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DK-Serie: Sportliche Rückblicke Freizeit-Fußballteam des DTB steht seit 30 Jahren

Von Lasse Bahlmann, Lasse Bahlmann | 10.09.2017, 10:33 Uhr

Als am 12. Juni 1987 das 75-jährige Bestehen der Fußballabteilung des Delmenhorster TB gefeiert wurde, spielten einige Vorstandsmitglieder gegen ein SPD-Team. Dreißig Jahre später besteht die DTB-Mannschaft noch immer.

Vor 30 Jahren, genau am 12. Juni 1987, wurde zum ersten Mal ein Spiel der Freizeitmannschaft des Delmenhoster Turnerbundes angepfiffen. Anlässlich des 75-jährigen Bestehens der DTB-Fußballabteilung sollte eine Vorstandsmannschaft des Clubs gegen ein Team aus dem Rathaus antreten. Erster Gegner wurde die SPD-Ratsfraktion, für den unter anderem auch noch der damalige Oberbürgermeister Jürgen Thölke auflief.

„Die SPD stand dem DTB näher als anderen Vereinen“, erzählt Jürgen Schulenberg. Er gehörte damals dem Politikerteam an. Über diese Begegnung fand er den Weg in den Verein und dessen Freitzeitmannschaft, die bestehen blieb. Schulenberg ist seitdem ein fester Bestandteil des Freizeitteams. Dass dieses noch 30 Jahre bestehen und viele Erlebnisse und Erinnerungen hervorbringen sollte, ahnte damals niemand. Das Ergebnis war nebensächlich: „Ich glaube, das Spiel ging Unentschieden aus.“

Aus Anlass des 30-jährigen Bestehens gab es am Freitagabend eine Neuauflage dieses Duells. Außer Jürgen Schulenberg standen noch drei weitere Spieler der ersten Stunde im Aufgebot des Freizeitteams: Ralf Mackowiak, Hannes Kleinwechter und Fredo Kohlstruk.

Viele Erinnerungen und Erlebnisse

Während der zurückliegenden 30 Jahre hat die Mannschaften einiges erlebt, und es haben sich viele Freundschaften entwickelt. Nach dem Mauerfall 1989 und der anschließenden Städtepartnerschaft zwischen Delmenhorst und Eberswalde entstand Kontakt zwischen der Freizeitmannschaft und eines Teams eines Fleischkombinats aus Eberswalde (heute PSV Union Eberswalde). Bis vor zwei Jahren standen auch zwei jährliche Besuche auf dem Plan, einer in Delmenhorst und einer in Eberswalde, doch einige der damaligen Spieler sind nicht mehr aktiv oder verstorben.

Eberswalde war nicht das einzige Ziel der Mannschaft. Ein Urlaubsrückkehrer hatte beispielsweise in Obertrubach in der fränkischen Schweiz Kontakte geknüpft und stellte ein Spiel auf die Beine. Ein anderes Mal reiste das Team nach Nesselried, kurz vor der französischen Grenze. Auch im dänischen Kolding trat das Team an. Bereits 1988 spielte es dort. Und: Seit knapp zehn Jahren geht die Truppe einmal im Jahr zu einem Auswärtsspiel des SV Werder Bremen, inklusive langem Wochenende und Kulturbesuch in der Stadt. Besonders in Erinnerung geblieben sind Dortmund, Frankfurt und Nürnberg.

Neue Spieler sind immer herzlich willkommen

Das Team, das als fester Bestandteil des DTB gilt, freut sich außerdem immer über neue Mitspieler. „Das können auch gerne Leute sein, die vor zehn Jahren mal gespielt haben. Aber sie sollten altersmäßig schon reinpassen“, sagte Schulenberg. Getroffen wird sich jeden Freitag. Es gibt in der Mannschaft die Regel, dass man dreimal kommen darf und danach der inoffizielle „Ältestenrat“, bestehend aus den dienstältesten Spielern, entscheidet, ob man dabei bleibt. „Ich kann mich aber nicht erinnern, dass mal jemand abgelehnt wurde“, sagte Schulenberg und fügte sofort hinzu: „Mit steigendem Alter finden wir immer weniger Gegner, und sich von 25-jährigen eine 0:7-Klatsche zu holen macht ja auch keinen Spaß.“

Noch vor zwei Jahren spielte das Team an 50 der 52 Freitage des Jahres. Bei 49 Spielen dabei: der inzwischen verstorbene Heini Jahn. Schulenberg sagte, er sei ein „Terrier auf dem Platz“ gewesen und mit 70 Jahren Vereinsmitgliedschaft eine „wahre DTB-Legende“.

Vorfreude auf das Spiel

Auf das Spiel gegen die Mannschaft der SPD freute Schulenberg sich, auch wenn das SPD-Team deutlich jünger war. „Der Altersdurchschnitt wird bei uns bei über 60 Jahren liegen. Wir haben einen oder zwei Spieler, die jünger sind.“ Doch es ging erneut nicht um das Ergebnis, sondern rein darum, das legendäre Duell von vor 30 Jahren wieder aufleben zu lassen.