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FC St. Pauli in Delmenhorst Ein verpasster Tunnel, ein Traumtor und viel Adrenalin

Von Daniel Niebuhr und Frederik Böckmann | 23.05.2016, 09:41 Uhr

Mit Daniel Fastenau, Andreas Lorer und Matthias Blümel spielten drei Kreisklassen-Kicker für die Stadtauswahl Delmenhorst gegen den FC St. Pauli mit – mit ganz unterschiedlichen Erlebnissen.

Auf sein Andenken musste Daniel Fastenau am Ende doch verzichten. Der Offensivmann des Delmenhorster TB nahm aus dem Spiel mit der Stadtauswahl gegen den FC St. Pauli zwar ein schönes Gefühl und die Erinnerung an den größten Tag seiner Karriere mit – aber leider kein braun-weißes Trikot. „Ich hatte mit meinem Gegenspieler gewettet, dass ich seins bekomme, wenn ich Philipp Ziereis tunnele“, erklärte Fastenau. Pauli-Profi Ziereis hätte ihm sogar angeboten, dabei mitzuhelfen, „nur bin ich nicht mehr in seine Nähe gekommen“.

Der Delmenhorster wird es verschmerzen können. Fastenau, sein Vereinskollege Matthias Blümel und Andreas Lorer vom TSV Ippener waren die einzigen drei Spieler, die sonst in der 1. Kreisklasse kicken; für sie wurde das 1:11 gegen den Zweitligisten aus Hamburg noch einmal ein größeres Highlight als für die Mitspieler. „Dieses Spiel werde ich nie vergessen“, schwärmte Fastenau – und Lorer sicher auch nicht.

Andreas Lorer schießt das Tor gegen FC St. Pauli

Dem Stürmer gelang in der 27. Minute nach einer klasse Kombination über Marco Prießner und Musa Karli mit einem Traumtor das zwischenzeitliche 1:2. „Ich hatte nicht mehr viele Optionen. Der Torwart hat die Ecke zugemacht. Also musste ich lupfen“, erklärte Lorer seinen eiskalten Abschluss und bedankte sich artig bei seinen beiden Vorlagengebern. „Marco und Musa haben mich schön freigespielt.“

Das Spiel sei „schon ein geiles Erlebnis gewesen. Da kann ich meinen Kindern noch lange von erzählen.“ Dass die ersten 35 Minuten für die Stadtauswahl so passabel liefen, kam für Ippeners Spielertrainer indes nicht überraschend. „Wir haben doch starke Fußballer in unseren Reihen. Da macht es schon richtig Spaß, mitzuspielen.“

Matthias Blümel und die gewonnenen Zweikämpfe

Kaputt, aber glücklich sah auch Matthias Blümel aus, als er frisch geduscht von den Kabinen zur Bank der Stadtauswahl schlenderte und eine Banane aß. „Ich spiele seit 26 Jahren beim DTB, habe nie höher als Kreisliga gespielt und durfte jetzt gegen St. Pauli ran. Das ist schon eine tolle Sache. Das vergisst man nie“, schwärmte der 30-Jährige, der davon berichtete während des Spiel „voller Adrenalin“ gewesen zu sein.

Als Abwehrmann musste er in der Defensive Schwerstarbeit verrichten. Gegen Ende der ersten Halbzeit ließen auch bei ihm die Kräfte nach. Doch in Richtung seiner DTB-Team-Kollegen, die in Mannschaftsstärke das Spiel verfolgten, sagte Blümel mit einem Grinsen im Gesicht: „Ein paar Zweikämpfe habe ich schon gewonnen.“