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Delmenhorster verlieren unglücklich FC Hude siegt spät gegen SV Tur Abdin Delmenhorst

Von Richard Schmid | 05.03.2017, 22:40 Uhr

Der FC Hude schockt Tur Abdin im Duell der Nachbarn in der Fußball-Bezirksliga durch zwei Treffer in den letzten Minuten. Tur-Abdin-TrainerHelmut Klußmann übt nach der 1:2-Niederlage Schiedsrichter-Schelte.

Helmut Klußmann, seit Jahresbeginn Trainer des SV Tur Abdin, gehört eigentlich zu den ruhigeren Vertretern seiner Zunft. Eigentlich. Doch nach der 1:2 (0:1)-Pleite im Bezirksligaduell beim FC Hude rang er noch lange nach dem Spiel um Fassung. „Das war eine erschreckend schlechte Schiedsrichterleistung“, schimpfte er.

Auslöser der Kritik waren zwei umstrittene Entscheidungen, in denen sich der Coach der Delmenhorster um zwei Elfmeter betrogen sah. In der Tat hätten sich die Huder nicht beschweren dürfen, hätte Schiedsrichter Marc-Philip Willms in der 45. Minute auf Strafstoß entschieden. Nach einem Konter konnte Lukas Mutlu, der von halbrechts in den Strafraum eindrang, nur durch eine heftige Attacke gestoppt werden. Der Pfiff jedoch blieb aus – zu diesem Zeitpunkt führte Tur Abdin mit 1:0.

Tur-Abdin-Trainer Klußmann wettert gegen Schiedsrichter

Auch in der zweiten Hälfte kam es zu einer allerdings weniger umstrittenen Szene als der Abdin-Angreifer bei einem Zweikampf umgestoßen wurde. „Ich frage mich wirklich, pfeift der Schiedsrichter nach den Regeln des DFB oder macht er sich die selbst“, ereiferte sich Klußmann. Sein Huder Trainerkollege Lars Möhlenbrock sah die Schiedsrichterleistung verständlicherweise deutlich gelassener. „Elfmeter ist, wenn der Schiedsrichter pfeift“, sagte er. „Wir haben mit unglücklichen Schiri-Entscheidungen auch schon leben müssen, das ist leider nicht zu ändern.“

Abgesehen von diesen Aufregern sahen die etwa 150 Zuschauer allerdings ein eher langweiliges Spiel. Beiden Teams merkte man die durch die lange Winterpause bedingte fehlende Spielpraxis deutlich an. Zwar erspielte sich das Heimteam zu Beginn der ersten Halbzeit einige Feldvorteile, doch klare Torchancen blieben aus. Lediglich bei zwei aufeinander folgenden Eckstößen in der 28. Minute kamen die Huder zu zwei halbwegs gefährlichen Torchancen. Tur Abdin machte es da besser, wenn auch nahezu alle gefährlichen Annäherungen aus Standardsituationen oder gegnerischen Fehlpässen resultierten. Vieles blieb im Spielaufbau und im Abschluss bei beiden Teams Stückwerk. Das änderte sich erst in der 41. Minute. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld lief der FC Hude in einen Konter, den Johannes Artan mit einem satten Schuss aus halbrechter Position zur 1:0-Führung abschloss.

Hudes Coach Lars Möhlenbrock wechselt den Sieg ein

In der zweiten Hälfte änderte sich zunächst nur wenig. Die Huder erhöhten den Druck, entwickelten jedoch nach wie vor im Angriff zu wenig Durchschlagskraft. Im Gegenteil: In der 57. Minute hatte Artan wiederum nach einem Konter das 2:0 auf dem Fuß, doch im letzten Moment spitzelte Torben Hellemann ihm den Ball weg und klärte zur Ecke. Lange Zeit passierte nicht mehr allzu viel, Torchancen blieben Mangelware.

Beide Trainer versuchten, mit Auswechslungen mehr Zug ins Spiel zu bringen, allerdings zunächst ohne Erfolg. So war es fast schon bezeichnend für das Spiel, dass aus einer Standardsituation der Ausgleich fiel. In der 85. Minute wurde der eingewechselte Torben Liebsch 18 Meter vor dem Tor gefoult. Den Freistoß verwandelte Kapitän Cüneyt Yildiz am verdutzten Torwart Mihail Artene vorbei zum 1:1. Nur gut eine Minute später klingelte es erneut im Kasten der Aramäer. Yannik Osterloh, ebenfalls erst kurz zuvor eingewechselt, gelang nach feiner Sololeistung der Siegtreffer zum 2:1. „Meine Mannschaft hatte nicht die Konzentration, dieses Spiel nach Hause zu bringen. Warum spiele ich beim Spielstand von 1:1 weiterhin Harakiri nach vorne, das verstehe ich nicht“, kommentierte Klußmann den für ihn so enttäuschenden Spielausgang.