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Fünf Tore und diverse Scharmützel VfL Stenum gewinnt hitziges Spiel gegen Tur Abdin

Von Daniel Niebuhr | 03.09.2017, 20:07 Uhr

Erster Saisonsieg für die Gastgeber, erste Saisonniederlage für die Gäste: Der VfL Stenum hat in der Fußball-Bezirksliga ein teilweise hitziges Derby gegen den SV Tur Abdin Delmenhorst mit 4:1 (2:1) gewonnen.

Dass Fußball-Mannschaften nach einer Partie zusammenkommen und das ablaufende Spiel direkt analysieren, das ist ja mittlerweile mehr die Regel als die Ausnahme. Wer am Sonntagnachmittag um kurz vor 17 Uhr am Platz des VfL Stenum vorbeikam, der musste nicht lange überlegen, wie das Bezirksliga-Derby zwischen dem VfL und dem SV Tur Abdin ausgegangen war. Während die Stenumer nach dem 4:1 (2:1)-Erfolg zufrieden im Mannschaftskreis ihren ersten Saisonsieg feierten, saßen die Arämer bedröppelt am Boden.

„Wir haben kein gutes Spiel gemacht und verdient verloren. Irgendwie war heute der Wurm drin“, sagte SVT-Trainer Christian Kaya. Er fand allerdings, dass die Niederlage viel zu hoch ausgefallen sei. „Stenum war keine drei Tore besser als wir.“ Die Gastgeber profitierten bei ihren ersten drei Gegentoren allerdings auch davon, dass Tur-Abdin-Towart Ehsan Ehsani Tabar keine gute Figur machte. „Ja. Er sah bei einigen Toren nicht gut aus. Stenum wusste ja selber gar nicht, wie sie die ersten drei Tore gemacht haben. Aber Fehler passieren. Die vorherigen Spiele hat Ehsan gut gehalten“, stärkte Kaya seinem Schlussmann den Rücken.

Stenums Trainer Thomas Baake war nach dem Sieg natürlich hocherfreut. „Wir wollten den Bock endlich umstoßen, das haben wir geschafft. Wir haben Tur Abdin über die Flügel wenig Platz gelassen.“ Das sei ein entscheidender Faktor für den Dreier gewesen.

Beide Mannschaften hadern mit Schiedsrichter-Leistung

Fünf Tore, fast 300 Zuschauer und bestes Fußballwetter waren die positive Geschichte dieses Nachbarduells, weniger erfreulich waren dagegen einige Randerscheinungen: Denn wie schon im Pokal-Duell beider Teams Ende Juli bestimmten ab Mitte der ersten Halbzeit diverse Nickeligkeiten, verbale Scharmützel und Unruhe von außen die Begegnung mit insgesamt sieben Gelben Karten. Beide Seiten waren mit vielen Entscheidungen von Schiedsrichter Leo Mecklenborg nicht einverstanden. Der Referee beurteilte das Strafmaß in der Tat nicht immer korrekt. Aber: bei allen wichtigen Entscheidungen lag der Referee vom SV Ofenerdiek richtig. Als sich mit dem Schlusspfiff die Gemüter beruhigt hatten und die Trainer schon das sportliche Geschehen analysierten, gab es doch noch einige Wortgefechte, weshalb Tur-Abdin-Trainer Kaya sich genötigt sah, seine Mannschaft direkt in die Kabine zu schicken.

 Ein Fehlgriff mit Folgen: Tur-Abdin-Torwart Ehsan Ehsani Tabar lässt diesen Ball fallen, wenig später staubt Stenums Frederik Dittmar zum 2:0 ab. Foto: Rolf Tobis

Zum Spiel: Beide Teams suchten ihr Heil in der Offensive. Freddy Dittmar brachte die Gäste per Doppelschlag mit 2:0 in Führung. Erst überwand er Tur-Abdin-Torwart Tabar per 18-Meter-Bogenlampe (15.). