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Delmenhorster Tänzer erfolgreich Pascal Müller wird in Göttinger Formation WM-Fünfter

Von Klaus Erdmann | 09.12.2016, 20:31 Uhr

Der Delmenhorster Pascal Müller hat in der Standardformation des TSC Schwarz-Gold Göttingen einen großen Erfolg gefeiert: Bei der WM 2016 in Ungarn wurde er Fünfter.

Ganze 0,65 Punkte haben dafür gesorgt, dass die Standardformation des Tanzsportclubs (TSC) Schwarz-Gold Göttingen die ungarische Stadt Pécs mit gemischten Gefühlen verlassen hat. Einerseits freuten sich die acht Paare, zu denen auch der Delmenhorster Pascal Müller und Partnerin Paula Staats gehören, deren Betreuer und Fans über den fünften Platz bei der Weltmeisterschaft. Andererseits fehlten jedoch lediglich besagte 0,65 Punkte zur Bronzemedaille.

Highlight einer steilen Karriere

Mittlerweile, einige Tage nach dem erfolgreichen Ausflug in die fünftgrößte ungarische Stadt, die nahe der kroatischen Grenze liegt, überwiegen bei Müller Freude und Stolz. Der TSC sei schließlich eine No-Name-Mannschaft, die eine neue Choreografie präsentiert habe, betont er, und: „Platz fünf bei einer Weltmeisterschaft ist ein großer Erfolg. Das hat uns keiner zugetraut.“

Der Start beim Treffen der Weltbesten und das hervorragende Abschneiden markieren das (vorläufige) Highlight einer steilen Karriere, auf die der Delmenhorster verweist.

Der Ex-Fußballer des TV Jahn wurde einst anlässlich der Konfirmation zum Besuch eines Tanzkurses überredet. „Eigentlich hatte ich keine Lust“, blickt er zurück. Das änderte sich gründlich. Das Tanzen fiel ihm leicht und er fand Gefallen an dem „eleganten Sport“. 2009 schloss er sich dem Tanzsportzentrum an und ein Jahr später wurde er norddeutscher Jugendmeister. Mit anderen Tänzern wechselte der heute 24-Jährige zur neuen Abteilung des TV Jahn. Müller und Partnerin Annika Frank sammelten Erfolge.

Mit dem Bus zur WM

Im November 2015 ging Müller zum Grün-Gold-Club Bremen. Er startete mit Maike Huflaender, die auch im richtigen Leben seine Partnerin ist, in Formationsturnieren. Im Juni folgte er dem Ruf der Göttinger und absolvierte ein Probetraining. Müller: „Die Bundesliga-Mannschaft zählt zur deutschen Spitze. Ich habe gedacht, dass man mit ihr etwas holen könne.“

Müller, der an jedem Wochenende nach Göttingen fährt, um dort zu trainieren („Ich muss alles aus eigener Tasche bezahlen. Es ist ein teurer Sport“), sollte recht behalten – das Team holte „etwas“. Rang zwei bei der Deutschen Meisterschaft beispielsweise (hinter dem Braunschweiger TSC und vor Weltmeister Ludwigsburg). „Platz zwei bei der DM war der größte Erfolg für Göttingen“, erklärt Müller (das hat sich seit der WM geändert). Ludwigsburg belegte in der Liga den Spitzenplatz, verzichtete jedoch auf einen WM-Start. Die Göttinger rückten nach.

Fans sorgen für Gänsehautmomente

Sie erfuhren erst kurzfristig von ihrem Glück. Urlaubsanfragen an Chefs, verstärktes Training. Mit dem Bus ging es ins 1200 Kilometer entfernte Pécs. Dann die Weltmeisterschaft: 13 Konkurrenten. Zehn Formationen kamen in die Zwischen-, sechs Teams in die Finalrunde. Tänzer aus Braunschweig und Göttingen feuerten einander an. 50 eigens angereiste Fans sorgten für „Gänsehautmomente“, die die „Grundnervosität“ (Müller) verdrängten. „Als ich die Fans gehört habe, hab’ ich es nur noch genossen“, erklärt Müller, dessen Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement Mitte Juni endet, lächelnd.

Bei der Weltmeisterschaft siegte das Team Vera/Russland (36,56) vor Braunschweig (33,59), Team DSV Dance Impression/Niederlande (31,84), Team Szilver TSE Szentes/Ungarn (31.42), Göttingen (31,20) und Team Olympia/Russland (30,76).