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Dressurreiten DM stimmt Ganderkeseerin Rebbecca Horstmann optimistisch

Von Lars Pingel | 17.09.2017, 12:08 Uhr

Die Dressurreiterin Rebecca Horstmann vom RV Ganderkesee hat bei der deutschen Jugendmeisterschaft in Aachen ein starkes Debüt bei den Jungen Reitern (U21) gefeiert. Die 17-Jährige, die noch bei den Junioren antreten dürfte, blickt nach ihrem achten Platz optimistisch in die Zukunft.

Der erste Schritt ist gemacht – und er war sogar schon recht groß. Die Dressurreiterin Rebecca Horstmann vom RV Ganderkesee trat bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Aachen bei den Jungen Reitern an, der Alterklasse U21. Die 17-Jährige könnte eigentlich noch ein Jahr lang bei den Junioren (U18) starten. Dort hatte sie im August mit ihrem Wallach Friend of mine, der aber nur Fridolin genannt wird, zum zweiten Mal in Folge Mannschaftsgold bei der Europameisterschaft gewonnen, war im Mai sogar Weltranglisten-Erste und ist in dieser aktuell auf Rang zwei geführt (Stand 1. September). Und sie wäre in Aachen die Titelverteidigerin gewesen. Doch Horstmann wagte, unterstützt von den Bundestrainern, mit ihrem in ihrer Familie gezogenen und selbst ausgebildeten neunjährigen Oldenburger den Sprung in die nächste Alters- und Schwierigkeitsklasse. Die Prüfungen der Jungen Reiter werden auf S-Niveau (schwer) geritten, die der Junioren auf M-Niveau (mittel). Die Ganderkeseerin war die Jüngste im Feld der Jungen Reiter; sie und Fridolin setzten als Achte ein Ausrufungszeichen. „Ich bin mehr als zufrieden“, sagte Horstmann über die drei Prüfungen, die die beiden in Aachen absolviert hatten.

Gute Leistung im Finale

Die Dressurreiter trugen ihre DM im Deutsche Bank Stadion auf dem Gelände des Aachen Laurensberger Rennvereins aus, in dem jährlich die CHIO-Konkurrenzen stattfinden. Auf einer großen Bühne also, die auch Fridolin durchaus gefiel. „Er hat das total gut gemacht und genossen“, erzählte Horstmann. „Gerade in der Kür war er voll da.“ Die zu Musik gerittene Dressurprüfung der Klasse S* war das Finale der DM, Horstmann und Fridolin wurden mit 71,825 Prozent bewertet – Platz acht. „Es war echt etwas Besonderes, in dem Stadion zu reiten.“ Da am Finaltag auch die Sonne schien, waren die Ränge gut besetzt. „Wir sind dann mit Applaus aus dem Stadion rausgeritten“, erzählte die Ganderkeseerin. Das sei ein tolles Erlebnis gewesen, dass sie sicher nicht vergessen werde.

Rebecca Horstmann sammelt wertvolle Erfahrungen

Dass Horstmann das Debüt bei den Jungen Reitern in guter Erinnerung bleiben wird, lag aber nicht nur an der Kür. Mit Wertungen von 68,904 Prozent in der ersten Wertungsprüfung (Platz acht) und 68,070 Prozent in der zweiten (Platz neun) hatte sie sich souverän für das Finale qualifiziert, beides waren Dressurprüfungen der Klasse S*. Nach Addition aller Wertungen hatte sie 209,369 Punkte gesammelt. Die Kür wurde, wie schon die ersten beiden Prüfungen, von der Deutschen Meisterin Semmieke Rothenberger (Burgholzhausen) mit Dissertation (232,413) gewonnen.

„Das waren für uns ganz andere Anforderungen“, sagt Horstmann über die DM-Prüfungen, deren Lektionen sie und Fridolin bisher fast nur trainiert hatten. Und so sei es auch „vorher klar“ gewesen, dass es ein paar kleinere Fehler geben würde. „Wir haben trotzdem das Beste daraus gemacht“, sagte Horstmann: „Ich war auch mit mir zufrieden.“

Horstmann und Fridolin hatten ihr Debüt bei den Jungen Reitern unter das Motto „Erfahrungen sammeln“ gestellt. Die, die sie aus der Soers mitnahmen, seien sehr, sehr wertvoll, erzählte die Ganderkeseerin. „Der Lerneffekt war gigantisch“, sagte sie. „Wir wissen jetzt ganz genau, was wir verbessern müssen.“ Daran werde fortan im Training gearbeitet. Ein Ziel sei es, „mehr Routine in die Prüfungen zu kriegen.“

Termin für nächsten Start steht noch nicht fest

Sie werde mit Fridolin schon in der Hallensaison in einigen schweren Prüfungen antreten, erzählte Horstmann. Auch, um ein erstes Ziel zu erreichen. „Mit dem Wechsel zu den Jungen Reitern gehören wir nicht mehr zum Bundeskader, sondern müssen uns auf Landesebene wieder qualifizieren.“ Wo sie in den kommenden Monaten mit Fridolin ins Dressurviereck reiten wird, steht aber noch nicht fest. „Wir werden mal schauen. Wir werden step by step weitergehen.“ Der erste dieser Schritte ist jedenfalls gemacht; er stimmt optimistisch. „Es war für uns das allererste große Turnier in dieser Klasse. Wir können die nächsten viel beruhigter angehen, weil wir wissen: Die Basics sind super.“