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Frauen und Jugend betroffen Fußball-Ligen werden neu geordnet

Von Daniel Niebuhr | 22.04.2016, 09:30 Uhr

Von der übernächsten Saison an werden die Jugend- und Frauen-Ligen auf Kreisebene für die Fußballer neu geordnet. Künftig macht Oldenburg-Land/Delmenhorst mit Vechta und Cloppenburg gemeinsame Sache

„Fusion“ ist im Fußball-Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst ja in den vergangenen Jahren zum Unwort aufgestiegen. Anfang 2015 löste ein möglicher Zusammenschluss mit fünf Nachbarkreisen mittelschwere Empörung bei den Klubs hervor, die allen Plänen in seltener Einigkeit eine Absage erteilten. Für den damaligen Vorsitzenden Hartmut Heinen wurde die Angelegenheit zu einem Stolperstein; sein Nachfolger Erich Meenken war am Montagabend entsprechend bemüht, bei den Vereinsvertretern nicht gleich wieder für erhöhten Blutdruck zu sorgen. Der Kreis-Chef musste während der Arbeitstagung die künftigen Strukturen im Jugend- und Frauenbereich erklären und beteuerte gleich zu Beginn: „Das ist keine Fusion und soll auch keine werden.“

Alte Spielgemeinschaft warf Fußball-Kreis raus

Eine kleine Revolution ist es aber schon, was Meenken und seine Vorstandskollegen da präsentierten. Ab der Saison 2017/2018 reisen die Junioren- und die Frauenteams für ihren Spielbetrieb auf Kreisebene nämlich nicht mehr in den Norden, sondern in den Süden. Bisher gab es in den älteren Juniorenklassen eine Spielgemeinschaft mit den Kreisen Ammerland, Oldenburg-Stadt und Wesermarsch, die Oldenburg-Land/Delmenhorst aber nun „rausgeschmissen haben“, wie Schriftführer Karl-Heinz Bernich erklärte. Die Nachbarn wollen künftig lieber komplett im neuen Großkreis spielen, dem die hiesigen Vereine mit offener Ablehnung gegenüberstehen. Meenken musste sich also auf Partnersuche begeben und fand „offene Ohren und offene Türen“ in Cloppenburg und Vechta. „Die Südoldenburger wollen uns helfen. Und Hilfe brauchen wir auch“, stellte Meenken klar. Oldenburg-Land/Delmenhorst kann überwiegend einen eigenen Ligabetrieb gewährleisten, in der A- und B-Jugend, bei den Mädchen und den Frauen wird es aber ab der übernächsten Spielzeit eine Kooperation mit Cloppenburg und Vechta geben.

Gemeinsame Kreisliga oben, regionale Staffeln unten

Faktisch bedeutet das Folgendes: In den älteren männlichen Jahrgängen, in der weiblichen Jugend und bei den Frauen gibt es künftig eine kreisübergreifende Kreisliga, darunter werden Kreisklassen gebildet und in regionale Staffeln eingeteilt. Meenkens Ankündigung, die Fahrtkosten würden sich keinesfalls erhöhen, stieß allerdings auf Skepsis. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass für Delmenhorster Mannschaften der Aufwand weniger wird“, warf Abteilungsleiter Marco Castiglione vom TV Jahn ein und bemängelte die fehlende Transparenz: „Ich habe gar keine Vorstellung, wie die Distanzen künftig sind.“ Bernich erwiderte: „Wenn es bei der Staffeleinteilung konkret wird, werden wir euch informieren. Ich sage es frei heraus: Für mich bleibt gar nichts anderes übrig, als mit dem Süden zusammenzuarbeiten. Sonst können wir uns in fünf Jahren den Scherbenhaufen ansehen.“ Der Vorstand verhandelt nun weiter und will am 20. Juni die Ergebnisse präsentieren, um zeitig die Ausschreibungen zu formulieren.

Keine Fusion geplant

Der Herrenbereich bleibt von den Reformen unangetastet, wie Meenken schnell versicherte: „Da sind wir so gut aufgestellt wie kaum ein anderer Kreis in Niedersachsen.“ Allerdings plant der neue Großkreis aus Oldenburg-Stadt, Wesermarsch, Ammerland, Friesland und Wilhelmshaven Verschiebungen in den Bezirksligen, von denen auch Oldenburg-Land/Delmenhorst betroffen sein könnte. Meenken kündigte allerdings martialisch an, „keinen Millimeter zurückzuweichen. Wir geben keinen Aufstiegsplatz ab.“