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dk-Serie: Sportliche Rückblicke Jürgen Schellenberger ist seit 25 Jahren Vorsitzender

Von Vera Benner, Vera Benner | 05.03.2017, 10:44 Uhr

Vor rund 40 Jahren wurde der Delmenhorster Jürgen Schellenberger ins kalte Wasser geworfen: Von diesem Zeitpunkt an trainierte er im einstigen Kraftsportverein die Faustkämpfer. Vor rund 25 Jahren übernahm er dann auch den Vorsitz und entwickelte aus dem Club den Verein Fun-Sports.

Mit dieser Entwicklung hätte im Jahre 1893, bei der Gründung des Kraftsportvereins Vorwärts Delmenhorst, wohl niemand gerechnet: Knapp 124 Jahre später ist aus dem Boxclub ein kleiner, aber erfolgreicher Fun-Sports-Verein geworden. Den wohl größten Anteil an diesem Wandel besitzt der Delmenhorster Jürgen Schellenberger, der im Februar 1977 durch einen Freund auf den damaligen Boxclub aufmerksam wurde. Aus den anfänglichen Trainingseinheiten entwickelte sich schnell ein großes Vertrauensverhältnis zu Trainern und dem Vereinsvorstand. „Der damalige Vorsitzende Heinz Bolte und ich hatten ein väterliches Verhältnis“, erzählt Schellenberger. „Er hat mich, als er in Rente ging, gebeten, sein Erbe fortzuführen.“ Aus dem Boxclub wurde nach und nach ein Verein, der sich dem „Wohlfühlsport“ verpflichtet fühlt.

Wohlbefinden steht an erster Stelle

Den Leitgedanken des Vereins fasst Jürgen Schellenberger in einem Satz zusammen: „Sport und Freizeitaktivitäten mit gegenseitigem Respekt erleben und genießen.“ Im Schnitt 26 Mitglieder folgen dieser Devise. „Wir sind als Verein immer klein geblieben“, sagt der sportaffine Delmenhorster. „Respekt, Spaß und Wohlbefinden stehen bei uns an erster Stelle.“ Für Schellenberger, gelernter Manager für Logistik, ist der Sport eine Herzensangelegenheit. In seiner beruflichen Laufbahn bemerkte er früh, dass Sport der perfekte Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag ist. „Hierbei geht es nicht darum, sich komplett auszupowern oder zu schwitzen“, weiß er. „Die Menschen durch verschiedene Übungen zum Lachen bringen und einfach zwischendurch die Muskeln, Sehnen und Bänder zu beanspruchen ist viel wichtiger.“ So entwickelte sich mit der Zeit ein moderner, auf die Bedürfnisse des Menschen eingehender Verein.

Ob Wohlfühlworkouts, Personaltraining oder Hallenfußball – Schellenberger spricht mit seinem Programm die verschiedensten Zielgruppen an. „Zum Hallenfußball kommen Väter mit ihren Söhnen“, erzählt er. „Von zwölf bis 57 Jahren ist wirklich alles dabei.“ Auch wenn das Konzept seines Vereins gut aufgeht, hat Schellenberger gerade für den Hallenfußball einen Wunsch: „Bei den Wohlfühlprogrammen sind die Frauen in der Überzahl, aber beim Hallenfußball ist aktuell keine Dame dabei. Hier würden wir uns über weibliche Unterstützung freuen.“

Schöne Räumlichkeiten

Die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Tätigkeit sind laut Schellenberger auch durch die „sehr gute Ausstattung der Räumlichkeiten“ gegeben. Neben Hallenfußball-Einheiten in der Sporthalle am Stadion in Delmenhorst bietet Schellenberger den Vereinsmitgliedern Trainingsstunden in der privaten „Sport-Lounge“ an. „Meine Sport-Lounge ist komplett mit Cardio- und Wellnessgeräten ausgestattet. Auch im Garten wurde eine tolle Wohlfühloase geschaffen“, sagt er. „Individuelle Termine sind nach Absprache möglich.“

Keine Kündigungsfrist

Sport in Verbindung mit Spaß und ohne Leistungsdruck ist etwas, das viele Menschen suchen. „Wir ziehen unsere neuen Mitglieder hauptsächlich durch Mundpropaganda an Land“, gibt der Wohlfühlcoach zu. „Wenn sich unsere Leistungen herumsprechen und dadurch neue Menschen in den Verein hineinschnuppern, ist es die beste Bestätigung.“ Unkomplizierte Eintrittsmöglichkeiten, kostenlose Probeeinheiten und keine Kündigungsfrist bescheren dem Verein immer wieder neue Mitglieder, auch wenn Schellenberger sagt, dass der „nicht auf Mitgliederzahlen angewiesen“ ist. „Bei uns wird Sport mit Niveau und vor allem mit Fairness betrieben. Das kommt bei den Menschen gut an“, fügt er hinzu.

Boxtraining immer noch im Programm

Auch nach 124 Jahren sind die Wurzeln des Vereins Fun-Sports Delmenhorst noch deutlich zu erkennen. „Wir arbeiten in unseren Einheiten auch mit Boxelementen, kämpfen gegen den Sandsack oder lassen die Frauen die Handschuhe anziehen und sich auspowern“, erklärt Schellenberger. Auch wenn er sich ab dem Jahr 2018 zusätzlich hauptberuflich im Wohlfühlsport etablieren möchte, stellt er eines klar: „Der Verein ist und bleibt mein Lebenselixier. Den größten Teil werde ich weiter ehrenamtlich erledigen.“