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Delmenhorster TV richtet DM aus Zwei Bronzemedaillen für Delmenhorster Ju-Jutsu-Kämpfer

Von Klaus Erdmann | 29.05.2017, 03:01 Uhr

Der Delmenhorster TV war Ausrichter der deutschen Ju-Jutsu-Meisterschaft 2017 in der Altersklasse Schüler. 315 Aktive, die 93 Vereine aus zwölf Regionen vertraten und 445 Kämpfe absolvierten, gingen bei der Veranstaltung in der Stadtbadhalle an den Start. Viele Verletzungen überschatteten die Titelkämpfe.

Der für den Delmenhorster TV (DTV) startende Peer René Hollmann und Santana Voß, die dem Delmenhorster TB (DTB) angehört, sind aus hiesiger Sicht die erfolgreichesten Teilnehmer an den Deutschen Ju-Jutsu-Schülermeisterschaften der Altersklassen U18 und U15. Sie errangen in der Halle Am Stadtbad jeweils einen dritten Rang und damit einen der begehrten Podestplätze. 315 Aktive, die 93 Vereine aus zwölf Regionen vertraten und 445 Kämpfe absolvierten, gingen bei diesem Event an den Start.

Die Delmenhorster Vereine DTV (sieben), DTB (zwei) und JC Bushido (ein Starter) entsendeten insgesamt zehn Aktive. Die Titelwettkämpfe des Deutschen Ju-Jutsu-Verbandes (DJJV) endeten erst nach zwölf Stunden – und damit mit zweieinhalb Stunden Verspätung. Geschuldet war dies in erster Linie der Tatsache, dass es eine „außergewöhnlich hohe Anzahl an Verletzungen“ (DTV-Abteilungsleiter Reiner Sonntag) gab.

DTV mit seinen Kämpfern zufrieden

Mit dem Abschneiden seiner Schützlinge zeigte sich der viel beschäftigte Multifunktionär Sonntag zufrieden. Über den dritten Platz von Peer René Hollmann (U18, über 81 Kilogramm) sagte Sonntag: „Er kämpft eigentlich in der Klasse bis 81 Kilo, war jedoch knapp drüber. Seine Gegner waren zwölf, 13 Kilo schwerer. Der dritte Platz ist somit umso höher zu bewerten. Es ist eine gefühlte Silbermedaille.“ Erfreut zeigte sich Sonntag („Das gesamte Orgateam hat sehr engagiert gearbeitet“) zudem darüber, dass die DTVer „vorbildliches Auftreten“ gezeigt hätten. Sie seien sehr fair gewesen, hätten sich nicht über Entscheidungen der Kampfrichter beschwert.

Das Event bescherte dem Ausrichter viel Lob. Roland Köhler (Würzburg), Präsident des DJJV, unterstrich: „Die Ausrichtung hat super gepasst. Reiner Sonntag und sein Team hatten alles im Griff.“ Die Leistungen der Athleten, so Patrick Wendt (Zeitz), Vizepräsident Leistungssport, hätten auf einem guten Niveau gestanden. In organisatorischer Hinsicht sei alles bestens gewesen: „Reiner Sonntag ist eben mit Herz und Seele dabei“. Mit Blick auf die hohe Teilnehmerzahl meinte Köhler: „Es sind sehr viele Leute dabei. Die Anzahl hätte fast für eine Zwei-Tages-Veranstaltung gereicht.“

Viele Verletzungen

Die Verletzungen warfen einen Schatten auf die Titelkämpfe des Ju-Jutsu-Nachwuchses. Rettungshubschrauber mussten in zwei Fällen, Rettungswagen und Notarzt-Einsatzfahrzeuge ein rundes dutzend Mal angefordert werden. Johanniter-Einsatzleiterin Nina Seidler und deren Team registrierten hauptsächlich Verletzungen des Bewegungsapparates und Knochenbrüche. Die Zusammenarbeit mit dem Veranstalter, so Seidler, sei gut gewesen.

DJJV-Chef Köhler betrieb angesichts der vielen Verletzungen eine erste Ursachenforschung: „Ich denke, dass viele Teilnehmer bei der großen Hitze zu wenig getrunken haben.“ Dabei forderte Sonntag die Hauptdarsteller wiederholt dazu auf, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und während der Pausen Schattenplätze aufzusuchen. Ein weiterer Grund für die Verletzungsserie, so Köhler, seien „gravierende Leistungsunterschiede“. So sah es Vize Wendt: „Einige Jüngere sind vielleicht noch nicht reif genug.“

DTB-Trainerin ist zufrieden

Die Kampfrichter, unterstrich Sonntag, hätten sehr früh die Härte rausgenommen und Kämpfe immer wieder unterbrochen.

Im DTB freuten sich Abteilungsleiter Frank Hoerschgen und Trainerin Birthe Schmidt über die Leistungen ihrer Kämpferinnen, die an den Matten von Lennart Hartwig betreut wurden. Santana Voß (bis 36 kg) traf in ihrer kleinen Klasse auf zwei starke, erfahrenere Kämpferinnen, gegen die sie verlor und so die Bronzemedaille erhielt. „Sie konnte erst um 19.30 Uhr antreten“, berichtete Schmidt. „Sie hat das gut gemacht.“

Auch Malin Hildebrandt (bis 70 kg) traf in einer gut besetzten Klasse auf starke Konkurrentinnen. Die DTB-Kämpferin gab alles, blieb aber sieglos und wurde Neunte. „Trotzdem kann auch sie zufrieden sein“, sagte Schmidt. „Für unsere jungen Sportlerinnen ging es vor allem darum, Erfahrungen zu sammeln. Sie haben noch viele Möglichkeiten.“