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Finish der Bezirksligisten Fußball-Bezirksliga: Drei Happyends und ein Absturz

Von Klaus Erdmann und Daniel Niebuhr | 29.05.2016, 19:57 Uhr

Die Bezirksliga-Saison 2015/16 hat ein spannendes Finale gesehen. Ein Hauptschauplatz war das Delmenhorster Stadion, in dem der SV Atlas, der bereits als Meister feststand, Ganderkesee mit 3:2 besiegte und damit den Abstieg des TSV besiegelte.

Delmenhorst. „Es war ein sehr schönes Event.“ Frank Schulte (Ostrhauderfehn), Staffelleiter der Fußball-Bezirksliga 2, äußerte sich sehr positiv über das „spannende Abschlussspiel“, das mit einem 3:2 (1:2) des SV Atlas gegen den TSV Ganderkesee, jubelnden Delmenhorstern und traurigen Gästespielern endete (wir berichteten). Der SVA, Meister und Aufsteiger in die Landesliga, freute sich über seinen 15. Sieg im 15. Heimspiel. Damit besiegelte er den Abstieg des TSV, dem zum Klassenverbleib drei Punkte fehlten.

„Der SV Atlas hat bewiesen, dass er bis zum Schluss durchspielt und keine Geschenke verteilt“, betonte Schulte am Sonntag. Er hatte Mannschaftsführer Daniel von Seggern am Freitag die Meisterschale und einen Ball überreicht und klargestellt: „Ihr seid sicher und souverän mit 83 Punkten Meister geworden. Ich möchte euch lange nicht mehr wiedersehen.“ Glückwünsche gab es auch von Oberbürgermeister Axel Jahnz: „Ich gratuliere herzlich zum Aufstieg. Ich glaube, dass ihr in der Landesliga eine gute Rolle spielt.“ (Weiterlesen: Dennis Janssen kommt zum SV Atlas)

Atlas-Cheftrainer Jürgen Hahn erklärte, dass die Mannschaft in der ersten Häfte „keine Spannung, keine Einstellung“ gehabt habe. Hahn: „In der zweiten Halbzeit war die Mannschaft wie ausgewechselt.“ Torwart Florian Urbainski sah es ähnlich: „Wir haben anfangs nicht alles für den 15. Heimsieg getan. In der zweiten Halbzeit ist es besser gelaufen.“

Bert Drewes, Sprecher des Atlas-Fanclubs „Blau Gelb Reloaded“, dachte auch an den Verlierer: „Es war ein schweres Spiel. Der TSV hat alles versucht. Schade, dass er absteigt.“ 3:2-Torschütze Musa Karli: „Ich glaube, dass es das letze Bezirksliga-Tor für Atlas und darum ein wichtiges Tor war.“

 Ganderkesees Cheftrainer Daniel Lachmund war dagegen kaum zu trösten: „Das Spiel war ein Spiegelbild der Saison. Wir können gut Fußball spielen, haben aber zu viele Chancen ausgelassen.“ Möglicherweise können die Ganderkeseer noch auf ein Hintertürchen hoffen, wenn man Gerüchten glauben darf, dass der VfB Oldenburg eine Abmeldung seiner zuletzt personell gebeutelten zweiten Mannschaft erwägt. „Wir haben das mitbekommen. Aber ich glaube nicht, dass Oldenburg die Mannschaft zurückzieht“, sagte Lachmund.

Die Zukunft des Ganderkeseer Teams ist ungewiss – auch weil die mit Talenten aus dem eigenen Verein besetzte Zweite nun aus der Kreisliga zwangsabsteigen muss. Routinier Sven Apostel geht zum Landkreis-Nachbarn VfL Wildeshausen und war nach seinem letzten TSV-Spiel bitter enttäuscht: „Diese Mannschaft kann viel mehr. Uns hat die Cleverness gefehlt.“ Ähnlich sah es Teamkollege Timur Nakip, der seine Zukunft offenließ: „Wir haben alle andere Ambitionen, ich muss mir jetzt erst einmal Gedanken machen.“ Coach Lachmund, dessen TSV auf dem 14. und damit ersten Abstiegsrang liegt, plant, sich nach einjähriger Trainertätigkeit wieder ausschließlich auf seine Aufgaben als Sportlicher Leiter, zu konzentrieren. Neuer Chefcoach wird Ronald Feist, der bisher als Co-Trainer tätig war.

Aufsteiger VfL Stenum trumpfte am letzten Spieltag nochmals auf und setzte sich beim SVE Wiefelstede mit 5:0 durch. Sechs Punkte hinter dem ungleich höher gehandelten VfB Oldenburg II und vier Zähler vor dem FC Rasteder belegen die Stenumer in der Abschlusstabelle die fünfte Position. Eine Platzierung, auf die Cheftrainer Thomas Baake, dessen Mitstreiter und die Spieler mit Recht stolz sind. Nicht viele hatten ihnen ein solch hervorragendes Abschneiden zugetraut.

Der SV Tur Abdin hatte das letzte Punktspiel bereits am Mittwoch bestritten (1:2 in Rastede). Hinter dem Vorjahresdritten liegt eine unbefriedigende Saison. Gleichwohl gelang es ihm, dem Abstieg zu entgehen und die Saison als Zwölfter und drei Punkte vor dem TSV Ganderkesee zu beenden. „Wir sind froh, dass dieser Abstiegskampf vorbei ist“, sagte Kapitän Daniel Karli. Er verlässt die Bezirksliga allerdings so oder so: Der Defensivspezialist schließt sich Meister und Landesliga-Aufsteiger SV Atlas an. Wie bei den Blau-Gelben gefeiert wird, konnte er schon am Freitagabend bewundern: Beim 3:2 über Ganderkesee, dem spannenden Saisonabschluss, war auch er im Delmenhorster Stadion.