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Fünf Mannschaften kämpfen in der Fußball-Kreisliga um die Meisterschaft Keiner will der Favorit sein

Von Manfred Nolte | 04.03.2015, 23:00 Uhr

RW Hürriyet geht als Spitzenreiter in die zweite Saisonhälfte. Doch er sieht sich wie der VfL Stenum, der FC Hude, der TV Munderloh und der Harpstedter TB nicht als ersten Titelanwärter.

Delmenhorst. Herbstmeister RW Hürriyet (45 Punkte) und sein Verfolger, der VfL Stenum (43) gehen am Wochenende als erste Anwärter auf die Meisterschaft in den zweiten Teil der Kreisliga-Saison. Doch auch der FC Hude (40), der TV Munderloh (37) sowie der Harpstedter TB (35) dürfen sich noch Chancen ausrechnen, wobei der HTB noch die Nachholpartie gegen den TuS Heidkrug in der Hinterhand hat.

Eine große personelle Fluktuation hat es in der Winterpause bei RW Hürriyet gegeben. In Zinar Sevimli und Mohamed Alawie haben die beiden besten Torschützen den Verein verlassen. Hoffnungen setzt Trainer Chawkat El-Hourani auf die Neuzugänge Murat Kiremit vom GSV Hippokrates Bremen und Zinar Alkas vom KSV Hicretspor. Ebenfalls vom KSV kommt Bilal Polat, der das Torwartproblem lösen soll. „Ich sehe uns keineswegs als Titelfavoriten. Stenum und Hude haben die größeren Kader, die können Verletzungen besser wegstecken als wir“, sagt El-Hourani.

Nicht unter Druck steht Verfolger VfL Stenum. Trainer Thomas Baake will mit jungen Leuten ein Team aufbauen, dass auch höherklassig bestehen kann. Personelle Veränderungen hat es in der Winterpause nicht gegeben, doch mit Mattis Esch und Matthias Gaster stehen zwei wichtige Akteure nach langwierigen Verletzungen wieder zur Verfügung. „Wenn wir den Aufstieg schon in diesem Jahr schaffen, wäre das schön, doch Hude und Hürriyet sind starke Konkurrenten. Im kommenden Jahr soll es dann aber klappen“, sagt Baake.

Der FC Hude setzt auf den eigenen Nachwuchs. Trainer Torsten Voigt hat bereits in der Vorrunde etlichen jungen Spielern eine Chance gegeben. Mit ihnen soll mittelfristig die Bezirksliga erreicht werden. „In dieser Saison wäre es vielleicht noch etwas zu früh“, sagt Voigt. In Maik Spohler vom Landesligisten Kickers Wahnbek gab es eine große Verstärkung. Verzichten muss Voigt auf Torhüter Lars Möhlenbrock, der sich aus beruflichen Gründen zurückzieht. In Philipp Witte übernimmt ein Talent den Platz zwischen den Pfosten.

Der TV Munderloh hat die Aufstiegshoffnungen trotz des großen Rückstands noch nicht aufgegeben, meldet aber auch keine Ansprüche an. „Wir sind auf Schützenhilfe angewiesen. Ende des vergangenen Jahres hat uns die Konstanz gefehlt, und wir haben uns viele späte Gegentore eingefangen. Daran müssen wir arbeiten“, erklärt Trainer Niklas Kühne. Für ihn sind Hude und Stenum die Favoriten.

Der Harpstedter TB ist mit dem bisherigen Saisonverlauf mehr als zufrieden. „Wer hätte uns Platz fünf zugetraut?“, fragt Trainer Marcus Metschulat, der darauf hofft, dass der vom TuS Heidkrug gekommene Routinier Christian Goritz schnell in die Rolle eines Führungsspielers schlüpft. Auch Alexander Geisler vom VfL Oldenburg ist ein spielstarker Neuzugang. Der HTB steht nicht unter Zugzwang. „Ich bin dabei, ein Team für die Zukunft aufzubauen. An Meisterschaft und Aufstieg verschwenden wir keinen Gedanken, wollen aber die Spitzenteams der Liga ärgern“, sagt Metschulat.