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Derby der Faustballer Kleine Psychospielchen vor dem Bundesliga-Knaller

Von Frederik Böckmann | 28.01.2015, 19:46 Uhr

Am Freitag treffen sich der TV Brettorf und der Ahlhorner SV zum ewigen Faustball-Klassiker. Beide Trainer sind selbstbewusst.

Brettorf/Ahlhorn. Thomas Neuefeind hatte den Artikel natürlich auch gelesen. „Faustball – Verspottet und vom Aussterben bedroht“: So hatte der „Spiegel“ vor einigen Wochen in seiner Online-Ausgabe getitelt. Vom „Affentennis“ und „Altherrensport“ war dort die Rede, der Spiegel schrieb von einer „aussterbenden Sportart“ und geringem Zuschauer-Interesse. Neuefeind, der seit 1976 Faustball spielt, hatte den Artikel eher amüsiert denn verärgert zur Kenntnis genommen. „Gekränkt hat mich der Artikel jetzt nicht“, sagt der Männer-Trainer des Bundesligisten Ahlhorner SV und lacht.

Trainer hoffen auf einen Krimi

Warum auch? Die Region ist eine der Hochburgen. Auch am Freitag dürfte Faustball-Deutschland wieder mit einem Auge auf den Landkreis Oldenburg blicken – denn es ist Derby-Time! Ab 20 Uhr erwartet der ungeschlagene Spitzenreiter TV Brettorf (22:0 Punkte) seinen ewigen Erzrivalen aus Ahlhorn (16:6) zum brisanten Nachbarduell. „Das ist einfach ein Klassiker“, schwärmt Neuefeind. In die gleiche Kerbe haut sein Trainer-Kollege Ralf Kreye: „Das Spiel ist immer etwas Besonderes. Das wird ein echter Krimi.“

Ahlhorn kämpft um DM-Ticket

Für die Ahlhorner geht es in diesem Duell nicht nur um das Prestige und die Revanche für die bittere 2:5-Hinspielpleite. Nein, der neue Tabellenzweite braucht aus den letzten drei Spielen noch zwei Siege, dann hat er sein Ticket für die DM-Endrunde in Oldenburg wohl sicher. Dort wird am 28. Februar und 1. März der neue Hallen-Champion gekürt.

Angreifer Johannes Hoffnungsträger des ASV

„Warum sollte uns einer der Siege nicht gegen Brettorf gelingen?“, fragt ASV-Trainer Neuefeind ganz selbstbewusst. Das Vertrauen in die eigene Stärke nach dem wichtigen 5:1-Erfolg vor einer Woche beim bisherigen Zweiten VfK Berlin ist jedenfalls groß. Der Optimismus trägt bei den Ahlhornern auch einen Namen: Christoph Johannes. Der Angreifer ist nach seiner Handverletzung wieder fit und soll die TVB-Abwehr unter Druck setzen. „Brettorf wird gegen uns nicht einfach so durch seine Halle marschieren“, ist Neuefeind überzeugt. Sein Tipp? „Ein 5:4 für uns.“

Brettorf will schon testen

Was im Umkehrschluss die erste Saison-Niederlage für Brettorf bedeuten würde. TVB-Coach Kreye traut dem Braten allerdings nicht ganz, ob die Gäste im Derby „wirklich alles raushauen“. Der Grund: Bleibt Ahlhorn in der Tabelle Zweiter, würden sie bei der DM auf den TSV Pfungstadt treffen – und der Deutsche Meister ist in der Halle seit Jahren ungeschlagen.

Unabhängig von diesen kleinen Psychospielchen hofft Kreye auf eine hoch motivierte Ahlhorner Mannschaft. „Die sollen uns richtig Feuer machen. Wir wollen gefordert werden“, sagt Kreye. Denn der Tabellenführung misst der Coach nicht viel Bedeutung bei. Die Nordstaffel sei einfach nicht mehr so stark wie noch vor einigen Jahren, sagt Kreye. „Was nützt uns unser guter Lauf, wenn wir bei der DM nur auf die Mütze kriegen?“, fragt Kreye. Das Derby sieht er deshalb als Vorbereitung für die DM. „Wir wollen uns jetzt den Feinschliff holen.“ Sein Tipp? „Wir gewinnen 5:3.“