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Drei Fragen, drei Antworten Wie bewerten die Trainer der Fußball-Kreisliga die erste Halbserie?

Von Andreas Bahlmann, Andreas Bahlmann | 22.12.2017, 10:46 Uhr

576 Tore, davon 30 Elfmeter und sieben Eigentore: Das sind einige der nackten Fakten der Fußball-Kreisliga nach erst 124 ausgetragenen Spielen vor der Winterpause. Die Tabelle führt der FC Hude nicht unerwartet an, etwas überraschend hat sich der TuS Heidkrug als Zweiter an der Tabellenspitze festgesetzt. Am Liga-Ende kämpfen vor allem der SV Achternmeer und der Ahlhorner SV um den Klassenerhalt.

Das dk hat die Trainer-Stäbe der 16 Mannschaften nach ihrem Zwischenfazit befragt, verteilt auf diese drei Fragen:

 1.: Was hat Sie gefreut? 

     2.: Worauf hätten Sie lieber verzichtet? 

    3.: Sind Sie zufrieden mit Ihrer Arbeit? 

FC Hude (1.)

 Trainer: 

 Lars Möhlenbrock  und Sascha Stolze 

1.: Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga haben wir uns schnell wieder auf das Geschehen in der Kreisliga fokussiert und auch ernsthaft angenommen.

2.: Verzichtet hätten wir lieber auf die ganzen Verletzungen wie etwa der unserer Leistungsträger Cüneyt Yildiz und Ole Schöneboom.

3.: Ob wir zufrieden mit unserer Arbeit sind? Zu 80 Prozent schon. Wenn du Tabellenerster bist, dann gibt es nicht so viel zu mäkeln, aber Fehler gehören dazu und es gibt immer etwas zu verbessern, wenn auch oftmals nur Kleinigkeiten.

TuS Heidkrug (2.)

 Trainer: 

 Selim Karaca 

1.: Der Sieg in Großenkneten, das war, von den Emotionen her, mit das krasseste, was ich jemals als Trainer, aber auch als Spieler erlebt habe. (Anm.: Das Spiel fand am 15. September statt. In einer dramatischen Schlussphase drehte der TuS einen 1:2-Rückstand in einen 3:2-Erfolg. But (86.) und Holthausen (90.+4.) machten die Tore zum 2:2 und 3:2).

2.: Auf die letzten vier Spiele.

3.: Nein, ich persönlich würde gerne sehr viel mehr machen und investieren, aber auf Amateur- oder Kreisebene ist das leider nicht so möglich. Aber insgesamt läuft es bei uns doch ganz gut.

 Co-Trainer: 

 Jorge „Porto“ Jacinto 

1.: Die Hinrunde im Allgemeinen mit elf Siegen am Stück, das hatten wir so nicht erwartet. Das war wirklich toll. Der Teamgeist in unserer Mannschaft ist wirklich einzigartig.

2.: Auf die letzten vier Partien vor der Winterpause mit zwei Unentschieden und zwei Niederlagen hätte ich gerne verzichtet.

3.: Ja, auf jeden Fall, weil wir mit Selim Karaca einen wirklich tollen Cheftrainer haben.

TSV Ippener (3.)

 Trainer: 

 Chawkat El Hourani 

1.: Fußball ist einfach meine ganze Leidenschaft und eine so schöne Sache – mit allem, was dazu gehört, egal ob Sieg oder Niederlage! Unseren dritten Platz finde ich supergut.

2.: Wir haben fünf Platzverweise kassiert, drei Rote Karten und zwei Gelb-Rote. Da ist nicht in Ordnung.

3.: Hundertprozentig zufrieden bin ich nicht. Wir müssen noch einiges verbessern, vor allen Dingen das mit den vielen Karten.

 Co-Trainer: 

 Mohamed Charour: 

1.: Das schönste Erlebnis? Ich hoffe, das kommt noch. Vielleicht ja mit dem Pokalfinale.

2. Unsere vielen Gegentore waren manchmal schon richtig schlimm.

3. Wir sind im vergangenen Jahr erst aufgestiegen und nun immerhin Dritter in der Tabelle.

VfR Wardenburg (4.)

 Trainer: 

 Sören Heeren 

1.: Unser 4:2 gegen Ippener, als wir dem TSV die erste Saisonniederlage zugefügt haben, hat mich sehr gefreut.

2. Geärgert hat mich auf jeden Fall die 1:2-Niederlage gegen die SVG Berne.

3.: Ich glaube schon, dass es ganz gut bei uns läuft. Aber ich habe die Situation unterschätzt, was es bedeutet, mit 29 Spielern im Kader in die Saison zu gehen. Ich kann einfach nicht allen Spielern gerecht werden.

Harpstedter TB (5.)

