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Doppelter Abstiegskampf Der lange Weg des TTSC 09 Delmenhost

Von Daniel Niebuhr | 30.03.2017, 18:35 Uhr

Die Tischtennisspieler des TTSC 09 Delmenhorst wollen sich stabilisieren, haben aber immer wieder mit Hindernissen zu kämpfen. Die Damen sind sportlich abgestiegen, die Herren hoffen noch auf den Bezirksliga-Klassenerhalt.

Delmenhorst. Es wurde spät am Montagabend in der Sporthalle Heide; so spät, dass die Tischtennisspielerinnen des TTSC 09 wohl froh waren, dass sie so eine kurze Anfahrt hatten. Bis nach 23 Uhr kämpften die Delmenhorsterinnen um ihren ersten Sieg, mussten nach dem 5:8 beim Nachbarn TS Hokenkamp aber mit der bitteren Erkenntnis in die Nacht gehen, dass sie die Bezirksliga als Schlusslicht beenden. Ein Punkt aus 15 Spielen, seit 13 Monaten sieglos – es stand schon mal besser um die TTSC-Damen.

Herren vor Abstiegsendspiel

Wenn es schlecht läuft, ist der Verein mit den meisten Tischtennisspielern der Stadt bald sogar mit keiner Mannschaft mehr in der Bezirksliga vertreten. Denn auch die Herren müssen bangen und erwarten am Samstag ab 14 Uhr als Vorletzter Schlusslicht OSC Damme – der Verlierer geht wohl in die Abstiegsrelegation. „Das ist ein Endspiel. Wir freuen uns darauf“, sagt Thomas Fleige, der nicht nur Vorsitzender ist, sondern auch in seinem Team die Nummer eins. Bei aller Vorfreude stellt er aber fest: „Wir haben uns die Saison natürlich vorher anders vorgestellt.“

23 Mitglieder in zwei Jahren verloren

Seit dem Rückzug der ersten Mannschaft aus der Bezirksoberliga 2015 versucht sich der Verein zu stabilisieren – doch dieser Weg ist steiniger als viele gedacht haben. 80 Mitglieder hat der TTSC noch, zwei Jahre zuvor waren es noch 103 gewesen, ein allgemeiner Trend im Tischtennis. „Die Sportart leidet“, sagt Fleige. Sein Club ist in der jüngeren Vergangenheit aber noch einmal besonders leidgeprüft. Der TTSC verlor relativ kurzfristig seine Haupthalle an der Lessingstraße, in der Flüchtlinge untergebracht wurden. Die Nachbarvereine halfen mit Hallenzeiten aus; dennoch sagt Fleige: „Die Situation war unglücklich für uns. Wir haben aber schon Verständnis für die Notwendigkeit.“

Untere Teams erfolgreich

Inzwischen steht die Halle wieder zur Verfügung, gegen die auch von schweren Verletzungen ausgelöste Krise der Leistungsmannschaften half das auch nicht. Bei den Herren fiel das obere Paarkreuz mit Chirasak Nakpanich und Jannis Rathjen komplett aus, die Damen mussten viel rotieren. Noch könnten aber auch beide in der Bezirksliga bleiben; die Herren mit einem Sieg gegen Damme am Samstag und die Damen als Nachrücker – denn die gab es in den vergangenen Jahren immer. Und dann könnte die Saison für Clubchef Fleige, der sich bei der Jahreshauptversammlung im April zur Wiederwahl stellt, sogar noch eine positive werden. Denn die dritte (Kreisliga), vierte (2. Kreisklasse) und fünfte Mannschaft (4. Kreisklasse) stehen vor dem Aufstieg. „Das ist für uns auch wertvoll“, sagt er. „Schließlich sind wir ein Breitensportverein.“