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Die Abwehr als Bollwerk TV Neerstedt schlägt TSV Bremervörde 31:20

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 04.12.2016, 16:55 Uhr

Sie brauchten rund 20 Minuten, um sich auf die routinierte Achse der Gäste einzustellen, doch dann liefen Abwehrarbeit und Tempospiel wie am Schnürchen – und am Ende stand ein auch in der Höhe verdienter Sieg: Die Oberliga-Handballer des TV Neerstedt haben ihr Heimspiel gegen den TSV Bremervörde mit 31:20 (14:10) gewonnen.

Der neue Tabellensechste hat sein Punktekonto (10:10) damit ausgeglichen. „Ich freue mich für die Mannschaft, dass sie sich für einen überzeugenden Auftritt belohnt hat“, sagte TVN-Trainer Jörg Rademacher nach der Partie.

Den Grundstein für den klaren Sieg legte Neerstedt in der Verteidigung. „Das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torwart war hervorragend“, lobte Rademacher. Er setzte wie schon vergangenen Woche bei der HSG Delmenhorst (34:24) auch bei Bremervörder Ballbesitz auf eine defensive Grundformation. Hintergedanke war, das Zusammenspiel zwischen Spielmacher Adnan Salkic und Kreisläufer Marcus Hölling zu unterbinden. Das klappte in der Anfangsphase nur bedingt, denn Ex-Profi Salkic und Hüne Hölling warfen von den ersten neun Toren der Gästen gleich acht. Deshalb blieb die Partie zunächst ausgeglichen (4:4/9., 9:8/16.), ehe der TVN von 11:10 (25.) bis zur Pause auf 14:10 (30.) davon zog.

Erste Siebe des TV Neerstedt spielt komplett durch

Im zweiten Durchgang setzte sich Neerstedt dann gleich auf 17:11 (33.) ab und hatte damit schon für die Vorentscheidung gesorgt. Spätestens beim 25:18 (49.) war der Neerstedter Sieg klar. „Wir hätten auch 36 oder 37 Tore werfen können“, meinte Rademacher angesichts von vielen vergebenen Großchancen seines Teams. Doch allzu hart wollte der TVN-Coach die Chancenverwertung nicht kritisieren.

Vielmehr lobte Rademacher seine erste Sieben mit Torwart Hendrik Legeler sowie Julian Hoffmann, Eike Kolpack, Björn Wolken, Marcel Reuter, Jan Busse und Andrej Kunz, die mal wieder 60 Minuten komplett durchspielte. Angesichts des klaren Spielstandes in Durchgang zwei schonte Rademacher die angeschlagenen Ole Goyert (Schulter) und Erik Hübner (Grippe), die nur im Notfall eingesetzt worden wären: „Wir sind hohes Tempo gegangen und wurden dafür belohnt.“ Bei Bremervörde, das zuvor drei Mal in Folge gewonnen hatte, seien die Routiniers Salkic und Hölling ab der 40. Minute „total platt“ gewesen.

Neerstedts Trainer Jörg Rademacher lobt Flexibilität seiner Mannschaft

Was Rademacher zudem freute, war das variable und flexible Spiel seiner Mannschaft: Mit Manndeckungen gegen Shooter Eike Kolpack und teilweise auch gegen Andrej Kunz versuchte Bremervörde taktisch alles. „Aber wir haben immer die richtigen Lösungen gefunden“, lobte er.