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dk-Serie: Sportliche Rückblicke Als sich der Delmenhorster FC in seiner Blütezeit befand

Von Klaus Erdmann | 04.11.2017, 14:53 Uhr

Vor 15 Jahren legten die Badmintonspieler des Delmenhorster FC den Grundstein für den Regionalliga-Aufstieg. Mannschaftskapitän Frank Eilers blickt auf „extrem tolle Jahre“ zurück.

Vor exakt 15 Jahren, am 4. November 2002, hat das Delmenhorster Kreisblatt erfreuliches berichtet: „Spitzenreiter DFC auf einem sehr guten Weg.“ Gemeint war die erste Badmintonmannschaft des Delmenhorster Federball-Clubs, die die Oberliga-Tabelle nach der Hinrunde mit 12:2 Punkten und vor Tempelhof (11:3) Zähler) und Neustadt/Seelze (10:4) anführte. Um das Happy End vorwegzunehmen: Das Team beschritt diesen guten Weg bis zum Saisonschluss und brachte am 25. Januar 2003 mit einem 8:0 über die Berliner Lehrer und einem 4:4 gegen Verfolger Tempelhof den Meistertitel und den damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga unter Dach und Fach.

Das Aushängeschild des Delmlenhorster FC befand sich in der Blütezeit. „Es waren extrem tolle Jahre“, blickt Frank Eilers, seinerzeit Mannschaftsführer der erfolgreichen Truppe, zurück. „Das Highlight war natürlich der Aufstieg.“

Pole Marcin Sieminski nimmt 1000 Kilometer Anfahrtsweg in Kauf

Wenn man große Ziele erreichen will, kann eine gesunde Portion positive Verrücktheit nicht schaden. Oder wie soll man es bezeichnen, wenn ein Spieler einen Anfahrtsweg zurücklegt, der rund 1000 Kilometer lang ist? Zu einem Heimspiel, wohlgemerkt. Marcin Sieminski, ein junger Mann aus Polen, scheut im Herbst 2002, Anfang 2003 keine Strapazen: Warschau – Delmenhorst per Bus, Punktspiel, Delmenhorst – Warschau per Bus. „In seinem ersten Jahr ist er jedes Mal mit dem Bus gefahren“, sagt Eilers.

„Die Fahrt dauerte 20 Stunden. Es war eine Tortur und wenn er hier war, hat er erst mal gepennt“, ergänzt der Mannschaftskapitän. Während seiner Aufenthalte in Delmenhorst wohnt Sieminski bei Heinz-Günter Lange, dem Ende Februar verstorbenen langjährigen Vorsitzenden des DFC. Oder bei Heinz Bussmann, dem Marketingmanager. Oder bei Anja und Frank Eilers, den Mitspielern. „Marcin war bereits nach dem ersten Wochenende komplett in unserer Familie integriert“, sagt der Teamsprecher.

Apropos: Der DFC erweist sich als Verein mit Familienanschluss. Es geht familiär zu. Die Protagonisten treffen sich auch außerhalb der Badmintonhalle, verstehen sich gut. Frank Eilers: „Einige von uns kannten sich lange. Der Zusammenhalt war sehr gut.“ Die Frage, ob darin ein Grund des Erfolges zu sehen sei, bejaht er.

Besagter Erfolg führt dazu, dass sich Badminton in Nachbarschaft der Großen wie Fuß- und Handball prächtig behauptet. Sponsoren unterstützen das Team und zu den letzten beiden Spielen der Hinrunde der Saison 2002/03 strömen 80 Besucher in die Willmshalle. „Rekord“, meldet das dk. „Zuvor, in der Aufstiegsrunde zur Oberliga, waren es sogar 150 Zuschauer“, betont Eilers. Nachdrücklich stellt er die Verdienste von Lange und Bussmann heraus.

DFC beendet erste Regionalliga-Saison als Dritter

DFC bleibt auf einem guten Weg. Die erste Regionalliga-Spielzeit beendet er als Nummer drei. 2005 folgt Rang sieben – Abstieg. Nach den Oberliga-Positionen zwei, sieben und fünf gelingt Delmenhorst 2009 erneut der Sprung in die Regionalliga. Ein Jahr später steigt man wieder ab.

Doch zurück zum November 2002, als der DFC den Grundstein für künftige Höhenflüge legt. Vereinschef Lange sagt, dass die Erwartungshaltung nach der Verpflichtung von Marcin Sieminski hoch gewesen sei. Und er sagt, dass die Hoffnungen in Erfüllung gegangen seien. Und „H. G.“ sagt, dass man Platz eins als „schöne Momentaufnahme“ betrachte. Ein weiterer Pluspunkt: Beim DFC bleiben sie auf dem Teppich. Diesen verlassen Spielerinnen und Spieler in Form von Luftsprüngen im Januar 2003 zeitweise. Sie feiern den Aufstieg in die Regionalliga. Gebührend.

Verbindungen der Spieler bleiben bestehen

Später drängen Familien und Berufe den Badmintonsport in den Hintergrund. Eilers: „Wir waren beruflich stärker eingespannt und drifteten auseinander“. Es sei immer schwerer geworden, die Mannschaft zusammenzuhalten.

Gleichwohl sind die Verbindungen bestehen geblieben. „Zu Marcin Sieminski hatte ich während der letzten Woche Kontakt. Er hat mit ein Bild von seiner Familie geschickt“, berichtet Eilers. Neben ihnen gehörten Anja Eilers, Martina Oestmann („Sie lebt in Hannover und ist Anjas beste Freundin“), Finn Kornau (arbeitet als Orthopäde in Cuxhaven), Julia Lange (wohnt in Buchholz), Tim-Alvermann (lebt in Hamburg) und Tim-Christian Fandrich (wohnt in Cuxhaven) der DFC-Mannschaft der Saison 2002/03 an. Anja Eilers & Frank Eilers sowie Fandrich startenheute für den Landesligisten DFC I.

Unser Gespräch und damit verbundene Erinnerungen bringen Frank Eilers auf eine Idee: „Eigentlich müssten wir uns mal wieder treffen.“ Es ist davon auszugehen, dass seine Idee auf Gegenliebe stößt. Es ist auch davon auszugehen, dass Marcin Sieminski aus Polen anreist. Den Weg kennt er ja.