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„Ehrenamt überrascht“ Landessportbund zeichnet die stillen Helden der Vereine aus

Von Andreas Bahlmann, Richard Schmid und Daniel Niebuhr | 04.11.2018, 11:00 Uhr

Der Landessportbund zeichnet mit Jürgen Möhring, Georga Papesch und Astrid Schnier drei gute Seelen des Sports aus. Der Rentner und Weltenbummler Möhring hält beim Pétanque Club Hude die Anlage in Schuss, Schnier und Papesch sind die Frauen für alle Fälle in Annenheide und Falkenburg. Sie alle wurden von der Ehrung überrascht.

Ohne Ehrenamtliche geht im Sport nicht viel, das ist auch beim Landessportbund Niedersachsen nichts Neues. Der Dachverband hat nun mit der Aktion „Ehrenamt überrascht“ die guten Seelen der Vereine ausgezeichnet, „die Kuchenbäcker, T-Shirt-Wäscher und Würstchengriller“, wie Sportreferentin Inga Marbach vom Kreissportbund Oldenburg sie nannte.

 Jürgen Möhring

 Pétanque Club Hude

Als erster bekam Jürgen Möhring kurz vor seinem 71. Geburtstag Besuch. Er ist seit Jahren der Anlagenwart beim Pétanque Club Hude, der sich „die Klosterbouler“ nennt.

Vorsitzender Folkert Hoffmann hatte ihn vorgeschlagen. Denn: „Er sieht einfach die Arbeit, die getan werden muss. Er hält unsere Anlage so gut in Schuss, dass wir von den Tennisspielern und anderen Besuchern ständig Komplimente für unser super gepflegtes Vereinsterrain bekommen.“ Möhring wurde von seinen Vereinskollegen und drei Vertretern des Kreissportbundes überrascht. Sportreferentin Marbach hatte ein Geschenkpaket dabei mit Schokolade, Luftballons einem Becher, einem Handtuch und einem Glücksschwein. „Die Überraschung ist wirklich gelungen“, sagte Möhring, der früher die Welt bereist hat. Er hat bis 1979 als Seemann und später als leitender Schiffsingenieur gearbeitet. Zu 80 Prozent bestand seine Arbeitszeit aus Auslandsreisen, erzählt er.

Seine Frau begleitete ihn dabei so oft es Zeit und Familie zuließen. Inzwischen genießt er entspannt, aber dennoch vielbeschäftigt sein Rentnerdasein. Seine beiden 48- und 45-jährigen Söhne sind mittlerweile selbst Familienväter und Jürgen Möhring stolzer Opa von vier Enkelkindern. „Meine älteste Enkelin ist aber auch schon 23 Jahre alt“, lächelt er.

Pétanque, bei dem wie beim Boule der Spieler seine Kugeln möglichst dicht an die Zielkugel heranrollt, hat er in Frankreich kennengelernt. Zu den Klosterboulern kam er 2012, Anlagenwart wurde er praktisch sofort. Dass die 2005 errichtete Anlage immer „etwas verkommen aussah“ habe ihm „ziemlich gestunken“. „Auch durch meinen Beruf macht es mir Spaß, Dinge in Ordnung zu halten.“

Zur Freude des Vereins, der 2009 gegründet wurde. Die erste Huder Mannschaft spielt in der Bezirksoberliga, die zweite in der Bezirksliga. „Wir tun etwas für die Alten, die sich nicht mehr so richtig bewegen können“, wirft Clubchef Hoffmann ein: „Unser Verein hat inzwischen 55 Mitglieder, davon sind mehr als ein Viertel über 75 Jahre alt. Und wenn sie es nicht mehr über die Umrandung schaffen, dann nehmen wir die auch noch weg.“ Dieter Coldewey ist mit 87 Jahren das älteste Mitglied. „Es wäre schön, wenn sich ein kleiner Zuwachstrend ergeben würde. Unsere schöne Anlage hier zieht natürlich auch neugierige Blicke auf sich und das ist eindeutig Jürgens Verdienst“, erklärt Hoffmann, der die Ausstattung der Clubanlage aber noch unbedingt vorantreiben möchte: „Wir haben hier noch kein fließend Wasser und keine Toiletten. Dazu müssen wir immer in die Tennishalle gehen, was die Spieler auch nicht so besonders gut finden. Ich habe deswegen schon bei der Gemeinde vorgesprochen.“

  Georga Papesch

 TV Falkenburg

20 Jahre lang ist Georga Papesch für den TV Falkenburg schon ehrenamtlich tätig. Dafür wurde sie im Anschluss an das Handball-Spitzenspiel der Landklasse Nord zwischen der HSG Hude/Falkenburg II und den Sportfreunde Larrelt geehrt. Sie darf sich „Vereinsheldin“ nennen und bekam von Sportreferentin Marbach ebenfalls eine Überraschungsbox. Der TV Falkenburg war vertreten durch den Vorsitzenden Marten Meyerholz sowie Inge und Karen de Groot. Die hatten sich wegen des unermüdlichen Einsatzes von Georga Papesch als Betreuerin und Zeitnehmerin der Handballerinnen für diese Nominierung entschieden. „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“, sagte sie und freute sich ebenso über die Danksagung und Präsente des Handball-Teams, das die Partie gegen Larrelt zur Freude der Geehrten übrigens mit 27:22 gewann.

 Astrid Schnier

  SV Annenheide

Astrid Schnier fiel aus allen Wolken, als sie für ihr langjähriges und unermüdliches Engagement beim Schützenverein Annenheide mit Überraschungspaket, Urkunde und Blumenstrauß geehrt wurde. In seiner Laudatio würdigte Heiner Grotheer, stellvertretender Vorsitzender des Stadtsportbundes Delmenhorst, als Vertreter für den LSB die ehrenamtliche Arbeit der 54-jährigen Damenleiterin des Schützenvereins.

Astrid Schnier stellt seit 1997 nicht nur für alle möglichen Wettkämpfe die Damenmannschaft des Vereins zusammen, auch beim Schützenfest organisiert sie die Kaffeetafel. Zu Ostern gestaltet sie für die Kinder des Vereins das Ostereiersuchen, zu Weihnachten packt sie für die Kleinen Päckchen, die auf der Weihnachtsfeier bei den Kindern für viel Freude sorgen. Astrid Schnier hält ihrem Verein seit 45 Jahren die Treue.