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Famose Aufholjagd TV Hude schlägt SSV Neuhaus nach 3:6 noch mit 9:7

Von Andreas Giehl | 18.10.2015, 23:40 Uhr

Tischtennis-Oberligist TV Hude jubelt nach einem starken Schlussspurt über den ersten Sieg: Der TVH schlug den SSV Neuhaus trotz 3:6-Rückstand noch mit 9:7.

Die Oberligamänner des TV Hude haben ein bereits verloren geglaubtes Spiel noch aus dem Feuer gerissen. Der Turnverein legte am Sonntag in der heimischen Jahnhalle einen krassen 0:3-Fehlstart hin. Doch eine tolle Moral bescherte dem bis dato Tabellenletzten noch einen „Last-Minute-Sieg“. Dank des tollen Schlussspurts wurden die Gäste vom SSV Neuhaus in Hälfte zwei noch mit 9:7 niedergekämpft.

„Es ist unglaublich, welche zwei Gesichter die Mannschaft heute wieder gezeigt hat“, jubelte Hudes Betreuer Thorsten Kleinert. „In den Eingangsdoppeln liefern wir eine echte Katastrophe ab und gewinnen am Schluss nicht einmal glücklich. Der Grund: Im Einzel haben wir mit einer sehr guten 8:4-Ausbeute viel richtig gemacht.“

TV Hude fehlt zunächst die Lockerheit

Unterm Strich wurde am Sonntag ein enorm wichtiger Sieg für den TVH notiert. Auf welche Art und Weise dieser Zustande gekommen war, das dürfte die Spieler im Nachhinein wenig interessieren. Denn dieser Erfolg, gegen einen der unmittelbaren Konkurrenten – im Kampf um eine Platzierung besser als Rang Rang acht – ist im Hinblick auf dieses Saisonziel überaus wertvoll.

Vor der Partie lag der psychologische Vorteil eindeutig bei den Gästen. Während die Huder zwei klare Niederlagen gegen die Topfavoriten Bledeln und Wolfenbüttel hatten einstecken müssen, war der SSV Neuhaus blendend in die Serie gestartet. Nach dem starken 8:8 gegen Torpedo Göttingen hatten die Gäste am Vortag beim glatten 9:3 gegen Lunestedt II weiteres Selbstvertrauen getankt. So überraschte es nicht, dass die Neuhäuser sehr viel gelöster die ersten Duelle in Hude angingen. Den Hausherren dagegen merkte man an, dass nach 0:4-Punkten die gewisse Lockerheit fehlte.

Die Doppel bleiben die Großbaustelle des TV Hude

Dazu strotzen die Huder Doppel seit der vergangenen Saison bekanntermaßen nicht gerade vor Spielfreude. Diese Großbaustelle zu schließen, bleibt das Huder Hauptproblem. Im Auftaktspiel in Bledeln roch es ansatzweise nach Besserung. Die Partie am Sonntag war wieder ein Rückschritt. Selbst Trainer Kleinert gabt: „Uns fehlen für die Oberliga einfach die Top-Doppelspieler. Deshalb tun wir uns so enorm schwer.“ Nach dem aus Huder Sicht deprimierenden 0:3-Rückstand sah das Heimpublikum die Felle ihrer Lieblinge schon früh davon schwimmen. Erst recht, als die Gastgeber nach Ende der ersten Runde beim 3:6 immer noch scheinbar aussichtslos zurücklagen. Dann erfolgte bei den Hausherren die erhoffte Leistungsexplosion. Diese beruhte auf unbedingtem Siegeswillen jedes Spielers.

Der von den Huder Spielern in den vergangenen Wochen viel zitierte „Teamspirit“ war es, der in Häfte zwei den vielleicht schon etwas zu siegessicheren Gästen den Schneid abkaufte. Als im vorderen Paarkreuz Felix Lingenau und Daniel Kleinert relativ ungefährdet auf 5:6 verkürzen konnten, sprang der Funke nahtlos auf die Huder Mannschaftskameraden über. Klasse spielten im Anschluss in der Mitte Christopher Imig und Tobias Steinbrenner. Letzgenannter brachte seinem Gegenüber Florian Reinecke nach einer 5:0-Serie sogar die erste Saisonpleite bei.

Lingenau/Imig machen ersten Sieg perfekt

Im unteren Drittel schaffte Marco Stüber kurz darauf ein souveränes 3:0 gegen Björn Dörrheide. Am Tisch nebenan hätte Marc Engels mit seinem zweiten Tagessieg sogar schon auf 9:6 für den TVH stellen können – wäre Hudes gutaufgelegten Neuzugang da nicht ein 3:8-Fehlstart in Satz fünf in die Quere gekommen.

Die wichtige 8:7-Führung der Hausherren brachte dem Huder Enddoppel den entscheidenden psychologischen Vorteil. Lingenau/Imig vollendeten mit einem 3:2-Arbeitssieg gegen Nagy/Reinecke. Der Rest war beim TVH Freude pur.