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Die neue Baustelle HSG Hude/Falkenburg startet in die Vorbereitung

Von Lars Pingel | 02.07.2015, 00:01 Uhr

Mit drei Neuen und viel Selbstvertrauen geht Drittliga-Aufsteiger HSG Hude/Falkenburg die neue Herausforderung an. Drei Einheiten pro Woche sind geplant.

Manchmal sind es Marginalien, die eine Größe veranschaulichen. Zum Beispiel die der Herausforderung, der sich die Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg stellen. Der Dachverband ihrer Sportart, der Deutsche Handball-Bund, hat auf seiner Internetseite einen eigenen Bereich für die 3. Liga, in der der Meister der Oberliga-Nordsee ab Sonntag, 20. September, 16.30 Uhr, als Aufsteiger antreten wird. Spielplan, Schiedsrichteransetzungen, Spielordnung – alles Sache des DHB. Die HSG muss also ziemlich weit oben angekommen sein. Ihr Trainer Thorsten Stürenburg beschrieb das so: „Die 3. Liga ist eine ganz andere Baustelle.“ Auf dieser sind 48 Teams in vier Staffeln tätig. Darüber treten nur noch 16 Zweit- und 14 Erstligisten an. Klar, dass die HSG, die seit Donnerstag wieder trainiert, die Saison 2015/2016 mit Respekt angeht. „Wir wollen in der Klasse bleiben“, sagte Stürenburg.

Die Neuen gleich dabei

Bangemachen gilt aber nicht. „Wir haben schon vor einem Jahr gesagt, dass wir, wenn wir aufsteigen, konkurrenzfähig sein wollen“, sagte Stürenburg. Ein Team, das nach 26 Oberliga-Partien 49:3 Punkte geholt hatte, darf das von sich behaupten und sich auf die nächsthöhere Liga freuen. Dort wird die HSG Hannover-Badenstedt in der Halle Am Huder Bach der erste Konkurrent sein.

Die Spielerinnen von Hude/Falkenburg gingen in Ganderkesee mit bester Laune in die erste Einheit. Das Warmmachspiel bestimmte Linksaußen Janna Müller. „Wir spielen schon einmal Fußball“, verkündete sie, als Stürenburg noch mit Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt war. Die Zugänge Svenja Stapoisky (Außen), die vom Oberligisten VfL Oldenburg III kam, und Kea Drewes (Rückraum), die zuvor für das A-Jugend-Bundesliga- und das Frauen-Drittligateam des VfL aufgelaufen war, spielten mit. Nur zuschauen konnte die dritte Neue, die eigentlich eine alte Bekannte ist: die verletzte Kreisläuferin Sonja Cordes, die wohl die gesamte Vorbereitung verpasst. Sie war schon von 2010 bis zum freiwilligen Rückzug 2012 mit der HSG in der 3. Liga aufgelaufen. Vor der vergangenen Saison wechselte sie ins Weser-Ems-Liga-Team.

Erst DHB-Pokal, dann 3. Liga

Den Plan, nach dem die HSG-Handballerinnen trainieren, hat Stürenburg zusammen mit dem bundesligaerfahrenen Coach Werner Bokelmann erarbeitet. Die beiden bilden künftig ein Trainer-Duo. Dreimal wöchentlich bitten sie ihre Spielerinnen in die Halle. Dazu kommen Testspiele, Trainings mit anderen Mannschaften und Turniere. Stürenburg lobte, dass sich die Spielerinnen während der Pause fit gehalten hätten: „Die Mannschaft weiß, worum es geht. Wir fangen nicht bei Null an.“

Das erste Pflichtspiel bestreitet Hude/Falkenburg schon 14 Tage vor dem Ligastart. Am Sonntag, 6. September, 16.30 Uhr, trifft das Team in der ersten Runde des DHB-Pokals auf die HSG Heidmark (Oberliga Niedersachsen), die im HVN/BHV-Finale gegen das Landkreis-Team verloren hatte. „Wir sind wie immer wunschlos glücklich“, sagte Stürenburg über die Auslosung. „Wir haben es uns hart erarbeitet, im DHB-Pokal zu spielen. Jetzt freuen wir uns darauf.“ Das Hauptaugenmerk gelte aber trotzdem der Partie gegen Badenstedt. „Der Pokal ist gut, um unter Wettkampfbedingungen zu analysieren, wo wir stehen“, bestätigte Bokelmann. „Es wird uns zeigen, was wir verbessern müssen.“ Diese Erkenntnisse werden auch die Tagesabläufe während eines Trainingslagers in Westerstede am folgenden Wochenende bestimmen, damit am 20. September eine gut aufeinander abgestimmte HSG-Kolonne ihre Arbeit an der ganz anderen Baustelle aufnimmt.