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Delmenhorster bei Extrem-Rennen Radfahrer des RV Urania auf Abenteuereisen

Von Daniel Niebuhr | 13.07.2016, 23:23 Uhr

Die Radsportler des RV Urania sind inzwischen auf Extrem-Rennen spezialisiert. Die Delmenhorster Fahrer stellen sich immer heftigeren Herausforderungen.

Vor Kurzem hatte Tobias Rippen einen Platten. Keine Luft mehr im Vorderreifen, der Radsportler des RV Urania brauchte einige Minuten, um die Panne zu beheben – die dummerweise am Fuß des 1742 Meter hohen Monte Grappa passiert war, direkt nach dem Start der Königsetappe auf dem vielleicht härtesten Hobby-Rennen der Welt. „Eine blöde Situation“, fand der Delmenhorster, der die mehr als 1000 Konkurrenten auf der Tour Transalp in den Bergen Italiens davonfahren sah.

Tour Transalp: 897 Kilometer durch die Alpen

Glücklicherweise fand Rippen mit seinem Bremer Teamkollegen Bernd Rennies den Anschluss wieder und beendete das Rennen am nächsten Tag nach sieben Etappen über 897 Kilometer und 19.446 Höhenmeter auf Platz 21 der Gesamtwertung in der Klasse Grand Masters für Duos, die zusammen mehr als 100 Jahre alt sind. Das persönliche Ziel habe er damit „souverän und mit etwas Stolz erreicht“.

Nun unterzieht sich zwar nicht jeden Tag ein Urania-Sportler einer solchen Prüfung, allerdings ist der Delmenhorster Verein ohne Zweifel zu einem Club der Abenteurer geworden. Einst räumte der Verein große Titel ab, stellte Bundesliga-Fahrer und bei Jan Ullrichs Tour-de-France-Sieg 1997 mit Tilman Falt sogar den Sprecher des (später im Doping-Sumpf untergegangenen) Teams Telekom. Bei Meisterschaften tritt Urania inzwischen kaum noch in Erscheinung, bei Extrem-Rennen dagegen regelmäßig.

Rennen von Flensburg nach Garmisch – nonstop

Heute startet zum Beispiel Endy Bonke in Flensburg in das „Race Across Germany“, das den Ganderkeseer nonstop bis ans südliche Ende Deutschlands führt. Über Lauenburg, durch den Harz, am Thüringer Wald vorbei, durch Franken bis nach Garmisch-Partenkirchen; das Ortsschild des Wintersport-Mekkas bildet nach 1100 Kilometern das Ziel.

330 Kilometer durch den Regen – als Training

Das Vorbereitungsrennen war bei diesen Maßstäben schon fast eine gemütliche Kaffeefahrt: Bonke und Urania-Pressesprecher Christian Evers fuhren 330 Kilometer durch strömenden Regen bei den „Burning Roads“ in Ochtrup. „Mensch und Material wurden in diesem Jahr besonders gefordert“, meinte Evers; für Bonke aber war es „nur ein kleiner Trainingsanteil“.

Am Wochenende sind schon wieder Delmenhorster unterwegs; der halbe Vorstand um den Vorsitzenden Joachim Brinkmann und Stellvertreter Volker Mehrtens startet am Samstag bei den 24 Stunden von Nortorf in Schleswig-Holstein. „Das ist eine mächtige Herausforderung“, findet Evers, der zwei Wochen später dran ist: Zusammen mit Cord Lange reist er zum Nürburgring, wo er ebenfalls über 24 Stunden die legendäre Rennstrecke beackert. Bleibt zu hoffen, dass er nicht auf der Nordschleife einen Platten bekommt.