 Trainer: 

 Jörg Peuker 

1.: Die Entwicklung der Jungs ist zu sehen. Besonders gefreut hat mich der 2:1-Erfolg beim TuS Heidkrug, als wir dessen Serie von elf Siegen beendet haben.

2. Verzichtet hätte ich auf die Verletzung von Nils Klaassen, der sich einen mehrfachen Bänderiss im Knie zugezogen hat.

3.: Nein, eigentlich noch nicht ganz. Ich hätte in einigen Situationen akribischer sein und vielleicht auch härter vorgehen sollen. Das werde ich in der Rückrunde nachholen.

SV Atlas II (6.)

 Trainer: 

 Steven Herrmann, Sven Schlundt, Pascal Janßen

1.: Unsere Serie von acht Spielen ohne Niederlage, weil das viele Dinge verbessert und unkomplizierter macht. Klasse war natürlich auch der 7:0-Erfolg in Ganderkesee, weil da einfach alles passte.

2.: So lange bei so schlechtem Wetter zu trainieren und zu spielen ist einfach unbefriedigend und nervt unglaublich.

3.: Zufrieden? Nein. Man macht doch selten alles richtig, dann hätten wir doch nur Meister und keine Absteiger oder kein Mittelfeld mehr. Es gibt noch sehr viel für uns zu tun. In der Tabelle wären wir ganz gerne etwas weiter oben angesiedelt, wobei ohne unser Verletzungspech sicherlich noch etwas mehr möglich gewesen wäre.

FC Huntlosen (7.)

 Trainer: 

 Andree Höttges 

1.: Das Fairplay von Harpstedt im Spiel gegen uns, als sie uns ungehindert ein Tor haben schießen lassen. Das macht nicht jede Mannschaft.

2. Auf unseren mäßigen Saisonstart gegen starke Gegner hätte ich gerne verzichtet.

3.: Die Ergebnisse sprechen so ein bisschen für sich. Wir haben die vergangene Saison als Aufsteiger auf Platz fünf abgeschlossen und liegen im Moment auf Rang sieben, was in dieser starken Kreisliga keine Selbstverständlichkeit ist.

TSV Großenkneten (8.)

 Trainer: 

 Klaus Delbanco 

1.: Dass wir als Verein nach dem schlechten Start noch die Wende zum Guten geschafft haben.

2.: Ich wäre gerne mit einem meiner drei Torhüter durch die Saison gegangen, leider sind sie alle längerfristig verletzt.

3.: Vor ein paar Wochen hatte ich noch das Gefühl, dass meine Zeit als Trainer abgelaufen sei. Jetzt bin ich auf jeden Fall wieder zufrieden mit meiner Arbeit.

TV Dötlingen (9.)

 Trainer: 

 Markus Welz 

1. Das Traum-Tor von Johan Hannink zum 3:3 im ersten Saisonspiel gegen Ganderkesee, das wir am Ende 4:3 gewonnen haben, war richtig klasse. Johan ist von der Mittellinie aus einen Sololauf gestartet, ließ nacheinander fünf, sechs Gegenspieler aussteigen und machte dann den Ball rein.

2.: Auf die Ausfälle von wichtigen Spielern.

3.: Man wird ja immer an der Punkte-Ausbeute gemessen. Deshalb bin ich nicht zufrieden.

TSV Ganderkesee (10.)

 Trainer:  

 Stephan Schüttel 

1.: Der hervorragende Zusammenhalt zwischen der 1. und 2. Herren.

2.: Die 0:7-Heimniederlage gegen den SV Atlas Delmenhorst II wird wohl ewig in meinem Gedächtnis hängen bleiben.

3.: Nein, absolut nicht! Auch wenn wir einige Abgänge zu verkraften hatten, müssen zwei oder drei Plätze weiter oben drin sein.

 Co-Trainer:  

 Patrick Meyer 

1.: Unser schwer erarbeiteter 2:1-Heimsieg gegen den Ahlhorner SV hat mich sehr gefreut, weil wir danach eine echt coole Mannschaftsfeier hatten.

2.: Auf die unnötige 3:4-Niederlage am ersten Spieltag beim TV Dötlingen hätte ich lieber verzichtet.

3.: Ich glaube schon, dass wir unser Bestmögliches getan haben, aber punktetechnisch muss da natürlich noch mehr von uns kommen. Mit Platz zehn sind wir nicht zufrieden.

SVG Berne (11.)

 Trainer: 

 Michael Müller 

1.: Der schwer erkämpfte 2:1-Erfolg gegen den VfR Wardenburg.

2.: Gerne hätte ich auf die ersten vier Wochen mit unseren schlechten Spielen und Ergebnissen verzichtet.

