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dk-Serie: Sportliche Rückblicke Vor 15 Jahren: Badminton-Länderspiel in Delmenhorst

Von Klaus Erdmann | 04.09.2016, 11:50 Uhr

Vor 15 Jahren erlebt die Halle Am Stadtbad das Duell der deutschen mit der dänischen U19-Badminton-Mannschaft – organisiert vom Delmenhorster Heinz Bußmann.

Delmenhorst. Während des Gesprächs kramt Heinz Bußmann immer wieder in seinem mit Geschichten üppig gefüllten Fundus. Der Delmenhorster, routinierter und gefragter Veranstaltungskaufmann und Event-Manager, der bereits 1981 den Weg in die Selbstständigkeit einschlug, hat viel zu erzählen. Er hat Stadt- und andere Feste organisiert, Musiker produziert und Künstler gemanagt und immer wieder Sportveranstaltungen auf die Beine gestellt. Badminton-Länderspiele beispielsweise. Am 29. August 2001, vor fast genau 15 Jahren also, präsentierte der 63-jährige Bußmann den Vergleich der U19-Mannschaften Deutschlands und Dänemarks. In der Halle Am Stadtbad.

Mehrere hundert Zuschauer in Delmenhorst

Das Delmenhorster Publikum – 250 Zuschauer verfolgten das Spiel – erlebten seinerzeit die Auftritte der „beiden besten U19-Nationalmannschaften Europas“ (Zitat Delmenhorster Kreisblatt vom 30. August 2001). Die Dänen besiegten die Deutschen, bei denen der ehemalige Deutsche Meister Detlef Poste als Cheftrainer fungierte, mit 6:1. Die Zuschauer erlebten eine interessante Partie und Bußmann sein mittlerweile neuntes Länderspiel.

Im Frühjahr 2003 machte er erneut in Delmenhorst Station. In seinem 18. Ländervergleich setzte sich die deutsche U19-Vertretung am 8. April gegen die Alterskollegen aus den Niederlanden vor 300 Zuschauern mit 5:2 durch.

Bußmann findet spät zum Badminton

Der engagierte Macher kam relativ spät zu seiner Leidenschaft Badminton. Er wurde im rheinländischen Jülich geboren und lebte in Syke, Bremen und Stuhr, ehe es ihn nach Delmenhorst verschlug. Bußmann widmete sich dem Fußball, vertrat den SV Tungeln und Eintracht Bremen als Schiedsrichter. Im Alter von 43 Jahren begann er, Badminton zu spielen. Bekannte überredeten ihn: „Komm doch mal mit“, sagten sie. Der Badmintonsport faszierte und fasziniert ihn immer noch.

Früher habe er Sportmarketing „in Ansätzen“ betrieben. Zu einem späteren Zeitpunkt stellte er sich eine Frage: „Auf welche Sportart hast du Lust?“. Er habe eine Nische gesucht. Als Badmintonspieler des alten SV Atlas lud er zum zehnjährigen Bestehen der Abteilung vier Topspieler ein. Bußmann moderierte die Showmatches. „Vor 350 Zuschauern in der Stadtbadhalle“, sagt er.

2017 soll 100. Länderspiel folgen

Der Grundstein war gelegt. Im Juni 1999 traf er sich in Delmenhorst mit Poste. Der Bundesjugendtrainer unterbrach seine Reise zur Weltmeisterschaft in Kopenhagen in Delmenhorst. Aus der geplanten kurzen Unterhaltung wurde ein Vier-Stunden-Gespräch. Am 5. Oktober veranstaltete Bußmann 1999 in Bremen sein erstes von mittlerweile 94 Länderspielen. Vor 1400 Zuschauern siegten die Deutschen gegen die Schweden mit 3:2.

Badminton-Länderspiele und vieles mehr. Bußmann arbeitete viel. Im Dezember 2012 erlitt er einen Herzinfarkt. Es folgte ein Herz-OP. Er sagt: „Die Ärzte und Kardiologen haben mir geraten, Veranstaltungen mit überproportionalem Stressfaktor aufzugeben.“ Er folgte dem Rat. Im Bereich Sportmarketing habe er sich fortan Veranstaltungen mit großem Spaßfaktor, bei denen aber auch eine gewisse Wirtschaftlichkeit gegeben sein musste, gewidmet.

Mittlerweile bewegt sich Bußmann im Badminton auch auf anderen Wegen. Am Samstag, 10. September, 16 Uhr, präsentiert er in Cloppenburg das Bundesligaspiel 1. BV Mühlheim – 1. BC Bonn-Beuel und damit Weltklasse-Aktive. Für eine Showveranstaltung mit fünf Superstars der Branche sucht er eine Halle, die 2500 Zuschauern Platz bietet.

Auf dem Konto von Bußmann, der auch fünf Jahre lang die Badmintonspieler des Delmenhorster FC gemanagt hat („Wir sind nur knapp am Aufstieg in die 2. Bundesliga gescheitert“), werden sich Ende des Jahres 97 Badminton-Länderspiele befinden. 2017 will er das 100. Event organisieren. Gerne natürlich in der Region. Später will er seine Erfahrungen weitergeben. „Aber noch denke ich nicht an den Ruhestand“, sagt Heinz Bußmann.