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Ex-Werder-Stürmer in Topform Ailton besucht Delmenhorst

Von Lars Pingel | 11.01.2016, 16:55 Uhr

Ailton war zu Besuch in Auf dem Weg nach Oldenburg machte der ehemalige Stürmer des SV Werder Bremen einen Abstecher zu Sport Duwe, wo er sich viel Zeit für seine Fans nahm. Der 42-jährige feierte danach mit der Traditionsmannschaft der Bremer in der EWE Arena einen Turniersieg.

Ganz am Ende seiner bewegten Karriere hat er sogar ein kleines Kapitel in der Delmenhorster Sportgeschichte geschrieben, am vergangenen Donnerstag schaute er mal wieder in der Stadt vorbei: Ailton. Der brasilianische Stürmer, der mit Werder Bremen in der Saison 2003/2004 das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg feierte, der in dieser Spielzeit mit 28 Treffern Torschützenkönig der Fußball-Bundesliga wurde und der 2004 als erster ausländischer Profi Deutschlands Fußballer des Jahres wurde, galt im Frühjahr 2013 als möglicher Zugang beim ein Jahr zuvor wiedergegründeten SV Atlas, der damals noch in der 1. Kreisklasse antrat. Daraus wurde aber nichts. Ailton blieb beim hessischen Sechstligisten Hassia Bingen, wo er im Dezember 2013 seine Karriere beendete.

Viel Zeit für die Fans

Am Samstag war Ailton in der neu eröffneten Filiale der Firma Sport Duwe zu Gast, er loste dort die Sieger eines Gewinnspiels aus. „Die Fans haben Ailton nicht vergessen“, sagte er strahlend. In der Tat, die Autogramme des 42-Jährigen waren gefragt; sogar eine Tageszeitung vom Tag der Meisterfeier im Jahr 2004 hatten sie dabei. Aber auch Ailton hat seine Fans nicht vergessen. Er nahm sich viel Zeit für sie.

Acht Treffer für Werder-Traditionsteam

Der Delmenhorster Murat Kalmis, der Ailton schon seit Langem kennt, hatte den Besuch vermittelt. Anschließend machten die beiden noch einem Abstecher zum „Mehmet-Yalcin-Turnier“, das der KSV Hicretspor in der Stadionhalle ausrichtete. „Er hat viele gute Kontakte, kennt viele Leute“, sagte Ailton über Kalmis. Der wiederum bewies ein gutes Näschen, als er die sportlichen Qualitäten des Stürmers einordnen sollte. „Er wird Torschützenkönig und gewinnt mit Werder das Turnier“, sagte Kalmis.

Von Delmenhorst aus fuhr Ailton nach Oldenburg, wo er in der EWE-Arena mit der Werder-Traditionsmannschaft am Abend vor 4870 Zuschauern am „Cup der Öffentlichen Versicherungen“ teilnahm. Kalmis behielt Recht. Ailton erzielte beim 5:4 im Finale über Bayer Leverkusen seinen achten Treffer. Mit seinem Ex-Mannschaftskameraden Simon Rolfes war er so bester Torschütze. Am Start waren außerdem die Traditionsteams von Ajax Amsterdam (3.), des VfB Oldenburg (4.), des Hamburger SV und von Galatasaray Istanbul.

„Für ein Hallenturnier bin ich in Topform“, hatte Ailton in Delmenhorst lachend erklärt. „Dort wird auf einem kleinen Platz gespielt.“ Außerdem habe er an seinem Wohnort in Mexiko ein bisschen trainiert.

„Fußball macht mir immer Spaß, genau wie früher“, erzählte Ailton. Allerdings: „Jetzt spiele ich nur noch aus Spaß.“ In Brasilien betreibe er mit seinem Vater eine Ranch für Pferde und Rinder, außerdem sichte er junge Spieler für mexikanische Vereine.

Gute Kontakte zu ehemaligen Mitspielern

Im Werder-Trikot aufzulaufen, gefalle ihm aber immer wieder. „Bremen war die erste Stadt in Deutschland, in der ich gespielt habe“, sagte er. Die Stadt sei so etwas wie seine zweite Heimat. Die erste ist der Ort Paraiba im nordöstlichen brasilianischen Bundesstaat Brasilia. Und so versucht er, immer wenn er in Bremen ist, sich mit Freunden zu treffen, die er in seiner Zeit beim SV Werder gefunden hat. 1998 hatte der Club den sehr, sehr schnellen, aber immer etwas übergewichtig wirkenden Stürmer aus dem mexikanischen Leon (Tigres UANL) an die Weser geholt. Der Kontakt zu ehemaligen Mitspielern sei nie abgerissen, erzählte Ailton. Inzwischen liefe die Kommunikation vor allem über WhatsApp. „Viele gute Kontakte“ pflege er, natürlich zu seinem Sturmpartner Claudio Pizarro, zu Ivan Klasnic, zu Paul Stalteri, aber auch zu Lincoln oder Marcelo Bordon, mit denen er für Schalke 04 spielte.

2004 verließ Ailton Bremen und war bis zu seinem Karriereende noch für 14 weitere Vereine aktiv. Manch einer seiner Fans, die ihn am Samstag in Delmenhorst getroffen haben, werden es bedauern, dass es nicht 15 geworden sind.