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dk-Umfrage unter den Kreisligisten Das sagen die 16 Trainer zur Kreisliga-Saison

Von Andreas Bahlmann, Andreas Bahlmann | 12.06.2017, 11:11 Uhr

Die Saison in der Fußball-Kreisliga Oldenburg-Land/Delmenhorst hatte viel zu bieten. Die Trainer der 16 Vereine ziehen in einer dk-Umfrage ihr Fazit.

Landkreis/Delmenhorst. Die Fußball-Kreisliga hat in den vergangenen Jahrzehnten immer spannende Schlagzeilen produziert, mal durch dramatische Titelrennen, dann wieder durch rekordverdächtig viele Platzverweise und Trainerwechsel. In dieser Hinsicht war die abgelaufene Saison vergleichsweise ruhig, nur vier Vereine tauschten ihre Übungsleiter aus, die Meisterschaft des SV Baris war souverän – und fair ging es meist auch zu: Nach den 103 Feldverweisen der Vorsaison kamen die Schiedsrichter dieses Mal mit 58 aus. Das dk hat die 16 Tainer nach ihrem Resümee befragt, verteilt auf drei Fragen:

1.: Was hat Sie gefreut?

2.: Was hat Sie geärgert?

3.: Ihr persönliches Fazit?

1. Platz – SV Baris – Trainer: Önder Caki

1. Mich hat gefreut, dass alles, angefangen von der Vorbereitung bis zum erfolgreichen Abschluss, so gut geklappt hat. Jeder im Verein und im Team hat seinen Teil dazu beigetragen und viel dafür getan.

2. Mich hat geärgert und ärgert immer noch, dass der eine oder andere Spieler, der in der Winterpause zu uns kam, sich nicht in die Mannschaft eingefügt hat und auch jetzt wieder gehen will.

3. Wir haben alle an einem Strang gezogen. Ich bin rundum zufrieden mit dem Verlauf der Saison.

2. Platz – TSV Ganderkesee – Trainer: Ronald Feist

1.: Mich hat gefreut, dass wir mit dieser kleinen Mannschaft, die nur aus einem 16-Mann-Kader besteht, Vizemeister geworden sind.

2.: Dass wir nicht aufgestiegen sind. Es ist ärgerlich, wenn der Zweite nicht mit aufsteigen kann.

3.: Wir haben für unsere limitierten Verhältnisse wirklich gute Spiele abgeliefert. Die Unterstützung des Vereins war schon großartig, im sportlichen Bereich besonders durch die U23 und die A-Jugend. Die Zusammenarbeit mit „Didi“ (TSV-Vereinsvorsitzender Andreas Dietrich) klappte einfach hervorragend.

3. Platz – VfR Wardenburg – Trainer: Jörg Beckmann

1.: Mich hat gefreut, dass wir mit einer jungen Mannschaft eine gute Saison gespielt haben mit dem dritten Tabellenplatz und dem Gewinn des Kreispokals.

2.: Ärgern tun sich nur die, die die Ziele verpassen. Deswegen kann ich mich nicht ärgern.

3.: Über die Saison gesehen wäre noch mehr möglich gewesen. Ich hinterlasse ein intaktes, gut ausgebildetes Team und hoffe, dass der neue Trainer die Arbeit fortsetzt.

4. Platz – TV Munderloh – Trainer: Ralf Eilenberger

1.: Mich hat die Entwicklung mancher A-Jugendlicher und das Halbfinale bei der Hallenmeisterschaft gefreut.

2.: Geärgert hat mich, dass wir zu viele Leistungsschwankungen hatten. Das hat uns Punkte gekostet.

3.: Die Liga ist sehr ausgeglichen. Bei Huntlosen hat mich gewundert, wie komplett sie gespielt haben. Meister Baris war eine große Überraschung.

5. Platz – FC Huntlosen – Trainer: Andree Höttges

1.: Mich hat gefreut, dass die Mannschaft eine so gute Saison gespielt hat, trotz meiner kurzfristigen Übernahme. Lob an das Schlusslicht Hicretspor, das sich immer fair verhalten hat, und an die Schiedsrichter.

2.: Mich ärgerte die viele Diskutiererei und das viele Gerede mit den Schiedsrichtern bei einigen Mannschaften.

3.: Ich denke schon weiter. Die nächste Saison wird umso schwerer, da gilt es, sich zu beweisen.

6. Platz – TSV Ippener – Trainer: Chawkat El-Hourani

1. Es war gut, dass wir nach meinem Einstieg die Kurve gekriegt haben. Mit dem sechsten Platz in der Liga bin ich zufrieden.

2. Das verlorene Kreispokalfinale, das tut immer noch weh. Die Enttäuschung wird auch noch lange andauern.

3. Es hat zwei Gesichter: das lachende der Liga und das traurige des verlorenen Pokals. Bei einem Dorfverein wie Ippener kannst Du in Ruhe arbeiten, das macht Spaß.

7. Platz – TSV Großenkneten – Trainer: Klaus Delbanco

1.: Mich hat gefreut, dass wir uns in der Rückserie so positiv entwickelt haben und sich das auch in Punkten niedergeschlagen hat.

2.: Mich ärgerte, dass wir es immer noch nicht hinkriegen, unsere guten Leistungen über die komplette Saison abzurufen.

3.: Unsere Zielsetzung, Platz fünf bis acht, haben wir souverän erreicht und dazu zwei A-Jugendliche integriert.

