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Erfolg für Swingolfclub Iserloy Ganderkeseerin Martina Wolf gewinnt DM-Titel im Doppel

Von Lars Pingel | 26.06.2015, 09:30 Uhr

Die Ganderkeseerin Martina Wolf vom SGC Iserloy hat mit Anne Burlitz vom SGC Harz bei der deutschen Doppel-Meisterschaft 2015 im Swingolf in Bad Harzburg den Titel gewonnen. Das Duo machte es spannend.

Um zu begreifen, was Martina Wolf an ihrer Sportart auch fasziniert, muss man sie nicht extra fragen. Es reicht, zuzuhören wie sie vom Finale der deutschem Doppel-Meisterschaft der Swin-Golferinnen spricht. „Sie haben es mit Humor genommen“, erzählt die Ganderkeseerin, die für den SGC Iserloy antritt. In Bad Harzburg hatte Wolf mit Anne Buritz vom SGC Harz den Titel gewonnen. Nach einem spannenden Finale. Selbst als der letzte Ball gefallen war, standen die Sieger noch nicht fest. „Alle haben gewartet, wer jubelt“, erzählt Wolf. Es jubelte aber keiner. Vier Spielerinnen gingen zurück zur sechsten Bahn, an deren Rand ein Tee, ein kleiner Plastikstift, auf den der Ball beim Abschlag gelegt wird, zurückgeblieben war. Es markierte den Ort, an dem ein Ball gelandet war, von dem Wolf, Buritz und die Konkurrentinnen glaubten, dass er nicht im Aus gelandet sei. Da sie sich aber nicht 100-prozentig sicher waren, ließen sie den Schiedsrichter kontrollieren. „Er hat entschieden, dass der Ball drin war“, sagt Wolf. Damit stand fest: Sie und Buritz sind Deutsche Meisterinnen.

Ein Stechen drohte

Während der Runde, in der die besten drei Paare des ersten Tags gemeinsam spielten, war ein Abschlag an der Grenze der Bahn gelandet. Sicherheitshalber hatten Buritz und Wolf das Loch mit diesem und, nach einem weiteren Abschlag, mit einem neuen Ball zu Ende gespielt. Wäre der erste anders bewertet worden, hätten sie zwei Strafschläge hinzubekommen. „Dann hätten wir stechen müssen“, sagt Wolf. Hätten. So bleib es bei einer 55-er-Runde und dem DM-Titel. Darauf stießen sie und Buritz mit den Konkurrentinnen an. „Wir Swingolfer sind eine große Familie, jeder kennt jeden, viele sind miteinander befreundet.“

Nur ein Schläger

Außer der sportlichen Fairness und dem großen Gemeinschaftsgefühl ist es natürlich das Swingolfspielen, das Wolf mehr als begeistert. „Es geht immer damit los, dass man mit einer Gruppe Spaß daran hat, irgendwo eine Runde zu spielen“, erklärt Michael Garms, der mit seiner Familie die Anlage in Iseroly betreibt, wie die Passion in aller Regel entsteht. Beim Swingolf wird nur ein Schläger zum Abschlagen, Chippen und Putten verwendet; der Ball ist größer und leichter als die „normalen“ Golfbälle. Dann sei es oft so, dass „man mehr will“, sagt Garms. Das könne man am besten in den Vereinen erreichen, die zu vielen Plätzen gehören. „Die größte Hürde ist, dort hinzugehen“, sagt Garms. Wer die überwinde, werde schnell in die Swingolfer-Familie aufgenommen.

Das erlebten vor fünf Jahren auch Martina Wolf und ihr Mann Stephan Wolf in Iserloy. „Dienstags sind wir immer hier“, sagt die 40-Jährige, die als Beraterin Personalwesen in Oldenburg arbeitet. Oft kommt ein zweiter Trainingstermin hinzu, mindestens an jedem zweiten Wochenende steht ein Turnier im Terminkalender.

Ehrenamtliches Engagement

Wolfs Begeisterung für den Sport ist so groß, dass sie sich schnell entschloss, dem auch etwas zurückzugeben, indem sie sich ehrenamtlich engagiert. Sie ist ausgebildete Schiedsrichterin, Schriftführerin und Spielleiterin der Bundesliga Nord im Swingolf Dachverband und Schriftführerin im SGC Iserloy.

Dachverband errechnet Handicap

Um an Meisterschaften teilnehmen zu können, müssen Swingolfer über ihren Verein beim Dachverband eine Lizenz beantragen, für die Erwachsene eine Jahresgebühr von 15 Euro bezahlen. Der Verband errechnet aus den Ergebnissen der offiziellen Turniere auch das Handicap. Es bezeichnet die Zahl der Schläge, die ein Sportler regelmäßig über der vorgegeben, dem Par, eines Platzes liegt. Wolf weist derzeit ein Handicap von 5,1 auf.

Im dritten Anlauf zum DM-Tite

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Seit 2011 tritt sie mit Anne Buritz im Doppel an. Sie seien sehr gute Freundinnen, sagt Wolf. „Wir trainieren so oft es geht zusammen.“ 2013 waren die beiden DM-Dritte, 2014 wurden sie Zweite – am vergangenen Wochenende feierten sie dann den Titel. Wolf war 2013 sogar schon Europameisterin im Doppel. „Dort wird einem der Partner aber zugelost“, sagt sie.

Bei der DM wurden drei Runden gespielt. Die ersten beiden am ersten Turniertag. Im Finale spielte jedes Duo mit einem Ball, eine Spielerin schlug auf den geraden Bahnen ab, die andere auf den ungeraden. Dann wurde im Wechsel weitergespielt. „Wir wussten alle nicht mehr, wo wir stehen“, erzählt Wolf von der letzten Runde in Bad Harzburg. Das lag nicht nur an Wolfs und Buritz‘ Problemen auf der Bahn sechs, auch den anderen beiden Spitzenpaaren sei unterwegs „so viel passiert, dass wir nicht mehr mitgerechnet, sondern einfach nur die Ergebnisse in die Karten eingetragen haben“. Sie selbst habe an dem Tag ein paar Tiefs gehabt, die sich dank ihrer Partnerin aber nicht negativ ausgewirkt hätten.

Drei Titel für SGC Iserloy

Wolf war nicht das einzige Mitglied des SGC Iserloy, das in Bad Harzburg einen DM-Titel holte. Der zwölfjährige Joel Pütz siegte mit Patrick Ritzdorf (SGC Brohltal) bei den Jugendlichen; bei den Männern war Frank Vajes mit Christian Stöber (SGC Essen 2010) erfolgreich.

Einzel-DM im Juli

Mitte Juli wird Wolf bei der Einzel-DM in Renningen in Baden-Württemberg antreten. „Das wird schwer. Dort muss man zwei sehr gute Tage haben“, sagt sie über ihre Aussichten. „Und es sind viele dabei, die ein besseres Handicap haben.“