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Dem Kunstrasen sei Dank FC Huntlosen und SVG Berne werden zu Lieblingsgegnern

22.01.2016, 22:46 Uhr

Der Kunstrasen macht die SVG Berne und den FC Huntlosen zu den begehrtesten Testspiel-Reisezielen. Berne öffnet den Platz gegen Gebühr nun auch für andere Vereine.

Wohl den Fußballern, die einen Kunstrasenplatz ihr eigen nennen dürfen. Aufgrund der herrschenden Witterungsverhältnisse sind Testspiele oder gar Ligabetrieb momentan kaum möglich – Klubs mit einem Kunstrasen können sich daher vor Anfragen kaum retten und sich die Gegner aussuchen.

In Delmenhorst gibt es für Fußballer aktuell wenig Möglichkeiten zum Freiluftkick, zwei Vereine aus der Nachbarschaft werden daher aktuell zu beliebten Reisezielen der Teams aus der Region. Kreisligist SVG Berne und der FC Huntlosen aus der 1. Kreisklasse verfügen über Kunstrasenplätze; in den warmen Monaten klagen die Gastmannschaften oft darüber, im Winter dagegen sind Berne und Huntlosen für viele zwangsläufig die Lieblingsgegner.

Gastteams bezahlen die Schiedsrichterkosten

Bernes Trainer Michael Müller ist froh, den Kunstrasen nutzen zu dürfen. „Wir können praktisch zu jeder Jahreszeit darauf trainieren und haben kaum Spielausfälle zu verzeichnen. Außerdem haben wir gegenüber den anreisenden Mannschaften den Vorteil, besser mit dem Untergrund vertraut zu sein“, sagt Müller, den in den vergangenen Wochen viele Anfragen erreicht haben. „Die Testspielgegner übernehmen die Schiedsrichterkosten oder laden uns für den Sommer zu einem Rückspiel ein“, erzählt der Übungsleiter.

Die Anlage in Berne wird auch vom Nachbarverein FSV Warfleth genutzt, doch es sind noch Kapazitäten frei. Der Vorstand der SVG hat nun beschlossen, die Anlage auch an fremde Vereine zu vermieten. Das wird zum Beispiel vom TSV Weyhe-Lahausen im Kreis Diepholz so praktiziert. „Das kann eine nette Einnahmequelle werden“, sagt Müller, der aber auch nicht bei allen Temperaturen vom Kunstrasen profitiert: „Es liegt gerade sehr viel Schnee auf dem Platz und es ist stark gefroren. Geplante Testspiele musste ich absagen.“

Platz in Huntlosen ausgelastet

Ähnlich geht es in diesen Tagen auch Maik Seeger vom FC Huntlosen. Der Coach musste den ersten von einem halben Dutzend geplanten Tests aufgrund der Witterungsverhältnisse abblasen. „Wenn jetzt Tauwetter einsetzt, werden wir aber kicken können“, sagt der Übungsleiter, der eine Flut von Anfragen nach Testspielen erhalten hat. Auch in Huntlosen bezahlen die Gastmannschaften die Schiedsrichterkosten, es sei denn, es gibt im Sommer ein Rückspiel. „Bei Spielen gegen Kreis- oder Bezirksligisten werden Gespanne angesetzt, da kommen schon mal 50 oder 60 Euro zusammen“, erzählt Seeger. Der Kunstrasen sei durch Frauen-, Herren- und Jugendmannschaften des Vereins schon so gut wie ausgelastet. Vermietungen an andere Klubs seien daher kaum möglich. „Das geht ohnehin über Vorstand und Gemeinde. So hat der Landesligist VfL Wildeshausen hier Ende des vergangenen Jahres auch ein Punktspiel ausgetragen“, macht Seeger fremden Teams wenig Hoffnungen, den Platz anmieten zu können.

Er sieht im Kunstrasen Vor- und Nachteile. „Wir können regelmäßig trainieren. Außerdem haben wir unsere Punktspiele austragen können und stehen nicht vor so einer Hetzjagd wie wie viele Konkurrenten“, nennt er die positiven Aspekte. Vom Kunstrasen würde seine Mannschaft aber nicht nur Vorteile haben. „Die Gegner spielen einmal pro Saison auf unserem Untergrund. Wir müssen aber die Hälfte aller Spiele auf Naturrasenplätzen bestreiten. Da gibt es Löcher und Bälle verspringen, das sind meine Jungs vom Training her nicht mehr gewohnt“, erzählt Seeger, der den eigenen Kunstrasen aber nicht mehr missen möchte.