegt jedoch am Verein und natürlich am Block H selbst, das offenkundig zweifelhafte Image aufzubessern – dazu gehört auch, darauf zu achten, mit welchen externen Gruppen man sich verbrüdert.