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Endspiele im Jugend-Kreispokal VfL Stenum II und FC Hude jubeln über Pokalsieg

Von Andreas Bahlmann und Daniel Niebuhr | 18.06.2018, 09:27 Uhr

Am abgespeckten Finaltag des Jugend-Kreispokals feiern die Nachwuchsfußballer des FC Hude und des VfL Stenum II umjubelte Siege. Der Erfolg der Stenumer Reserve im Elfmeterschießen hat sogar historische Qualität. Gastgeber SG Großenkneten/Huntlosen ist mit allem zufrieden – geht sportlich aber leer aus.

Irgendwann in der zweiten Halbzeit war die Panik in der Sprecherkabine mit den Händen zu greifen. Am Kreispokal-Finaltag der Junioren in Großenkneten lief gerade das erste Endspiel bedrohlich dem Abpfiff und der Siegerehrung entgegen – doch es gab keinen Pokal, den man hätte übergeben können. Wo genau die Trophäen den Sonntagvormittag verbrachten, wusste niemand, gute zehn Minuten vor dem Ende der D-Jugend-Partie des FC Hude gegen die SG Littel-Charlottendorf/Wardenburg durfte man dann aber aufatmen. Fußball-Kreischef Erich Meenken erschien in der EnergieConcept-Arena und hatte den Karton mit den Pokalen dabei. Den ersten übergab er kurz darauf an die Huder nach dem hart erkämpften 1:0 (1:0)-Sieg, den letzten um kurz vor vier an die A-Jugend des TV Munderloh. „Insgesamt ist der Tag doch gut gelaufen“, fand Stadionsprecher und Mit-Organisator Michael Cording.

Felix Ramke schießt Hudes D-Jugend zum Sieg

Anders als in den Vorjahren waren es am Sonntag nur drei der sechs Altersklassen, die ihre Kreispokalsieger an zentralem Ort ermittelten, die Stimmung war dennoch hervorragend. Schon zum Auftaktspiel der D-Jugend waren rund 100 Zuschauer gekommen, die ein umkämpftes und spannendes Finale erlebten. Der Kreisliga-Dritte aus Hude war überlegen und ging durch Felix Ramke nach zehn Minuten auch in Führung; er staubte ab, nachdem Littels Torwart Lasse Klein eine Flanke an den Pfosten gelenkt hatte.

Der SG-Schlussmann durfte sich im Laufe des Spiels diverse Male auszeichnen, Favorit Hude ließ eine Vielzahl an Chancen aus und wäre fast dafür bestraft worden. Keeper Finn Eilenberger rettete die Führung erst in der 45. Minute und dann noch einmal unmittelbar vor dem Schlusspfiff. Sein Trainer Michael Juretzka war nach dem Titelgewinn kaum noch zu bremsen. „Das war ein geiles Spiel. Es hat Spaß gemacht, den Jungs zuzuschauen. Der Gegner hat uns aber alles abverlangt.“

VfL Stenum II siegt dank Keeper Somuncu

Besagter Gegner war ebenfalls nicht unzufrieden; Holger Simon, der die SG Littel-Charlottendorf/Wardenburg betreut, erklärte: „Unsere Leistung war in Ordnung. Wir haben uns gut verkauft.“

Im Anschluss erlebten über 200 Zuschauer ein in mehrerlei Hinsicht denkwürdiges B-Jugend-Endspiel, das der VfL Stenum II gegen Ausrichter SG Großenkneten/Huntlosen mit 6:5 (2:0, 2:2) nach Elfmeterschießen gewann. Die Stenumer gingen durch Fynn Cordes schon in der dritten Minute in Führung, Jendrik Heinrich profitierte beim zweiten VfL-Treffer in der 24. Minute von einem Patzer in der Großenkneter Abwehr.

Die Anhänger der Gastgeber lagen sich kurz nach der Pause aber doch in den Armen. Erst verwandelte Malte Niemann einen Freistoß aus über 30 Metern zum Anschluss (42.), dann schloss Teamkollege Niklas Köhne den nächsten Angriff keine 60 Sekunden später zum 2:2 ab. Großenkneten/Huntlosen stand danach mehrfach vor dem dritten Treffer, doch Stenums Schlussmann Emre Somuncu war immer im entscheidenden Moment dazwischen.

Er war auch im Elfmeterschießen einer der Helden und parierte zwei Strafstöße – ebenso wie sein Gegenüber Paul Kues, dessen Teamkollegen aber einmal öfter verschossen. Niemann, Tim Meyer und Marcel Brunken trafen für die SG, Marlon Rusch, Pascal Ripken, Alexandru Darus und Fynn Cordes für Stenums Zweite, die damit als erste Reservemannschaft seit acht Jahren im Jugendbereich einen Kreispokal gewann. Das Ligaduell hatte der VfL mit 0:5 verloren, nicht nur deshalb jubelte Trainer Werner Bruns: „Es ist ein toller Abschluss einer Super-Saison. Auch wenn wir uns ins Elfmeterschießen retten mussten.“ Großenknetens Coach Pascal Grüner nahm die Niederlage sportlich: „Ist halt Elfmeterschießen. Wir sind trotzdem stolz.“

300 Zuschauer beim A-Jugend-Finale

Für den Ausrichter wurde es danach nicht besser. Die A-Jugend kassierte vor 300 Zuschauern gegen den klassenhöheren Kreisligisten TV Munderloh ein verdientes 1:4 (0:3). Simon Punke (12./45.) und Matti Lüers (38.) schossen schon zur Pause ein komfortables 3:0 für die Munderloher heraus, Großenknetens größte Chance war ein Eckball von Ole Hesselmann, der an den Pfosten segelte.

Ralf Kruse machte dann für Munderloh in der 48. Minute schon alles klar. Großenkneten/Huntlosen kam durch Tom Kunst mit einem trockenen Schuss in der 84. Minute nur noch zum Ehrentreffer. „Der kam ein bisschen zu spät“, meinte Maik Seeger nach seinem letzten Spiel als SG-Trainer. „Aber das Erlebnis war schon super.“ Munderlohs Coach Bendix Schröder schwärmte vom „überragenden Spiel“ seiner Mannschaft: „Die Jungs haben einen super Job gemacht.“

Großenkneten/Huntlosen ging also dieses Mal leer aus am Finaltag, sah die Veranstaltung aber als Werbung in eigener Sache. „Unsere Infrastruktur ist für so einen Finaltag ideal“, befand Cording, der mit Urs Ziegler, Arne Kunst und Pascal Grüner den Organisationsstab bildete. Zehn Freiwillige standen für den Ablauf zur Verfügung.