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DLW-Triathleten Drei Einzelsportler glänzen als ein Team

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 15.05.2016, 18:02 Uhr

Schwimmer Mirco Czienskowski, Rennradfahrer Christoph Magda und Läufer Dieter Kreuzer stehen für drei unterschiedliche Sportarten – und sind als Triathlon-Team der Delmenhorster Firma DLW dennoch nur schwer zu schlagen.

Im August 2012 fing alles irgendwie recht spontan an. „Lass uns doch einmal ’was Gemeinsames machen“, dachte Dieter Kreuzer und blickte dabei auf seine Arbeitskollegen Christoph Magda und Mirco Czienskowski. Rennradfahrer Magda und Schwimmer Czienskowsi sind wie Läufer Kreuzer seit Jahren Leistungssportler. Wie sich ihre drei Einzelsportarten für einen Mannschaftswettbewerb zusammenführen ließen, lag angesichts dieser Kombinationen auf der Hand: im Triathlon. Gleich bei ihrem gemeinsamen Start beim City-Triathlon 2012 in Bremen lief das Trio, das beim Delmenhorster Unternehmen DLW arbeitet, im Firmenwettbewerb auf Platz eins – und der schier endlose Erfolgshunger des DLW-Triathlons-Teams war damit geweckt. (Weiterlesen: Delmenhorster DLW-Staffel gewinnt Hannover-Triathlon)

„Wir drei harmonieren prächtig und haben alle drei den selben sportlichen Ehrgeiz“, sagt Kreuzer und zeigt dabei auf den dicken Ordner, in dem er die Erfolge des Trios in den vergangenen vier Jahren inklusive aller Zahlen, Daten, Fakten und Rekorde mit viel Liebe zum Detail abgeheftet hat. Platz eins beim Bären-Triathlon 2012 in Bad Zwischenahn, der Sieg beim Triathlon Dammer Berge 2015 in Holdorf oder der herausragende Doppelserfolg beim Silbersee-Triathlon 2015 in Stuhr über die olympische Distanz (1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, 10 Kilometer Laufen) und (!) den Sprintwettbewerb (750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen): Diese Erfolge macht das DLW-Trio stolz – und spornt es zu Höchstleistungen an. Auch deshalb: „Jeder Wettkampf hat seinen eigenen Reiz“, sagt Czieskowski und spricht mit einem Strahlen im Gesicht etwa vom besonderen Flair des Bremen-Triathlons. (Weiterlesen: Delmenhorster DLW-Staffel feiert Doppelsieg)

Triathlon-Erfolge keine Selbstverständlichkeit

Selbstverständlich seien die Erfolge für die Firmenstaffel aber nicht gewesen, betont Kreuzer. „Wir wurden anfangs schon belächelt und von anderen Staffeln vielleicht auch ein wenig unterschätzt“, sagt Kreuzer und lacht. Denn mit den jeweils 52-jährigen Magda und Kreuzer sei DLW „schon ’ne alte Staffel“, schmunzelt der 21-jährige Czienskowski. Allerdings eine Staffel mit drei Individualisten, die in ihren Kernsportarten ihren Gegnern davon schwimmen, fahren oder laufen. (Weiterlesen: Delmenhorster DLW-Staffel gehört zu den Favoriten)

Mirco Czienskowski kommt aus einer Schwimmer-Familie, trat 2002 dem DSV bei und trainiert mehrmals die Woche. Als Staffel-Starter schimmer er „am liebsten von vorne weg“, sagt Czienskowski, der früher auch beim DTB im Fußball-Tor stand.

Schwierige Verhältnisse auf Rennstrecke spielten Christoph Magda in die Karten

Er übergibt meistens als Führender der Staffeln an seinen Kollegen Christoph Magda. Der Rennradspezialist fuhr früher für die polnische Nationalmannschaft. Seine Disziplin ist jene, auf der eine Staffel am meisten Vorsprung herausholen kann. Magda liegt deshalb die olympische Distanz auch mehr als der Sprintwettbewerb. Sein Motto: „Je schwieriger die Verhältnisse desto besser ist das für mich“, schmunzelt der Mann mit der kräftigen Statur, der mit den Delme-Cyclern (ebenfalls DLW) fast täglich auf den Straßen in Delmenhorst und Umgebung fährt.

Das letzte Drittel übernimmt dann Dieter Kreuzer. Der Mittelstreckenläufer, der früher 15 Jahre lang für den Hockey-Club Delmenhorst spielte und seit 2005 für Eintracht Delmenhorst startet, hat die Aufgabe, die Staffel ins Ziel zu laufen. Auf welchem Rang er das gemacht hat, das wissen Kreuzer, Magda und Czienskowski manchmal erst nach Bekanntgabe der Ergebnisse. Denn neben den Firmenwertungen gibt bei den Triathlon-Veranstaltungen meistens noch zahlreiche andere Wettbewerbe und Kategorien. „Da ist es gar nicht so leicht, den Überblick zu behalten“, lacht Kreuzer. (Weiterlesen: Delmenhorster Duathlon-Staffel belegt Platz zwei)

Vorbereitung auf die Wettkämpfe ist wichtig

Umso wichtiger ist für das DWL-Tri-Team eine akribische Vorbereitung auf die Wettkämpfe – auch, weil das Trio nie zusammen trainiert. Im Vorfeld der Wettbewerbe sprechen sich die Starter genau untereinander ab, inspizieren die Strecken, Abläufe, örtliche Gegebenheiten und notieren sich auch die Starternummern der Konkurrenten. Kreuzer betont: „Triathlon als Staffel-Wettbewerb ist auch eine Kopfsache.“ Man müsse sich auf den anderen verlassen können. (Weiterlesen: Delmenhorster DLW-Triathlon-Staffel zum Sieg)

Ein nicht unwichtiger Faktor für Erfolg oder Misserfolg sind die Wechselboxen bzw- zonen. „Da kann man meistens mehr Zeit verlieren als gewinnen“, sagt Czienskowski. Den Überblick behalten, keine Zeitstrafe riskieren, den Zeittransponder richtig übergeben: Triathlon ist auch eine kleine logistische Herausforderung – und darauf achten die Delmenhorster genau. Mittlerweile sind sie ein eingespieltes Team: Magda und Kreuzer können bis auf 30 Sekunden genau abschätzen, wann ihr Vordermann in die Wechselzone kommt – und so bleibt für sie auch ausreichend Zeit, um während des Wettkampfes Bilder zu schießen. (Weiterlesen: Jetzt für Silbersee-Triathlon in Stuhr anmelden)

Noch kein Gedanke ans Laufbahnende

Ans Aufhören haben Czieskowski, Magda und Kreuzer angesichts ihrer Leistungen noch nicht gedacht. „Wir wollen so lange wie möglich weiter zusammen starten“, betont das Trio unisono – und es klingt wie eine freundliche Drohung an die Konkurrenz, dass sich Dieter Kreuzers imposanter Ordner weiter mit Erfolgen füllt.