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Delmenhorster Schwimmverein Die erste Saison nach der Fusion

Von Daniel Niebuhr | 27.08.2016, 09:08 Uhr

Die Schwimmer des Delmenhorster SV starten am Samstag bei den Freiwasser-Landesmesiterschaften in Nienburg in ihre erste Saison nach der Fusion zwischen DSV und SCD.

Zeitmanagement ist für einen Amateurathleten eine undankbare Disziplin. Berufsleben und Sportlerkarriere lassen sich bekanntlich nicht immer zu jedermanns Zufriedenheit vereinbaren. Wenn man Björn Lippel so am Beckenrand stehen sieht, könnte man fast denken: zum Glück. Denn sonst wäre es bei den Einheiten des Delmenhorster Schwimmvereins von 1905 noch voller in der Grafttherme – der Überblick ist für den Trainer schon jetzt kaum noch zu behalten.

Bei kaum einer der fünf Einheiten in der Woche, durch die Lippel seine Topschwimmer in den vergangenen Monaten geschickt hat, waren alle aus dem neuformierten Leistungsteam da; dennoch musste teilweise zu acht auf einer 25-Meter-Bahn geschwommen werden. „Das ist zu eng, das geht nur im Notfall“, sagt Lippel.

Mit den Landesmeisterschaften im Freiwasser in Nienburg startet heute die Saison, es ist die erste seit dem Zusammenschluss des DSV mit dem SC Delmenhorst. 13 Wochen war die Vorbereitung lang, in der Lippel nicht nur an der Kondition arbeitete, sondern auch am Teambuilding – denn das war dringender nötig, als man vermuten sollte. Die Konkurrenz der beiden fusionierten Vereine war groß gewesen, wie Lippel noch immer spürt: „Jahrelang gab es diese Rivalität, die von manchen auch gepflegt wurde. Es ist nicht leicht, von heute auf morgen aus einem Gegner einen Partner zu machen.“

In der langen und kräftezehrenden Vorbereitung ist das Leistungsteam mit mehr als 30 Athleten allerdings zusammengewachsen – Schmerz verbindet schließlich. „Zwischenzeitlich waren die Schwimmer richtig genervt vom ewigen Konditionsbolzen“, sagt Lippel, „aber da muss man eben durch.“

Acht Aktive und eine Staffel schickt der DSV 05 am Wochenende zum Auftakt nach Nienburg; Anna Blum, Leon Sänger und Dominik Sartison stellen sich jeweils den 2500 und 5000 Metern, über die kürzere Distanz hat Charlene Kölling mit der drittbesten Meldezeit aller Starterinnen ebenso ausgezeichnete Chancen auf den Landestitel wie die gemischte 3x1250-Meter-Staffel.