8. Platz – TuS Heidkrug – Trainer: Selim Karaca

1.: Mich freut, dass wir die fairste Mannschaft der Liga sind.

2.: Wir haben in bestimmten Spielen die uns selbst auferlegte Fairness nicht eingehalten und diese Undiszipliniertheit hat mich geärgert.

3.: Wir sind mit Heidkrug auf dem richtigen Weg. Wir haben jetzt mehrere Herrenmannschaften und eine gut funktionierende Nachwuchsarbeit in unserer Jugendabteilung – das war vor zwei Jahren noch nicht so.

9. Platz – Harpstedter TB – Trainer: Jörg Peuker

1.: Das, was mich freut, hat Achternmeers Trainer Andre Haake nach dem Spiel gegen uns am besten auf den Punkt gebracht. Er sagte, dass sein Team gegen eine der spielstärksten Mannschaften der Liga gespielt habe.

2.: Die spielerische Umstellung bei uns hat länger gedauert als gehofft. Da waren zu viele Spiele dazwischen, die einfach mistig waren.

3.: Die Saison ist okay – von der Tabelle abgesehen.

10. Platz – TV Dötlingen – Trainer: Markus Welz

1.: Wir haben unser Saisonziel, den Klassenerhalt, erreicht. Die Highlights waren die Derby-Siege, der Sieg gegen Baris und der Miami-Aufenthalt in der Winterpause.

2.: Mich ärgerten die vielen Ausfälle. Das hat uns wohl ein bis zwei Plätze in der Tabelle gekostet.

3.: Ich bin eigentlich zufrieden. Ich mache auf jeden Fall mindestens eine Saison weiter.

11. Platz – Ahlhorner SV – Trainer: Bernd Meyer

1.: Mich hat gefreut, dass wir nach schlechten Phasen immer wieder aufgestanden sind.

2.: Mich ärgerte die fehlende Konstanz, dass wir es einfach nicht hinbekommen haben, mal mehrere Spiele hintereinander die gute Leistung zu halten.

3.: Wir machen weiter. Es war eine durchwachsene Saison und wir sind hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Ich hoffe, dass die Mannschaft und auch wir als Trainer daraus lernen.

12. Platz – SVG Berne – Trainer: Michael Müller

1.: Gefreut hat mich der gute Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft, die seit Jahren schon eng zusammensteht.

2.: Geärgert hat mich die Rückserie, in der wir einfach zu viele Torchancen liegen gelassen haben, was uns viele Punkte gekostet hat.

3.: Ich baue weiter auf meine Mannschaft und freue mich, mit den Jungs noch mindestens die nächsten drei Jahre anzugehen.

13. Platz – TV Jahn – Trainer: Andreas Busch

1.: Mich hat gefreut, dass wir in der Liga geblieben sind und ich positives Feedback von anderen Seiten und alle Unterstützung aus dem Verein bekomme.

2.: Mich ärgert, dass wir die einstelligen Tabellenplätze aus den Augen verloren haben.

3.: Ich bin zufrieden, auch wenn ich taktisch gern mehr herausgeholt hätte. Ich mache auf jeden Fall weiter.

14. Platz – SV Achternmeer – Trainer: Andre Haake

1. Mich hat gefreut, dass wir den Klassenerhalt trotz unserer ganzen Langzeitverletzten recht souverän perfekt gemacht haben.

2. Geärgert hat mich eigentlich gar nichts.

3. Es war ganz schwierig nach dem Trainerwechsel und der Auftakt-Niederlagenserie. Nun lasse ich meinen Spielerpass in Achernmeer, werde aber nur bei höchster Not zur Verfügung stehen, weil das Handballspielen bei der HSG Delmenhorst für mich absolute Priorität hat.

15. Platz – VfL Wildeshausen II – Trainer: Arend Arends

1.: Mich freute der große Zusammenhalt meiner Mannschaft, obwohl wir eine schlechte Saison gespielt haben. Das war nicht selbstverständlich.

2.: Mich ärgern natürlich die sportlichen Ergebnisse. Leider war das schon zu Saisonbeginn, durch den Abgang zu vieler und auch wichtiger Führungsspieler, abzusehen. Wir hatten zu viele Spiele mit einer fehlenden oder mangelnden Einstellung und zu viele Verletzte.

3.: Es war eine gebrauchte Saison für uns alle im Verein. Die erste Herrenmannschaft, die zweiten Herren, die Damen-Mannschaft und die A-Jugend – alle Teams sind abgestiegen.

16. Platz – KSV Hicretspor – Trainer: Timur Cakmak

1. Mich hat gefreut, dass der TV Jahn, mit dem ich in die Saison gestartet war, den Klassenerhalt geschafft hat. Bei Hicretspor werden wir als Mannschaft zusammenbleiben, obwohl meine Trainer-Tätigkeit im Verein nur bis zum Ende der Saison vereinbart war. Die Spieler haben mich gefragt und mich überzeugt, ich mache weiter. Wir haben uns bis zum Ende der Saison gut präsentiert, das war gut und wichtig für den Verein und auch für mich.

2. Mich haben diese überflüssigen Niederlagen geärgert, weil wir zu viele Spiele so spät in den letzten Minuten noch abgegeben haben. Dieser Abstieg ist ärgerlich und überflüssig.

3. Hicretspor war mein erster Verein, wir hätten eigentlich nicht absteigen dürfen. Wir waren bislang der HSV der Kreisliga, immer dabei, nun hat es uns doch erwischt.