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Dionysos-Sommer-Cup 2018 Tur Abdin und SV Atlas gewinnen viele Erkenntnisse

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 08.07.2018, 22:56 Uhr

Beim Dionysos-Sommer-Cup 2018 belegen die Fußballer des SV Tur Abdin und SV Atlas die letzten beiden Plätze, die beiden besten Delmenhorster Vereine sind aber nicht unzufrieden. Tur-Abdin-Coach Christian Kaya freut sich trotz Personalnot über eine „gute Einheit“, SVA-Trainer Jürgen Hahn gefällt vor allem das „gute Defensivverhalten“. Das Turnier gewinnt Landesligist SV Brake vor Oberligist TB Uphusen.

Am Ende eines langen Turniertages in der prallen Nachmittagssonne von Düsternort schleppten sich die Fußballer des SV Tur Abdin Delmenhorst in ihrer letzten Partie gegen den SV Brake mehr schlecht als recht über den Hauptplatz des Stadions. Gegen die flinken Youngster des SV Brake liefen sie in der Endphase des Turnier fast nur noch hinterher. Als der Schiedsrichter das 0:2 gegen den Landesligisten und damit das letzte Gruppenspiel der Aramäer beim eigenen Dionysos-Sommer-Cup abgepfiffen hatte, suchten alle Spieler schnell den Schatten und kühle Getränke.

Ihr Trainer Christian Kaya war trotz der drei Niederlagen und dem letzten Gruppenplatz hinter dem SV Atlas Delmenhorst (3.), TB Uphusen (2.) und Brake (1.) dennoch nicht unzufrieden. „Das war ein guter Neustart in die Saison. Eine gute Einheit gegen starke Gegner“, fand er und freute sich über das „schöne Turnier“, bestens organisiert und mit rund 300 Zuschauern über den gesamten Tag verteilt sehr gut besucht.

Beim 0:2-Auftakt gegen den Stadionrivalen SV Atlas zeigte Tur Abdin eine taktisch disziplinierte Leistung mit einer guten, aggressiven Ordnung im Defensivverhalten. Auch in der Offensive waren gute Ansätze vorhanden. Atlas vergab erst zwei, drei Chancen, ehe Patrick Degen nach zwei schönen Spielzügen nur noch ins leere Tor einschieben musste (22./32.). Kaya sah dennoch „die beste Turnierleistung“.

Gegen eine ganz junge, bessere B-Elf des Oberligisten TB Uphusen kassierte Tur Abdin dann ein 2:4. „Das war nicht das, was ich mir spielerisch vorstelle“, sagte Kaya. „Auch zweikampfmäßig war das nicht so gut.“ Christian Stark traf nach einer Ecke zum 1:0 (24.), Manuel Celik nach einem Foulelfmeter später zum 2:2-Ausgleich (36.). Überragend bei Uphusen war in diesem Spieler der Delmenhorster in Diensten des TBU: Thomas Celik. Der Stürmer traf erst mit zwei strammen Flachschüssen (24./27.), dann per Elfmeter nach Foul an ihm (39.). Den Schlusspunkt setzte Ricardo Marafona da Costa ebenfalls per Foulelfmeter (40.).

Das 0:2 gegen den SV Brake durch Gegentreffer von Pierre-Steffen Heinemann (2.) und Melik Tuncer (19.) bezeichnete Kaya dann als „besseres Auslaufen“. Denn bei Tur Abdin waren auf Grund der Personallage die Akkus einfach leer. Aus dem 28-Mann-Kader war nur exakt die Hälfte anwesend. „Uns haben sieben potenzielle Stammspieler gefehlt“, sagte Kaya.

Unter anderem fehlten dem SVT Johannes Artan (Bänderiss, noch fünf Wochen Pause), Dennis Thüroff (Knie verletzt), Daniel Karli (privat verhindert), Simon Matta (Urlaub) sowie Justin Lentz und Cemil Yildiz (muskuläre Probleme). Torhüter Jens Dekarski musste im zwei Spiel verletzt ausgewechselt werden. Dazu sind Can-Dennis Blümel und George Celik (beide Meniskus-Probleme) angeschlagen. Coach Christian Kaya meint: „Unser wahres Gesicht werden wir erst in vier, fünf Wochen sehen können.“

SV Atlas probiert in der Viererkette viel aus

Sein ganzes Leistungsvermögen konnte Oberligist SV Atlas nach der ersten Trainingswoche naturgemäß auch noch nicht abrufen. Trainer Jürgen Hahn sprach nach dem Sieg über den Nachbarn Tur Abdin, der Niederlage gegen Brake (0:1) und dem Unentschieden gegen den Liga-Rivalen TB Uphusen (0:0) von „vielen Erkenntnissen“.

Positiv stimmte ihn der engagierte Auftritt gegen Uphusen. „Das war richtig gut“, fand Hahn. Vor allem weil nach einem langen Turniertag Kopf und Beine noch einmal richtig gefordert wurden. Beide Mannschaften schickten ihre Leistungsträger aufs Feld und schenkten sich in den 40 Spielminuten auch in den Zweikämpfen nichts, was auch die Gelb-Rote gegen Atlas-Antreiber Nick Köster untermauerte (35.).

„Defensiv hat mir das heute bei uns gut gefallen“, sagte Hahn. Einzige Ausnahme war das 0:1 gegen Brake durch einen Abstauber von Miklas Kunst, als die gesamte Defensive es mehrmals nicht schaffte, zu klären. In der Viererkette probierte Atlas alle möglichen personellen Konstellationen aus, auch das Aufbauspiel unter Druck gefiel Hahn. In der Offensive fehlten derweil teilweise die Präzision im Abschluss und die Automatismen. „Das ist aber auch noch normal“, fand Hahn – und machte sich ebenfalls auf die Suche nach einem schattigen Plätzchen.

SV Brake und TB Uphusen zufrieden

Beim SV Brake herrscht nach dem Turniergewinn derweil gute Laune. „Wir sind mehr als zufrieden.Das war nach drei Trainingseinheiten überraschend gut“, sagte Jürgen Damsch, der zusammen mit Gerold Steindor ein Trainer-Duo bildet. Ganz wichtig war unsere taktische Disziplin“, Der Landesliga-Aufsteiger, der seinen Kader im Sommer komplett umgekrempelt hat und nur noch ein halbes Dutzend Spieler behalten hat, überzeugte mit jugendlicher Frische, guter Abwehrarbeit und vor allem gefährlichen Umschaltspiel. Damasch sah vor allem „gute Läufe in die Tiefe“, mit denen auch Abdin und Atlas zu kämpfen hatte. Weil Brake neben den Siegen gegen die beiden Delmenhorster Stadionrivalen ein gerechtes 1:1 gegen Oberligist Uphusen holte, stand am Ende des Tages der verdiente Turniersieg.

Ein gelungenes Turnierfazit zog auch Uphusens Coach Fabrizio Muzzicato. „Wir hatten viele junge Spieler dabei. Ich bin zufrieden.“ Positiv fand er die Laufwege seines Teams, ausbaufähig sei hingegegen das Umschaltspiel. Und gegen Brake hätte man einfach „abgeklärter“ agieren müssen. Den langen Turniertag empfand Muzzicato grundsätzlich auch als teambuildende Maßnahme gut. „So wachsen wir als Team zusammen.“