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Faustball Schiedsrichterin Vanessa Manzek verstärkt TuS Heidkrug

Von Elisabeth Wontorra, Elisabeth Wontorra | 22.03.2016, 22:38 Uhr

Der TuS Heidkrug hat sich mit einer A-Lizenz-Faustball-Schiedsrichterin verstärkt: Die 18-jährige Vanessa Manzek wechselte vom Ahlhorner SV nach Manzek gab ihr Debüt als A-Lizenz-Referee in der 2. Bundesliga mit 16 Jahren.

Die Faustball-Abteilung des TuS Heidkrug ist seit Ende Februar in den Bundesligen vertreten. Allerdings nicht auf, sondern neben den Spielfeldern. „Sie ist Deutschlands jüngste Schiedsrichterin mit dieser Lizenz“, sagt Abteilungsleiter Uwe Gottschalk über die 18-jährige Vanessa Manzek. Sie ist vom Ahlhorner SV nach Delmenhorst gewechselt. Wenige Wochen vor ihrem 17. Geburtstag hatte Manzek ihr Debüt als A-Lizenz-Schiedsrichterin in der 2. Bundesliga Nord gegeben. Das Bemerkenswerte: Faustball-Referees dürfen eigentlich erst in dem Jahr, in dem sie 18 Jahre alt werden, die Prüfung für die höchste Lizenz ablegen.

„Ich durfte mit 14 Jahren eine deutsche Meisterschaft der Senioren leiten. Und das habe ich wohl sehr gut gemacht“, erzählt Manzek. Die Deutsche Faustball-Liga (DFBL) war jedenfalls mit ihrer Leistung zufrieden und bot an, ihr eine Ausnahmegenehmigung auszustellen, damit sie die A-Lizenz früher machen kann – und sie nahm das Angebot an. Dafür sagte Manzek sogar eine Teilnahme am Jugend-Europapokal der Altersklasse U18 ab. „So eine Schiedsrichterausbildung ist schon etwas Besonderes. Und bei diesem Pokal hätte ich auch noch ein anderes mal teilnehmen können“, erklärt sie.

Vanessa Manzek will erst einmal nur Schiedsrichterin sein

Als Manzek als 16-Jährige ihr A-Lizenz-Debüt gab, war sie nervös. „Ich kannte viele der Spieler nicht. Außerdem hatte ich Angst davor, Fehler zu machen“, gibt sie zu. Nach über einem Jahr habe sich die Nervosität aber gelegt. Sie sagt: „Man gewöhnt sich an so etwas.“ Sowohl von den Spielern als auch von den Zuschauern wird Manzek „normal“ behandelt. „Sie sehen mich wie jeden anderen Schiedsrichter auch“, sagt sie – und das schon von Anfang an.

Nun steht sie für den TuS Heidkrug auf dem Platz, aber nur als Schiedsrichterin. „Ich habe in Heidkrug schon öfters gepfiffen. Dann hat sich das irgendwie so ergeben“, erklärt sie. Als Spielerin wird sie erst einmal nicht mehr aktiv sein. Eventuell, sagt Manzek, suche sie sich noch einen weiteren Verein. Denn der TuS bietet momentan nur eine Herren- und eine U12-Mannschaft auf. Zunächst will sich die 18-Jährige aber auf ihr Schiedsrichterdasein konzentrieren.

Vanessa Manzek träumt von internationalen Spielen

Manzek hat im Grundschulalter angefangen, Faustball zu spielen. Ihre Schwester hatte sie mit zu einem Training genommen. Vanessa Manzek probierte den Sport aus – und blieb dabei. Irgendwann war es ihr aber nicht mehr genug, nur Spielerin zu sein. „Ich wollte etwas anderes erleben. Viele spielen nur, aber ich wollte etwas Abwechslung“, sagt sie. Und die fand sie als Schiedsrichterin. Bereits mit zwölf Jahren hatte die Gymnasiastin, die in Vechta zur Schule geht, ihre C-Lizenz erworben, die nächsthöhere B-Lizenz mit 14 Jahren.

So stand Manzek erst auf Bezirksebene als Unparteiische auf dem Feld, nun pfeift sie in der 2. Bundesliga. Seit ihrem 18. Geburtstag dürfte die Schülerin auch Spiele in der 1. Liga leiten. Das soll aber noch nicht das Ende der Karriere-Leiter sein, findet Manzek: „Mein Ziel ist es, später internationale Spiele zu pfeifen.“ Bis dahin werden aber noch mindestens sieben Jahre vergehen. Denn erst Schiedsrichter, die mindestens 25 Jahre alt sind, dürfen für internationale Spiele eingesetzt werden. Eine spezielle Ausbildung benötigt Manzek aber nicht, um ihren Traum wahr werden zu lassen.