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dk-Serie: Sportliche Rückblicke Vor 25 Jahren: TV Hude steigt in die Landesliga auf

Von Elisabeth Wontorra | 01.11.2015, 10:17 Uhr

1990 schaffte es der TV Hude, in die Tischtennis-Landesliga aufzusteigen und sich den Titel zu holen. Mit dabei war der damals 20-jährige Marco Stüber, der noch immer beim TV Hude in der ersten Mannschaft aktiv ist.

Eine ganz normale Saison. So betitelt Marco Stüber den Landesligaaufenthalt 1990/1991. Er war dem TV Hude aus der Bezirksoberliga dorthin aufgestiegen. „Die Landesliga war aber nur eine Zwischenstation. Wir hatten vorher einen Marsch durch drei Ligen hingelegt und wollten so weit wie möglich kommen“, erzählt er.

Im September 1990 startete zum ersten Mal ein Team des TV Hude in der Landesliga. Und zwar perfekt: Bereits am dritten Spieltag bezwangen die Huder den Mitfavoriten auf den Titel, den MTV Jever, mit 9:5. Da sie zuvor mit 9:1 gegen den TTC Nordhorn und mit 9:4 bei SW Oldenburg II gewonnen hatten, waren sie Tabellenführer. Am fünften Spieltag mussten Stüber, der seitdem er ein Jahr alt war, Mitglied beim TVH ist und mit sieben mit dem Tischtennis begann, und seine Teamkollegen kurz auf die Euphoriebremse drücken. Im November verloren sie mit 7:9 beim TTC Delmenhorst in der Pestalozzi-Halle. Vor rund 150 Zuschauern (damaliger Rekord für ein Tischtennis-Punktspiel in Delmenhorst) steckten sie ihre einzige Niederlage in der gesamten Saison ein und rutschten hinter Jever und den TTC auf Platz drei ab.

Marco Stüber mit starker Bilanz

Der TVH ließ sich davon aber nicht beirren. Er gewann die folgenden Spiele und stand in der Halbzeittabelle im Dezember 1990 mit 16:2 Punkten vor dem MTV Jever (15:3) und dem TTC Delmenhorst (14:4). Stüber hatte im Einzel neun seiner zwölf und im Doppel fünf seiner acht Spiele gewonnen.

In der Rückrunde konnte keiner die Huder stoppen. Auch der TTC Delmenhorst nicht. Am 16. Spieltag gewann das Team um Stüber mit 9:5. Spätestens jetzt konnten die Huder ihren Aufstieg feiern. Auf die faule Haut legten sie sich aber nicht: Sie gewannen auch die letzten zwei Spiele und verbuchten am Ende 34:2 Punkte. Und ihre Erfolgsgeschichte ging weiter. „Das Highlight war die Regionalliga. Damals war das die dritthöchste Liga“, sagt der heute 45-jährige Stüber.

Nach dem Aufstieg folgt der jähe Absturz

„Unser Ziel, so hoch wie möglich zu kommen, hatten wir erreicht. Und dann kam der jähe Absturz“, erzählt Stüber.

Damals hatte sein Verein eine andere Philosophie als heute: „Früher wollte man Ziele mehr über Geld erreichen. Heute ist es die Verbundenheit zum Verein.“ Die schafft der TVH, indem er optimale Rahmenbedingungen bietet. Der TV Hude sei „einer der wenigen Klubs“, die den Spielern kein Geld zahle. Er zeichne sich durch qualitative Breite aus. Die Ziele sind bodenständiger geworden: „Wir wollen das Niveau halten. Nicht nur das der ersten Mannschaft, sondern das von allen Teams. Wir wollen weiter mit zu den größten Tischtennisvereinen in Niedersachsen zählen.“

In den vergangen 25 Jahren hat sich einiges geändert. Vor allem formal durch die Regeln. „Damals haben wir bis 21 gespielt, heute nur bis elf. Außerdem ist der Sport etwas fairer geworden. Früher gab es mehr Reibereien“, erzählt Stüber. Auch ist Tischtennis seiner Meinung nach athletischer geworden. Der 45-Jährige hat davon noch nicht genug: „Ich will mein Niveau so lange wie möglich halten.“

Marco Stüber spielt bereits seine 33. Saison in Hude

Er sei, erzählt Stüber, „in meiner 33. Ehrensaison. Ich kann mich nicht an alle Saisons erinnern, erst recht nicht an alle Spiele.“ Aber eines ist ihm aus der erfolgreichen Landesliga-Saison, die im September vor 25 Jahren begonnen hatte, ganz genau im Gedächtnis geblieben: „Wir hatten das deutliche Ziel aufzusteigen und wir haben massiv an der Umsetzung gearbeitet.“ Im Frühjahr 1991 hatte das TVH-Team sein Ziel erreicht.