3.: Ich glaube schon, dass wir uns über die Jahre hinweg ganz gut entwickelt haben. Allerdings sind unsere Leistungen insgesamt noch zu schwankend.

TV Jahn Delmenhorst (12.)

 Trainer: 

 Arend Arends 

1.: Der 3:1-Erfolg gegen den TV Munderloh hat mich gefreut, weil da schon ansatzweise das gezeigt wurde, was ich von der Mannschaft gerne sehen möchte.

2.: Die überflüssige 3:5-Niederlage gegen Großenkneten, als wir nach einem 0:2-Rückstand mit 3:2 geführt haben, dann aber doch noch verloren.

3.: Zufrieden darf man nie sein, denn dann macht man keine Fortschritte mehr. Es macht wirklich Spaß mit der Mannschaft zu arbeiten und ich fühle mich hier sehr wohl.

 Co- und Interimstrainer 

 Frank Palubitzki 

1.: Die Verpflichtung von Arend Arends im Herbst nach dem Rücktritt von Andreas Busch hat mich wirklich gefreut. Ebenso wie der erste Heimsieg mit 4:1 gegen den TV Dötlingen.

2.: Auf den holprigen Saisonstart.

3.: Besser geht es immer. Ich denke aber, dass ich es nicht ganz so schlecht mache, sonst wäre da schon was von der Mannschaft gekommen.

TV Munderloh (13.)

 Trainer: 

 Ralf Eilenberger: 

1.: Der erste Sieg gegen Ganderkesee nach dem Saisonstart mit sechs Niederlagen und einem Unentschieden tat richtig gut.

2.: Eine Bratwurst weniger nach dem Spiel ...

3.: Zu 90 Prozent bin ich zufrieden mit meiner Arbeit, die restlichen Prozente fehlen noch. Ich bin natürlich sehr kritisch mit mir selbst, aber manchmal ist auch aus beruflichen Gründen, wegen des Schichtdienstes, leider nicht mehr möglich.

 Co-Trainer: 

 Carsten Köhler 

1.: Die Mannschaft hat nach den ersten sechs Niederlagen doch noch gut in die Spur gefunden.

2.: Auf die 13 Abgänge vor der Saison und dementsprechend auf den Saisonverlauf.

3.: Wir wurden als Absteiger Nummer eins gehandelt und stehen jetzt ganz gut da. Es war und ist natürlich schwierig, die ganzen Neuzugänge zu integrieren, aber wir gehen durchaus positiv in die Rückserie.

Delmenhorster TB (14.)

 Trainer: 

 Andre Tiedemann 

1.: Die Geburt meines Sohnes.

2.: Die Verletzungen bei einigen unserer Spieler.

3.: Ich bin nicht zufrieden. Mich stört die mangelhafte Einstellung und Trainingsbeteiligung, da habe ich andere Ansprüche. Deswegen stehen wir in der Tabelle auch da, wo wir gerade sind.

 Co-Trainer: 

 Jens Strohwasser 

1.: Unsere Rückkehr in die Kreisliga nach mehreren Jahren Abstinenz.

2.: Auf die ganzen Verletzungen.

3.: Zufrieden? Nur bedingt. Ich hätte zum jetzigen Zeitpunkt gerne mehr Punkte. Ich kann doch nicht nur bei den Spielern oder dem Rasen die Schuld suchen, da mus sich jeder selbst hinterfragen. Also auch ich meine Arbeit.

Ahlhorner SV (15.)

 Trainer: Jörg Beckmann 

1.: Es hat mich gefreut, zu sehen und zu spüren, dass meine Mannschaft den Anspruch hat, sich ständig zu verbessern.

2.: Verzichtet hätte ich auf das schlechte Wetter.

3.: Man kann sich immer in allen Bereichen verbessern und auf dieser Basis muss man sich ständig überprüfen.

SV Achternmeer (16.)

 Robin Hoffmann, Marcel Ranke, Daniel Johanning 

1.: Wir haben trotz der sportlich schwierigen Situation eine ungebrochen gute Trainingsbeteiligung und Stimmung.

2.: Das 0:14 gegen Ippener war ein Tiefpunkt. Ärgerlich waren auch unsere guten Spiele, die wir dennoch verloren haben. Dann lieber schlecht spielen und gewinnen.

3.: Man kann sich als Spieler und Trainer immer verbessern. Mit den Ergebnissen können wir als Tabellenletzter natürlich gar nicht zufrieden sein. Uns war von Anfang an klar, dass es nur gegen den Abstieg geht. Wir sind uns aber mit der Mannschaft einig, diesen Weg gemeinsam zu gehen – egal, wie es ausgehen wird. Wir hätten wegen der guten Begegnungen fünf Punkte mehr holen können und müssen.