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Ehrung vom DFB Marcel Blaschke ist der Fußballheld des Delmenhorster TB

Von Marie Busse | 22.12.2018, 12:00 Uhr

Mit 18 Jahren hat Marcel Blaschke die erste Fußballmannschaft übernommen. Seitdem engagiert er sich als Trainer und als stellvertretender Jugendleiter für den Delmenhorster Turnerbund. Der 26-Jährige wurde mit dem DFB-Preis für junge Ehrenamtliche ausgezeichnet.

Warum Fußball – das weiß Marcel Blascke auch nicht so genau. „Mein Vater hat Handball gespielt“, sagt er. Daher habe er seine Leidenschaft schon mal nicht. Aber der 26-Jährige ist ganz in der Nähe des Delmenhorster Stadions aufgewachsen: „Vielleicht deshalb, mit vier Jahren habe ich dort jedenfalls zum ersten Mal gegen einen Ball getreten.“ Und seitdem hat ihn die Leidenschaft nicht wieder losgelassen.

Drei Abende in der Woche gehören dem DTB

Heute gehören drei Abende in der Woche dem Delmenhorster Turnerbund. Am Montag und Dienstag Training mit der B-Jugend auf der Anlage Am Kleinen Meer, danach kickt er noch mit seiner Mannschaft, den zweiten Herren. Am Freitag dann die Spiele: Erst seine „Jungs“ und dann muss der 26-Jährige selbst ran. Etwa 15 bis 20 Stunden in der Woche verbringt Blaschke beim DTB. „Im Sommer sind es noch mehr“, sagt er. Neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Trainer ist der gebürtige Delmenhorster auch stellvertretender Jugendleiter. Bei ihm laufen die Fäden der Jugendtrainer zusammen. Blaschke koordiniert vor allem die Spielverlegungen. „Dass da so viel Bürokratie hinter steckt, war mir nicht klar“, sagt Blaschke.

Blaschke ist einer von 37 Fußballhelden

Für sein Engagement ist er jetzt vom Deutschen Fußballbund als „Fußballheld“ ausgezeichnet worden. Er gehört zu den 37 Geehrten aus Niedersachsen, die im kommenden Jahr eine fünftägige Fußball-Bildungsreise nach Spanien unternehmen. „Marcel ist ein wichtiges Bindeglied zwischen den Jugendmannschaften und den Älteren im Verein“, lobt Vereinsvorsitzender Erich Meenken den 26-Jährigen.

Für Blaschke ist die Auszeichnung vor allem die Anerkennung seiner Arbeit. Seit neun Jahren ist er als Trainer aktiv. Mit 18 Jahren kam er vom TuS Heidkrug in die erste Mannschaft des DTB. Kurz darauf übernahm er die D-Jugend und begleitete sie bis in die A-Jugend. „Ich bin da ursprünglich eher reingerutscht, jetzt bin ich DTBer durch und durch“, sagt er. Mittlerweile spielen einige seiner Schützlinge bei den Herren. „Da haben sich Freundschaften entwickelt“, sagt Blaschke. Und es sei schön, die Entwicklung der Jungs zu begleiten. Blaschke: „Es ist interessant, wie sich die Gesprächsthemen entwickeln. Plötzlich reden die Spieler über Mädchen oder Partys.“

Kreuzbandriss vor fünf Jahren

Blaschke ist vor allem froh, auf dem Platz stehen zu können. Vor fünf Jahren riss er sich das Kreuzband und konnte selbst nicht mehr spielen. „Da bin ich als Trainer auf Krücken zu den Spielen.“ Die Verletzung veränderte etwas bei dem jungen Mann. „Ich dachte vorher immer nur an Leistung, jetzt sind mir die Bewegung und der Spaß wichtig.“ Ein lockerer Trainer sei er dennoch nicht: „Wer nicht zum Training kommt, der spielt auch nicht.“

Gute Spieler halten

Neben der Disziplin sei auch die Bindung an den Club eine wichtige Aufgabe des Trainers, meint Blaschke. Viele Vereine in der Umgebung spielen höher als Kreisklasse. Blaschke will mit anderen Qualitäten punkten. Da werden dann schon mal Übernachtungen in der Turnhalle oder Playstation-Abende veranstaltet. „Die Spieler wissen, dass jüngere Trainer da eher mal mitziehen.“

Eigentlich wollte Blaschke nach dem Übergang seiner Mannschaft in den Herrenbereich aufhören. Trainer sein, das kostet Zeit und Blaschke arbeitet als Teamleiter bei der Post. Der DTB allerdings bat ihn, die B-Jugend zu übernehmen, und kam ihm bei den Trainingszeiten entgegen. Blaschke sagte zu und wechselte als Spieler in die zweite Herren-Mannschaft. Er sagt: „Da ist der Leistungsdruck nicht so hoch und man kann auch mal ein Training verpassen.“ Und ohnehin, Trainer sein, das sei eine Verpflichtung, bei der er nicht auf die Uhr schaut. Und wenn es doch mal zeitlich eng wird, kann er sich auf den zweiten Trainer Ufug Ergin verlassen. So bleiben ihm noch zwei freie Abende in der Woche ohne den Delmenhorster TB.