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Einige offene Fragen TSV Ganderkesee sortiert sich nach Riekers-Entlassung neu

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 15.08.2016, 23:48 Uhr

Nach ihrer Trennung wollen sich weder der TSV Ganderkesee noch Ex-Geschäftsführer Raphael Riekers zu den Gründen der fristgerechtigen Kündigung äußern – kündigen aber eine gemeinsame Pressemitteilung für den Herbst an.

Die Pressemitteilung, die der TSV Ganderkesee am Sonntagabend um 19.12 Uhr verschickt hatte, war nur vier Zeilen lang – doch es war zum Ende des Wochenendes ein Paukenschlag: Der Turn- und Sportverein Ganderkesee trennt sich „mit sofortiger Wirkung“ von seinem Geschäftsführer Raphael Riekers. Auch am Tag danach wollte sich der neue Vorsitzende Andreas Dietrich zu den Gründen des Rausschmisses offiziell nicht äußern – auch, weil es der TSV bei der fristgerechten Kündigung, die Riekers zum 30. September erhalten hat, eben auch nicht müsse, wie Andreas Dietrich sagte.

Wie sich der Turn- und Sportverein nach der Trennung von seinem Geschäftsführer in Zukunft aufstellen will, das will der neue TSV-Vorstand um Dietrich intensiv beraten und diskutieren. „Wir befinden uns weiterhin in der Bestandsanalyse“, betont der Vorsitzende. Dabei geht es nach der Kündigung für Riekers auch um diese Fragen: Was hat der Geschäftsführer in den vergangenen Monaten gut gemacht? Was lief schlecht? Wo gibt es Möglichkeiten, die Abläufe zu optimieren?

Posten des Kassenwartes wird wohl bald besetzt

Wenn diese Fragen geklärt sind, will der TSV-Vorstand entscheiden, wie Riekers‘ Aufgaben – egal, ob ehren- und hauptamtlich – neu verteilt werden. Dass der Posten des Geschäftsführers neu ausgeschrieben wird, sei denkbar, aber nicht zwingend erforderlich, sagt Dietrich. „Wir werden uns genau überlegen, was das Beste für den Verein ist. Wir wollen saubere und vernünftige Strukturen“, betont er.

Dazu gehöre auch, dass der noch vakante Posten des Kassenwartes wahrscheinlich im Herbst wieder besetzt wird. Wichtig sei es, sagt Dietrich, dass der Verein nach der Unruhe in den vergangenen Monaten (u. a. diverse Rücktritte von Vorständlern und Funktionären, dazu fehlende 17000 Euro im Bistro) wieder für „Glaubwürdigkeit und Transparenz“ stehe. Dazu sei der Vorstand seinen 2300 Mitgliedern verpflichtet, sagt Dietrich, der seit 20. Juni dieses Jahres im Amt ist.

Raphael Riekers findet Trennung „legtim“

Auch Ex-Geschäftsführer Riekers, der am 1. Oktober 2013 sein Amt angetreten hatte, wollte sich am Montag nicht zu den Gründen der Trennung äußern. Nur so viel: „Der Verein stellt sich neu auf, er hat einen neuen Vorstand. Es ist legitim, dass er so handelt, wie er handelt“, erklärte der aufgeräumt wirkende Riekers. Nach dem Ende seines auslaufendes Vertrages Ende September wollen sich beide Seiten laut Riekers in einer gemeinsamen Presseerklärung zu der Trennung äußern. Bis dahin wolle der 48-Jährige die Zeit nutzen, um sich beruflich neu zu orientieren.

Riekers, seit 2009 Mitglied des Vereins, hatte zunächst die erste Männer-Mannschaft der Fußball-Abteilung des TSV trainiert und war später zum stellvertretenden Vorsitzenden des Clubs gewählt worden. Beruflich war er zuvor zehn Jahre lang für die Sportagentur „Burdenski Events und Sports“ tätig gewesen.