Ein Angebot der NOZ

Flüchtlinge in Sporthallen Kritik der HSG Delmenhorst stößt auf Widerspruch

Von Lars Pingel | 27.10.2015, 23:00 Uhr

Der Stadtsportbund (SSB) Delmenhorst und die Stadt Delmenhorst widersprechen der Kritik, die die HSG Delmenhorst an ihrem Vorgehen bei der Unterbringung von Flüchtlingen in Sporthallen geübt hatte.

Die Kritik, die der Vorstand der HSG Delmenhorst am Vorgehen von Politik und Verwaltung der Stadt und des Stadtsportbunds bei der Unterbringung von Flüchtlingen in Sporthallen geäußert hatte, ist auf Widerspruch gestoßen. Das Führungsgremium der Handball-Spielgemeinschaft forderte, wie berichtet, am Montag in einem „Statement“, dass die Lasten gerecht verteilt werden müssten und nicht zu Schwerpunkten führen dürften. Das sei nicht geschehen, die HSG sei vor allem betroffen. Sie habe durch den Wegfall von Trainingszeiten am Stubbenweg und in der Kaserne 26 Übungsleiterstunden verloren. Das entspräche 45 Prozent der Gesamttrainingszeiten. Daher würden sogar schon ruhende Mitgliedschaften vorliegen.

„HSG ist nicht alleine gelassen worden“

Die HSG fühle sich bei der Lösung des Problems alleine gelassen, heißt es in dem Schreiben, da weder der SSB noch die Verwaltung der Bitte, zumindest ein Treffen der Beteiligten zu organisieren, nachgekommen seien. Stattdessen sei die Verwaltung damit beschäftigt, die neue Flutlichtanlage für den SV Atlas zu organisieren. „Die HSG Delmenhorst ist nicht alleine gelassen worden“, erklärte Arnold Eckart, Fachbereichsleiter Bildung, Wissenschaft, Sport und Kultur, am Dienstag. „Wie alle anderen betroffenen Vereine stand auch die HSG Delmenhorst im Kontakt zum Fachdienst Schule und Sport. Unmittelbar konnten der HSG alternative Hallenzeiten zur Verfügung gestellt werden. Es handelt sich hierbei um zwei Halleneinheiten – eine in der Uhlandhalle und eine in der Sporthalle Am Wehrhahn – jeweils für eine Stunde.“

Treffen am 11. November

Von einem kurzfristigen Treffen sei in Anbetracht der unklaren Zuweisungssituation von Flüchtlingen und der Herbstferien, in denen nicht jeder erreichbar sei, abgesehen worden, erklärte Eckart. In Absprache mit dem SSB sei ein Treffen am 11. November terminiert worden.

Treffen der Verantwortlichen der Vereine hatte Holger Fischer, Vorsitzender des Stadtsportbunds, schon länger geplant. „Ich möchte sie als sogenannten Präsidenten-Stammtisch etablieren“, sagte er am Dienstag. „Ich fände es gut, wenn alle zweimal im Jahr zusammenkommen würden.“ Dass die Premiere, die nun also für den 11. November geplant ist, eine besondere Dringlichkeit erhält, hatte er nicht geahnt. „Es ist aber doch logisch, dass so ein brennendes Thema in den Mittelpunkt gestellt wird.“

Stadtsportbund möchte Kontakte herstellen

Fischer wehrt sich gegen den Vorwurf der Untätigkeit. „Außer einem Alibischreiben mit der Aufforderung zur Solidarität unter den Vereinen gab es nichts“, heißt es in dem HSG-Statement. „Wir bemühen uns, für alle etwas zu tun“, sagte Fischer. „Und wir wollen keinen Verein bevorzugen.“ Außerdem sei der SSB für die Vergabe der Hallenzeiten nicht zuständig. „Sie wird von der Stadt vorgenommen.“ Der SSB habe sich aber die Liste mit der Verteilung zustellen lassen. Ziel sei es, wenn sich Vereine mit entsprechenden Fragen an den SSB wenden, Kontakte zu vermitteln. Fischer lobte, dass es vielen Klubs in direkten Gesprächen gelungen sei, gemeinsame Lösungen zu finden.

Der HSG-Vorstand hatte am Montag auch erklärt, dass er um die enormen Herausforderungen wisse, „vor denen die Politik, die Verwaltung aber auch die Gesellschaft angesichts des aktuellen Flüchtlingsstroms stehen“. Er wolle seine Kritik „klar abgrenzen von der gewollten Willkommenskultur gegenüber den geflüchteten Menschen“.