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Einspruch abgelehnt Sportgericht bestätigt Bezirksliga-Abstieg des FC Hude

Von Frederik Böckmann und Daniel Niebuhr | 16.06.2017, 12:42 Uhr

Der SV Tur Abdin Delmenhorst bleibt in der Fußball-Bezirksliga II, der FC Hude steigt in die Kreisliga ab: Das ist das Ergebnis einer Verhandlung vor dem Bezirksportgericht vom Donnerstagabend in Großenkneten-Saage, wo ein Einspruch der Huder abgeschmettert wurde. Dem FCH fehlte dafür die Rechtsgrundlage, begründete das Sportgericht.

Dass der FCH damit scheiterte, ist in der Rechts- und Verfahrensordnung des Fußballverbandes begründet. Im schriftlichen Urteil des Bezirkssportgerichtes heißt es: „Der Einspruch des FC Hude kann demnach im Ergebnis keinen Erfolg haben, da es bereits an der notwendigen Einspruchsberechtigung fehlt.“ Anders formuliert: Als nicht direkt beteiligter Verein war der FC Hude gar nicht einspruchsberechtigt gewesen.

Nach Ansicht der Huder hatte Tur Abdin in einem entscheidenden Spiel im Abstiegskampf einen eigentlich gesperrten Spieler eingesetzt. Konkret ging es um Offensivmann Manuel Celik. Im vorletzten Spiel hatte der Delmenhorster beim 3:1 gegen den FC Rastede nach Sicht der Huder und einiger Augenzeugen im Stadion in der zweiten Halbzeit die fünfte Gelbe Karte gesehen und wäre eigentlich beim 5:1 im letzten Saisonspiel beim STV Wilhelmshaven gesperrt gewesen. Im Online-Spielbericht im DFB-Net hatte der Schiedsrichter allerdings nicht Celik, sondern Lukas Mutlu als verwarnten Spieler angegeben, womit Celik mit weiter vier Gelben Karten doch spielberechtigt gewesen wäre.

FC Hude fehlt die Rechtsgrundlage für einen Einspruch

Der FC Rastede als direkt beteiligter Verein – so begründete es der Vorsitzende des Bezirkssportgericht Peter Bartsch (Emden) – hätte den fehlerhaften Spielbericht monieren können. Dort war Celik mit der Rückennummer 16 eingetragen, hatte jedoch mit der Rückennummer 33 gespielt. Aus diesem Grund sei es zur Verwechslung bei der Gelben Karte gekommen, erklärte Bartsch.

Wären den Aramäern die Punkte aus dem Sieg in Wilhelmshaven abgezogen worden, wären sie in der Tabelle wieder hinter Hude zurückgefallen – und in die Kreisliga abgestiegen. Alleine diese Tatsache allerdings „begründet nach der Rechtsprechung des Niedersächsischen Fußballverbandes kein schutzwürdiges Interesse“, heißt es im Urteil.

Nur SV Tur Abdin und FC Rastede hätten Spielbericht beanstanden können

Dort wurde Bartsch deutlich: Selbst wenn Hude eine Einspruchsberechtigung hätte, „hätte das eingelegte Rechtsmittel keine Aussicht auf Erfolg“. Weil weder Tur Abdin noch Rastede die von Schiedsrichter Mirko Kornau vorgenommenen Eintragungen im Spielbericht beanstandet hätten, sei es „dem Bezirkssportgericht verwehrt, nunmehr nach Austragung des Folgespiels auf Betreiben eines Drittvereins noch nachträgliche Änderungen bei der Zuordnung einzelner persönlicher Strafen vorzunehmen“. Oder anders formuliert: Die Verwechslung bei der Gelben Karte für Celik bzw. Mutlu war mehr oder weniger eine Tatsachenentscheidung. Nur bei einer Manipulation oder Umständen, „die den anerkannten Spielregeln und Grundsätzen des Fußballsports krass widersprechen“, hätte das Bezirkssportgericht anders entscheiden können.

FC Hude will nun in der Kreisliga oben angreifen

Im Lager des SV Tur Abdin wurde das Urteil verständlicherweise mit Erleichterung aufgenommen. „Wir hatten schon vor der Verhandlung ein gutes Gefühl. Jetzt sind wir froh, dass die Sache ein Ende hat“, erklärte Fußball-Obmann Edib Özcan. Hudes Trainer Lars Möhlenbrock war dagegen enttäuscht, erklärte aber auch: „Wir können damit umgehen.“ Es tröste ihn, dass Celik eigentlich tatsächlich hätte gesperrt werden müssen: „Wir haben uns das ja nicht ausgedacht. In dieser Sache hatten wir Recht.“

Möhlenbrock will sich nun auf die kommenden Aufgaben in der Kreisliga konzentrieren, in der der direkte Wiederaufstieg das Ziel ist. „Wir werden einen Kader haben, der mindestens genauso gut ist wie zuletzt in der Rückrunde“, meinte er. Hude holte in der Bezirksliga aus 32 Spielen respektable 39 Zähler – mit einem so hohen Punkteschnitt ist seit sieben Jahren keine Mannschaft mehr abgestiegen. Am 27. Juni starten die Huder bereits wieder in die Vorbereitung. „Wir wollen direkt oben dabei sein“, sagt der Coach.

SV Tur Abdin will nun die Personalplanungen vorantreiben

Auch Tur Abdin schaut bereits in die Zukunft. Obman Özcan wollte sich auch lieber über die Planungen als über die Verhandlung äußern. Er räumte ein, dass sein Verein beim Thema Ab- und Zugänge durch die ungeklärte Ligazugehörigkeit zuletzt in der Wartschleife gehangen habe, was Spielergespräche und Transfers betraf. „Jetzt können wir uns endlich wieder um den Kader für die neue Saison kümmern“, sagte Edib Özcan.

Und dieser wird ein deutlich anderes Gesicht als noch in der Vorsaison haben. Als Abgänge stehen bislang Roman Seibel, Jonas Krumland (beide TV Dötlingen), Torwart Torben Riechers (VfL Stenum) und Martin Demir (TuS Heidkrug) sicher fest. Dazu könnten bis zu acht (!) weitere Akteure die Aramäer verlassen. Fünf davon haben das Interesse bekundet, zum Kreisligisten TV Jahn wechseln zu wollen. In der kommenden Woche, wenn Klubchef Wahib Yousef aus dem Urlaub zurückgekehrt ist, werden Verhandlungen mit dem TV Jahn beginnen.

Vier weitere Neuzugänge beim SV Tur Abdin möglich

Als Neuzugänge sind bei Tur Abdin bislang Daniel Karli, Can-Dennis Blümel (beide SV Atlas), Besart Lugoli (SV Baris) und Ninos Yousef (TSV Ganderkesee) fix. Von zwei weiteren Akteuren fehlen nur noch die Pässe der abgebenden Vereine, zwei andere Spieler wollen in der Vorbereitung unter dem neuen Trainer Christian Kaya mittrainieren. Unter diesen vier Spielern ist auch ein Torwart, der die große Lücke schließen soll, die Riechers hinterlässt.