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Der Oldie der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg Werner Dörgeloh ist Antreiber, Torjäger und Kapitän in Personalunion

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 30.12.2016, 09:31 Uhr

Rückraumspieler Werner Dörgeloh hält beim Landesligisten HSG Grüppenbühren/Bookholzberg auf und neben dem Spielfeld die Fäden zusammen. An das Laufbahnende denkt der Oldie auch nach 23 Jahren in der ersten Mannschaft noch nicht.

Ja, Angebote von anderen Vereinen habe es früher natürlich gegeben, sagt Werner Dörgeloh und lacht. Aus der Oberliga und auch aus der damals drittklassigen Regionalliga. „Vielleicht war es ein Fehler, nicht mal etwas Anderes auszuprobieren. Aber ich fühle mich hier einfach zu wohl.“ Hier – das ist der Bookholzberger TB. Die handballerische Heimat von Werner Dörgeloh. Seit sage und schreibe 23 (!) Jahren geht der Rückraumspieler bereits für seinen Stammverein und seit einiger Zeit in der Handball-Spielgemeinschaft mit dem TSV Grüppenbühren-Bookhorn in der ersten Mannschaft auf Torejagd.

Dörgeloh hat in dieser Zeit alles miterlebt. Trainer und Mitspieler kamen und gingen. Er erlebte Auf- und Abstiege in die Verbands- und Landesliga mit, er machte gute und schlechte Zeiten mit. Aktuell läuft es für die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg in der Landesliga prächtig. Die HSG ist seit mittlerweile neun Begegnungen ungeschlagen, schlug zuletzt die Topteams Dinklage und Eicken und ist als Tabellendritter plötzlich mittendrin im Titelrennen.

Werner Dörgeloh erlebt seinen x-ten Frühling

Ein wesentlicher Bestandteil dieser Mannschaft ist Dörgeloh. Der Vollbluthandballer ist nicht nur Oldie des Teams, er ist Leitwolf und Antreiber, Torjäger und Kapitän in Personalunion und erlebt derzeit seinen x-ten Frühling. „Werner spielt wie ein 25-Jähriger“, schwärmt sein Co-Trainer Andreas Müller „Es ist nicht selbstverständlich, mit 41 Jahren noch so starke Leistungen abzuliefern.“

Dörgeloh hält aber nicht nur im Rückraum die Fäden im HSG-Spiel zusammen. Er ist auch ein wichtiges Bindeglied zwischen Mannschaft und dem Trainer-Team mit „Co“ Müller und Coach Sven Engelmann. Denn das HSG-Team ist zwar routiniert und hat bei den Feldspielern einen Schnitt von knapp über 30 Jahren; die Altersstruktur reicht allerdings vom 19-jährigen Youngster Jan-Niklas Ordemann eben bis zum 41-jährigen Dörgeloh. „Werner kennt die Stimmungen innerhalb der Mannschaft, er bespricht sie mit uns und hält den Laden zusammen“, betont Müller. „Das macht er unheimlich toll.“

Harmonie mit Spielmacher Marcel Behrens

Toll waren nach dem schlechten Saisonstart mit zwei Niederlagen und einem Remis zuletzt auch die Leistungen der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg, die dank ihrer Erfolgsserie in der Tabelle Stück für Stück nach oben kletterte. Warum es für die Landkreis-HSG so gut lief, dafür hat Dörgeloh keine richtige Erklärung. „Der Knoten ist irgendwann geplatzt und dann haben wir immer mehr Selbstvertrauen getankt. Es passt gerade einfach.“ Dabei sei die Trainingsbeteiligung speziell im Dezember eher ziemlich schlecht gewesen. „Da haben wir nur rumgeeiert“, wundert er sich.

Fest steht aber zumindest dies: Dörgeloh selbst profitiert auf jeden Fall von der Rückkehr von Spielmacher Marcel Behrens. „Wir ergänzen uns super. Marcel ist für das Spielerische zuständig. Ich bin ja eher der Hauruck-Handballer“, sagt Dörgeloh und lacht. Wenn die beiden Routiniers zusammen auf dem Feld spielen, agiert Behrens auf der Mitte-Position, während Dörgeloh auf halblinks seine Shooter-Qualitäten (bislang 59 Saisontore) einbringt. Häufig steht aber auch nur einer der beiden Rückraum-Spieler auf dem Feld. „In unserem Alter kann man eben nicht mehr 60 Minuten durchspielen“, findet Dörgeloh, der auch ein sicherer Siebenmeter-Schütze ist.

Die Knochen und der Kühlschrank

Nach der derzeitigen Erfolgsserie reifen am Ammerweg zumindest bei den Anhängern langsam wieder Träume von der Rückkehr in die Verbandsliga, aus der die Landkreis-HSG 2013 abgestiegen war. Dass es wie 2015 zu einem Meisterschaftsrennen mit dem geliebten Nachbarn TS Hoykenkamp kommt (der dann ebenfalls nicht aufstieg), ist zwar nicht auszuschließen. Doch Druck verspüren Dörgeloh und Co. nicht. „Wir wollen Spaß haben, das ist das Wichtigste“, sagt der Mannschaftführer.

Zur Zeit erholen sich die HSG-Akteure in einer kleinen Trainingspause von den Strapazen der vergangenen Wochen. Am Dienstag nehmen sie wieder das Training auf, ehe Grüppenbühren/Bookholzberg am übernächsten Samstag (19.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den TV Georgsmarienhütte in den zweiten Teil der Saison startet. Auch Dörgeloh will bis dahin seine Akkus wieder aufgeladen haben. Ans Laufbahnende denkt der Oldie indes noch lange nicht. „So lange ich meine Knochen nach den Spielen noch nicht in den Kühlschrank legen muss, spiele ich weiter.“ Es ist ein Satz, den das Trainer-Team, die Mitspieler und die Fans gerne hören werden.