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„Devils“ vor Umbruch Sillektis: Klebe nicht an meinem Stuhl

Von Daniel Niebuhr | 07.04.2015, 00:30 Uhr

Coach Stacy Sillektis und die Basketballer des Delmenhorster TV stehen vor einem Umbruch. Beim Regionalliga-Absteiger sind viele Fragen offen.

Am Ende gab es doch etwas zu Lachen für Stacy Sillektis. Nach einer enttäuschenden Basketball-Saison mit 17 Niederlagen aus 20 Spielen und dem Abstieg aus der 2. Regionalliga bot der eigentlich triste Blick auf die Tabelle noch eine kuriose Pointe für den Spielertrainer des Delmenhorster TV: Weil der SC Rasta Vechta II – eine von drei Mannschaften, die die „Devils“ geschlagen haben – am letzten Spieltag völlig unerwartet noch auf Platz eins gespült wurde, konnte Sillektis immerhin amüsiert feststellen: „Wir haben den Meister besiegt, was will man mehr?“

Ansonsten war es allerdings eine Saison, die hauptsächlich negative Assoziationen weckt – und die noch nachwirken könnte. Die Rückkehr in die Oberliga geht mit einem Umbruch einher, den es so lange nicht mehr gegeben hat. Viele Leistungsträger sind in die Jahre gekommen oder haben sich beruflich oder studienbedingt in die Republik verteilt. Das sorgt für viele Fragezeichen.

Herbig und Thase gehen

Die wichtigsten Antworten wollen die DTV-Basketballer während der Abteilungsversammlung am 13. April selbst geben. Zum Beispiel, wer künftig die Abteilung führt. Sillektis ist seit vielen Jahren zuständig und kündigt an, weiterzumachen, „so wie es aussieht“. Allerdings: „Wenn sich jemand findet, der da heiß drauf ist, vielleicht von außerhalb, dann stehe ich nicht im Weg. Ich klebe nicht an meinem Stuhl.“

Eine andere Frage ist, wie viele Herren-Teams die Delmenhorster sich leisten können. Aus der ersten Mannschaft gehen Andreas Herbig und Constantin Thase definitiv, die Stammspieler Hauke Bruns, Ediz Bertan, Ali Akkurt und Jan Fikiel sind Wackelkandidaten, bei denen laut Sillektis noch nichts entschieden ist. Der beste Werfer der vergangenen Spielzeit, Edgaras Saldukas, bleibt ebenso wie das Quartett Roman Holder, Tim Frerichs, Julian Roßkamp und Ahmet Ildem.

„Wir kriegen das alles hin.“

Allerdings wird es in der zweiten Mannschaft, die zuletzt Dritter der Bezirksklasse wurde, vielleicht eng – denn einige erfahrene Spieler wie Jan Bölling sollen wieder in der Ersten spielen. „Daran geht kein Weg vorbei“, meint Sillektis, der auch selbst nicht mehr für die Reserve auflaufen wird, für die er zuletzt der erfolgriechste Punktesammler war. „Ein großer Kader ist sicherlich besser als zwei kleine“, sagt der Coach, „andererseits kommt für einige der jungen Spieler die Oberliga vielleicht zu früh.“ Dabei denkt er unter anderem an Muhammed Tozan, den besten Spieler der U18.

Auch wenn viele Entscheidungen noch nicht getroffen sind, ist Sillektis optimistisch für die Zukunft. „Wir kriegen das alles hin“, sagt er.