Ein Angebot der NOZ

Fairness-Rangliste Kreisligist Hürriyet liefert landesweiten Negativwert

Von Daniel Niebuhr | 17.07.2015, 21:32 Uhr

Der Fußball-Kreisligist Rot-Weiß Hürriyet kassierte die meisten Platzverweise in Niedersachsen und wird landesweit Vorletzter in Sachen Fairplay. Trainer El-Hourani sieht akuten Handlungsbedarf. Auch der Kreis schneidet schlecht ab.

Chawkat El-Hourani wollte es gar nicht hören. „Ich ahne nichts Gutes“, sagte der Trainer von Rot-Weiß Hürriyet, als man ihm am Freitag den Endstand im VGH-Fairness-Cup mitteilte. Die Befürchtung war berechtigt: In der Fairplay-Rangliste des Niedersächsischen Fußball-Verbandes ist der Kreisligist landesweit auf dem 1011. und vorletzten Platz gelandet – nur der SV Victoria Heerte aus dem Kreis Nordharz hatte sich in der Saison 2014/15 noch mehr Minuspunkte eingehandelt. „Das schadet unserem Ruf“, sagte El-Hourani. „Das kann und wird so nicht bleiben.“

Auch Kreis so schlecht wie nie

Tatsächlich ist noch kein Klub aus dem Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst so weit hinten in Sachen Fairplay gelandet wie die Rot-Weißen. 17 Platzverweise mit sieben Roten Karten sind trauriger Höchstwert im Land, die 5,67 Minuspunkte pro Spiel sorgen auch dafür, dass der gesamte Kreis im Vergleich zu den niedersächsischen Nachbarn abrutschte. Platz 37 von 43 ist der schlechteste Rang seit Gründung des Kreises 2012. Der Bezirk Weser-Ems liegt dann auch wenig überraschend hinter Hannover, Braunschweig und Lüneburg auf dem letzten Platz.

„Das machen meine Nerven nicht mit“

El-Hourani hat nun aber in erster Linie vor, das Image seines eigenen Klubs aufzupolieren. Man habe sich teilweise blamiert, fluchte der Coach und schloss sich bewusst mit ein: „Ich habe mich auch manchmal daneben benommen, das darf mir nicht passieren.“ Allerdings gelobte er sofort Besserung. Sein mit 13 Neuzugängen bestücktes Kreisliga-Team könnte durchaus in der Titelfrage eine Rolle spielen, doch das erklärte El-Hourani am Freitag fast zur Nebensache. Er rief ein ambitioniertes Ziel aus: einen Platz unter den Top-Fünf in der Fairplay-Wertung der Kreisliga. „Ganz ehrlich, das ist mir fast wichtiger als die Meisterschaft“, sagt El-Hourani. „Sowas wie in der letzten Saison machen meine Nerven nicht noch einmal mit.“

Double für VfL Wildeshausen

Wie es gehen kann, zeigte der VfL Wildeshausen, der als einer von neun Klubs Fairplay-Sieger des Kreises und Meister in seiner Klasse wurde. 33 Gelbe Karten, kein Feldverweis, dazu der Titel in der Bezirksliga – für den VfL hätte die Saison kaum besser laufen können. In Niedersachsen sind die 1,1 Minuspunkte pro Partie Platz vier, aber nicht ganz so gut wie die 0,84 Zähler des MTV Barum. Der Kreisligist aus Uelzen verteidigte damit den Titel.