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Ex-Bundesligaspielerin in Hude Szymczyk wagt Comeback auf Probe bei HSG Hude/Falkenburg

Von Daniel Niebuhr | 03.03.2016, 08:43 Uhr

Die einstige polnische Jugendnationalspielerin Sylwia Szymczyk folgt dem Hilferuf von HSG-Trainer Dean Schmidt und bleibt erst einmal bis zum Saisonende bei Sie kann eine Verstärkung werden – wie im Video von ihrem Premierentor zu sehen.

Nach erster Spontandiagnose hat Sylwia Szymczyk ihre Premierenvorstellung im Trikot der HSG Hude/Falkenburg ohne bleibende Schäden überstanden. Das ist ja durchaus erwähnenswert in diesen Tagen, in denen der halbe Huder Drittliga-Kader krank ist oder verletzt oder beides. Szymczyk lächelte zwar etwas gequält nach dem Spiel gegen den TSV Nord Harrislee am frühen Sonntagabend, das lag aber zum einen am deprimierenden Endergebnis von 18:30 und zum anderen an ihrem eigenen Anspruch. „Sorry, ich bin noch nicht wieder in Form“, sagte sie. Nach fast fünf Jahren ohne Pflichtspiel wäre alles andere aber auch verdächtig gewesen.

„Ich habe unfassbare Lust auf Handball“

Es ist allerdings zu erwarten, dass sich dieses Problem für die Polin in den kommenden Wochen lösen wird. Bis zum Saisonende hat sich Szymczyk der HSG angeschlossen – dass es überhaupt dazu kam, ist schon eine Geschichte für sich und erzählt zugleich einiges über die Pechsträhne der Huderinnen. Trainer Dean Schmidt hatte nach einer beispiellosen Serie von Ausfällen zuletzt alles rekrutiert, was irgendwie spielfähig war, inklusive alter Bekannter und seiner Freundin. Der Hilferuf war über ihre Freundin Nadja Wassrodt, die selbst schon ausgeholfen hatte, bei Szymczyk angekommen. Die ehemalige Bundesligaspielerin hatte ihre ebenso kurze wie imposante Laufbahn eigentlich 2011 beendet, entschied sich nach drei Wochen Training aber für ein Comeback auf Probe. Sechs weitere Spiele lang wird sie nun für Hude auf Linksaußen spielen; allerdings macht sie nicht den Eindruck, als wäre ihr Handball-Hunger in dieser Zeit zu stillen. „Ich brenne, ich habe unfassbare Lust, zu spielen“, erzählt sie.

Erste Liga in Polen, Bundesliga-Aufstieg in Celle

Für ihren neuen Verein könnte sie sich als Glücksgriff erweisen. Denn mit ihr hat der HSG-Kader auf einen Schlag enorm an Erfahrung gewonnen. Praktisch seit ihrer Jugend hat Szymczyk ausschließlich auf höchstem Niveau gespielt. In ihrer Heimat war sie auf dem Sportinternat, später spielte sie in der ersten Liga für Sosnica Gliwice, den Spitzenklub Jelenia Gora und die polnische Jugend-Nationalmannschaft. Nach dem Studium – Journalismus und Englisch – und dem Umzug nach Deutschland folgten Engagements für die Drittligisten BV Garrel und Werder Bremen, ehe sie 2011 mit dem SVG Celle von der 2. in die 1. Bundesliga aufstieg. Danach kam es zum Bruch mit dem Klub, bei dem „vieles nicht optimal lief“, wie sie es umschreibt. Danach trainierte sie zwar kurz beim Oberligisten Komet Arsten mit, „aber das zähle ich nicht. Der Handball hatte in dieser Zeit irgendwie keinen Platz mehr bei mir.“

Zukunft bleibt offen

Fit ist die 29-Jährige durch Kraftsport auch in ihren Sabbatjahren geblieben. Die Spielpraxis und die Bindung zum Team sind deshalb die größten Baustellen. „Sie muss erst reinkommen bei uns“, sagt Schmidt. Bis jetzt sei ihr das Team sympathisch, meint Szymczyk: „Wir müssen uns richtig kennenlernen. Dann wird es auch auf dem Feld besser laufen.“ Das 18:30 gegen Harrislee sei deshalb „kein Maßstab. Wir trainieren seit drei Wochen zusammen, was will man erwarten?“

Wann das Experiment in Hude für sie endet, weiß sie selbst noch nicht. Schmidt hofft, dass sie auch bei einem Abstieg in die Oberliga bleibt, Rückkehrerin Szymczyk vermeidet allerdings vorsichtshalber langfristige Prognosen: „Erst mal spielen wir, dann sehen wir weiter.“