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Dressur-EM der Junioren Ganderkeseerin Rebecca Horstmann gewinnt Mannschaftsgold

Von Lars Pingel | 10.08.2017, 17:32 Uhr

Die Dressurreiterin Rebecca Horstmann vom RV Ganderkesee hat mit ihrem Wallach Friend of mine bei der Junioren-EM 2017 im niederländischen Roosendahl mit dem deutschen Team die Goldmedaillen gewonnen.

Das Lächeln konnte man sogar hören. „Großartig, unglaublich schön“, sagte Rebecca Horstmann, Dressurreiterin vom RV Ganderkesee, am Donnerstagnachmittag am Rand eines Dressurvierecks im niederländischen Roosendaal mit dem Smartphone in der Hand. Dort war sie mit ihrem Wallach Fridolin, der von den Turniersprechern nicht nur bei Championaten wie der EM mit seinem Taufnamen Friend of mine angekündigt wird, gerade Mannschaftseuropameisterin in der Altersklasse Junioren geworden. Zum zweiten Mal nach 2016. Keine Frage, das Mobiltelefon ließ der 17-Jährigen zunächst kaum noch eine ruhige Minute. Ebenso logisch: Die Anrufer erreichten eine bestens gelaunte und überglückliche Reitsportlerin.

Horstmann und Fridolin holen den Titel zum zweiten Mal

Horstmann und Fridolin hatten bereits am Mittwoch mit einer ganz starken Leistung, einem mit 73,703 Prozent bewerteten Ritt, den Grundstein zum Erfolg des deutschen Quartetts gelegt. Mit den 71,081 Prozent von Joanna Sieverding (Cappeln) mit Lady Danza lag es nach dem ersten Teil der zweitägigen Prüfung schon vorn. Am Donnerstag drückten Horstmann und Sieverding dann Linda Erbe (Krefeld) mit Fierro und Lia Welschof (Paderborn) mit Linus K die Daumen. Das zahlte sich aus. Erbe erhielt von den Wertungsrichtern 72,838 Prozent, Welschof sogar 74,838. Das war der Sieg, der den vier Reiterinnen die Goldmedaillen einbrachte, die sie allerdings erst am Freitagabend während einer feierlichen Zeremonie erhalten werden. Mit 221,379 Punkten (die besten drei Reiter wurden gewertet) verwies das deutsche Team die Niederlande (214,459) und Dänemark (213,621) auf die Ränge zwei und drei. Mannschaften aus 17 Nationen waren in dem Wettbewerb angetreten. Horstmann und Fridolin waren das einzige Paar, das schon im Vorjahr in Oliva in Spanien zur deutschen Equipe gehört hatte.

Rebecca Horstmann lobt Fridolin

„Mein Pferd war super drauf“, sagte Horstmann über ihren Ritt am Mittwoch. Für sie, gab die Ganderkeseerin zu, galt das zunächst nicht uneingeschränkt: „Im ersten Teil der Prüfung war ich noch nicht ganz so wach.“ Das habe sich aber geändert. Und so bekamen die Reiterin und der von ihr und ihrer Mutter Anne Horstmann ausgebildete Fridolin von den fünf Wertungsrichtern sehr gute Noten, die sich in der Punktzahl von 287,44 von maximal möglichen 390 Zählern ausdrückten. Diese 73,703 Prozent, mit denen Horstmann und der von ihrem Vater Klaus Horstmann gezogene neunjährige Oldenburger bewertet worden waren, sind das zweitbeste Resultat aller 79 Paare, die in der Prüfung angetreten waren. „Ich bin einfach überglücklich über die riesige Entwicklung, die Fridolin von der letzten Sichtung Mitte Juli bis jetzt zur EM gemacht hat“, schwärmte Rebecca Horstmann. Das sei einfach „megacool“.

Nächster Start am Samstag

Auch Horstmanns Teamkolleginnen lagen in der Einzelwertung weit vorn. Klar, Welschof belegte Platz eins. Erbe kam auf Rang vier, Sieverding wurde Elfte. Nächste Aufgabe für die Vier ist die ebenfalls auf zwei Tage verteilte Einzel-Prüfung, die an diesem Freitag beginnt. Horstmann und Fridolin sind in dieser aber erst am Samstag, 18.25 Uhr, gefordert. Die EM endet am Sonntag mit dem Kür-Wettbewerb. Für diesen qualifizieren sich die 18 besten Paare aus dem Einzel; pro Nation dürfen aber maximal drei Paare starten. „Ich würde mich riesig freuen, wenn wir dabei sein dürften“, sagte Horstmann.

Am Donnerstagabend wurde das Smartphone zur Seite gelegt. Das siegreiche Team, in dem laut Horstmann, der Zusammenhalt sehr groß ist, wollte den Titelgewinn ein bisschen feiern. „Wir werden uns bestimmt noch schön zusammensetzen“, erzählte Horstmann bereits am Nachmittag und fügte sofort hinzu: „Aber alles alkoholfrei.“ Schließlich haben sie und ihre drei Mitstreiterinnen in Roosendaal noch einiges vor.