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Die Jagd auf die „Schweinchen“ DLW-Sportverein Delmenhorst gründet Boule-Abteilung

Von Klaus Erdmann | 16.06.2016, 14:28 Uhr

Der Name DLW-Sportverein Delmenhorst steht für Tennis. Und seit einigen Wochen auch für Boule.

Warum bieten die Verantwortlichen, deren Anlage sich an der Straße Hinter der Anker befindet, diese Kugelsportart an? „Die Leute werden immer älter und können beim Tennis oft nicht mehr so richtig laufen“, erklärt Reinhard Jersch lächelnd. Das leuchtet ein. Jersch fungiert seit Mitte April als Vorsitzender des Klubs und er ist der Initiator der Boule-Abteilung.

Dort, wo sich jetzt vier Plätze befinden, war früher ein Tennisplatz, der längst nicht mehr benötigt wurde. Nachdem Jersch, der Boule im Urlaub kennengelernt hatte, auf die Idee kam, dort ein Zuhause für eine neue Abteilung zu errichten und von Tennis-Chef Wolfgang Sparkuhl grünes Licht erhielt, machte er sich im September an die Arbeit.

Geselligkeit ist wichtiger als sportliche Höchstleistungen

Zunächst alleine. Unkraut beseitigen, buddeln. Er suchte und fand Mitstreiter. Ehemalige Tennisspieler halfen mit. „Wir waren elf Leute“, blickt Jersch zurück. Der Verein kaufte Splitt. „Ich wollte keinen Betonplatz haben“, betont Jersch. Er fand weitere Unterstützer: „Die Firma Petershagen stand mit Rat und Tat zur Seite. Das Holz für den Unterstand stammt von Hans-Georg Ahrens.“

Der Unterstand ist wichtig – nicht nur, weil er Schutz vor Regen bietet. Hier gibt es einen Kaffee oder es wird gegrillt. Beim Boule, einem, sagen wir mal, eher gemütlichen Spiel, kommt es nicht so sehr auf Höchstleistungen an. „Der gesellige Aspekt ist sehr wichtig“, unterstreicht Jersch.

Start mit elf Spielern, jetzt schon 20 dabei

Mittlerweile ist die Jagd auf die „Schweinchen“ beim DLW-SV in vollem Gange. „Schweinchen“ werden die (kleinen) Zielkugeln genannt, die die Spieler mit ihren (größeren) Kugeln, die über verschiedene Prägungen verfügen, anpeilen. Ziel ist es, mit den eigenen Kugeln möglichst nah an die Zielkugel zu gelangen. Die Zielkugel und die gegnerischen Kugeln können dabei auch herausgedrückt oder weggeschossen werden. Wer zuerst 13 Punkte erreicht hat, hat gewonnen.

Mit der Entwicklung zeigt sich der Initiator zufrieden. Jersch: „Wir sind mit elf Spielern angefangen. Jetzt sind es 20.“ Bei einem Schnuppertag begrüßte der 67-Jährige, der dem Tennis-Herrenteam 65 angehört, kürzlich 14 Interessenten. Als Vorsitzende der Boule-Abteilung fungiert Uschi Schlömer. Reinhard Pfannkuchen ist ihr Stellvertreter.

Spiele am Montag und Mittwoch

Die Spieler treffen sich montags ab 18 Uhr und mittwochs ab 17 Uhr zur „Schweinchen-Jagd“ auf der Anlage des DLW-Sportvereins. Eventuell, sagt Jersch, werde man demnächst noch einen Wochenend-Termin dazunehmen. Der Vorsitzende, dessen Verein Anfang des Jahres 88 Mitglieder angehörten („Ich peile die 100 an“) verweist auf die Vorzüge: „Es ist kein Leistungssport. Jung und alt können Boule spielen – das ganze Jahr über.“ Der Jahresbeitrag belaufe sich auf 50 Euro.