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Dressur-EM 2017 der Junioren Rebecca Horstmanns unglückliches EM-Ende

Von Daniel Niebuhr | 13.08.2017, 23:38 Uhr

Dressurreiterin Rebecca Horstmann vom RV Ganderkesee kehrt zwar ohne Einzelmedaille, aber mit starken Platzierungen und Team-Gold von der EM zurück.

Der Sport kann einem Athleten vieles geben, oft nimmt er allerdings auch – und manchmal tut er beides innerhalb von zehn Minuten. Rebecca Horstmann kann das seit Sonntag noch besser beurteilen, die Dressurreiterin des RV Ganderkesee wurde zum Abschluss der Junioren-EM im niederländischen Rosendaal unfreiwillig zur tragischen Heldin des Tages. In der Kür, dem letzten Wettbewerb der Veranstaltung, ging die Ganderkeseerin als Vorletzte ins Viereck, zeigte auf ihrem Friedolin genannten Wallach Friend of Mine eine ausgezeichnete Leistung und verdrängte die Griechin Theodora Livanos mit 76,525 Prozent von Rang drei. Horstmann behielt die virtuelle Bronzemedaille aber keine Viertelstunde lang – denn die Spanierin Alba Abollo Fontela mit Elvillar CS brachte es als letzte Reiterin auf exakt 0,175 Punkte mehr und schnappte Horstmann noch das Edelmetall weg.

Lob von den Bundestrainern

Es war ein unglückliches Ende einer EM, die für die 17-Jährige insgesamt so erfreulich verlaufen war. Horstmann kehrte nach Team-Gold und den glänzenden Plätzen fünf und vier in Einzel und Kür Montagabend auf den heimischen Hof zurück, schon am Sonntag hatte sie nach dem verpassten Bronze auch verdienten Zuspruch vom Team bekommen. „Das Feld lag wieder eng beisammen. Rebecca hat sich gegenüber der Einzelwertung noch mal gesteigert“, sagte Co-Bundestrainer Oliver Oelrich. Nur beim Schulterherein sei Friedolin „etwas übermotiviert“ gewesen. Gold und Silber in der U18-Konkurrenz gingen an die Niederländerin Daphne van Peperstraten auf Greenpoints Cupido mit 78,800 Prozent und die Krefelderin Linda Erbe auf Fierro (76,850).

Am Samstag war Horstmann Einzel-Fünfte geworden und mit 72,711 Prozent erneut nur knapp am Podest vorbeigeritten. Erbe holte Bronze mit 73,184 Prozent, die Paderbornerin Lia Welschof auf Linus K sogar Gold für Deutschland mit 75,474 Prozent.

Deutsches Team dominiert

Horstmann war mit durchaus berechtigten Medaillenhoffnungen ins Wochenende gegangen. Im Mannschaftswettbewerb am Donnerstag war sie mit ihren Teamkolleginnen Erbe, Welschof und Johanna Sieverding aus Cappeln nicht nur Europameisterin geworden, sondern hatte hinter Welschof auch das zweitbeste Ergebnis erzielt. Bundestrainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen schwärmte vom Auftritt: „Gegenüber früheren Prüfungen hat Rebecca unheimlich viel mehr Ausdruck in die Aufgabe reingebracht, was die Richter bewogen hat, hohe Noten zu geben.“ In den Einzel-Wettbewerben reichte es dann zwar nicht für das Podest, dennoch konnte Horstmann stolz aus den Niederlanden abreisen. Wie auch der Rest der deutschen Delegation: Bei der EM holten die Junioren und das U21-Team der Jungen Reiter in den sechs Wettbewerben fünfmal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze.