Ein Angebot der NOZ

Dritte Runde im HVN-Pokal HSG Delmenhorst und TV Neerstedt scheiden aus

Von Lars Pingel | 20.11.2016, 16:52 Uhr

Die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst und des TV Neerstedt sind in der dritten Runde des HVN-Pokals 2016/2017 ausgeschieden. Die HSG erreichte nach einem 30:27-Erfolg über den TVN, der das Turnier ausrichtete, zwar das Finale, verlor dort aber gegen ihren Ligarivalen HSG Barnstorf/Diepholz mit 20:35.

Der Favorit hat sich souverän durchgesetzt. Am Samstag sicherte sich der Handball-Oberligist HSG Barnstorf/Diepholz in der Halle des TV Neerstedt mit zwei klaren Siegen einen Platz im Final-Four-Turnier des HVN-Pokals. Der Tabellenvierte der Nordseeliga bezwang im Endspiel der Drittrunden-Konkurrenz seinen Ligarivalen HSG Delmenhorst, Schlusslicht der Staffel, mit 35:20 (18:6). Die Barnstorfer hatten sich mit einem 30:20-Erfolg über die klassentiefere Landesliga-Mannschaft des FC Schüttorf für das Finale qualifiziert; die Delmenhorster waren gegen das Team des gastgebenden TVN, ebenfalls Oberliga, mit 30:27 (14:13) erfolgreich.

Barnstorf/Diepholz wollte unbedingt weiterkommen

Nur wenige Handball-Fans verfolgten die drei Pokalspiele in der Halle Am Sportplatz. Keiner der drei Oberligisten lief dort in Bestbesetzung auf. Der Fokus lag bei allen auf den folgenden Punktspielen. „Wir wollten Stefan Beljic einspielen“, erklärte Heiner Thiemann, Sportlicher Leiter von Barnstorf/Diepholz, der den ehemaligen TVN-Trainer Dag Rieken am Samstag auf der Bank vertrat. Rückraumspieler Beljic, der in Serbien in der ersten und zweiten Liga aktiv war, gehört erst seit Ende Oktober zum Kader des Oberliga-Vierten. Um das erste Ziel zu erreichen, bestand dessen zehnköpfiges Aufgebot ausschließlich aus Stammspielern, auch wenn einige Leistungsträger wie der bisher beste Torschütze Kamil Chylinski geschont wurden. „Das waren ganz gute Trainingsgeschichten unter echten Bedingungen“, sagte Thiemann über die beiden Partien seiner Mannschaft, die nie in Bedrängnis geraten war. Das war allerdings auch die Vorgabe des Verantwortlichen. „Wir wollten weiterkommen. Alles andere macht keinen Sinn“, sagte Thiemann.

Delmenhorster liegen früh klar zurück

Die HSG Delmenhorst stand gegen Barnstorf/Diepholz früh auf verlorenem Posten. Wegen verletzungs- und berufsbedingter Ausfälle traten ein Torwart und acht Feldspieler für Delmenhorst in Neerstedt an. Das Team hatte gegen die bewegliche 5:1-Abwehr der Barnstorfer große Probleme, in gute Wurfpositionen zu kommen, machte der Defensive die Arbeit aber auch oft mit überhasteten Aktionen leicht. Nach den Ballgewinnen erzielte Barnstorf/Diepholz vor allem über seine Außen Bastian Carsten-Frerichs, der schließlich auf neun Treffer kam, und Raul Ferent (11/2 Siebenmeter) ein Kontertor nach dem anderen. Barnstorf zog vom 4:3 (6. Minute) bis auf 12:6 (16.) davon. Spätestens zur Pause war die Partie über 2x25 Minuten entschieden: Die Barnstorfer führten mit 18:6.

Delmenhorster steigern sich

Zu Beginn der zweiten Halbzeit zeigten die Delmenhorster die beste Leistung ihrer zwei Partien. Gegen allerdings auch recht locker zu Werke gehende Barnstorfer arbeiteten sie in einer 5:1-Formation anständig in der Abwehr. In der Offensive agierten sie cleverer. Sie ließen den Ball in den Spielzügen länger laufen statt sofort in Zweikämpfe zu gehen oder Würfe zu nehmen. So verringerten die Delmenhorster ihren Rückstand bis auf 18:25 (40.) – dann war die Luft aber raus. „Es haben einige Leute gefehlt. Das war gerade in der Abwehr, die in der Besetzung noch nie zusammengespielt hatte, zu sehen. Die Einstellung war aber auch nicht ganz so wie gewünscht“, sagte der Delmenhorster Spielertrainer Andre Haake. „Wir haben das phasenweise nicht schlecht gemacht. Wir brauchen aber mehr Konstanz in unserem Spiel – und zwar ganz schnell.“ Damit hatte Haake den Pokal abgehakt und war beim nächsten Punktspiel. Am Samstag, 26. November, 19 Uhr, erwartet er mit seiner Mannschaft, die 2:14 Punkte auf dem Konto hat, den TV Neerstedt (6:10) in der Stadionhalle. Er und sein Trainer-Kollege Werner Rohlfs hoffen, dass eine angemessene Vorbereitung auf die im Rennen gegen den Abstieg wichtige Heimpartie möglich wird. „Wir erwarten auch eine Reaktion von der Mannschaft“, sagte Haake: „Wir müssen anständig trainieren.“

TV Neerstedt schont einige Spieler

Der TV Neerstedt ordnete die Veranstaltung in eigener Halle dem Auftritt in Delmenhorst unter. „Das Wichtigste ist, dass wir in der Liga bleiben“, sagte Kapitän Björn Wolken nach dem 27:30 im Pokalspiel gegen den Nachbarn. Er vertrat den erkrankten Trainer Jörg Rademacher, war nicht auf dem Feld im Einsatz. „Jeder, der nur ein bisschen angeschlagen war, wurde mit Blick auf das nächste Punktspiel geschont.“ Der TVN, der dann verhindern will, dass er „unten reinrutscht“, bot am Samstag fünf seiner zehn Feldspieler und einen seiner drei Torhüter aus dem Oberliga-Kader – Torjäger Eike Kolpack nur für ein paar Minuten – auf. Komplettiert wurde die Mannschaft von fünf Feldspielern aus der A-Jugend, die in der Landesliga antritt. „Die Jungs haben das gut gemacht“, lobte Wolken. Damit trugen sie dazu bei, dass auch die Gesamtbilanz trotz der Niederlage positiv ausfiel: „Wir haben uns gut verkauft.“ Marcel Reuter, eigentlich Rechtsaußen, war mit sieben Treffern aus dem rechten Rückraum erfolgreichster Werfer des TVN. Für die HSG, die sich Mitte der zweiten Halbzeit den entscheidenden Vorsprung erarbeitete, warf Frederic Oetken (9) die meisten Tore.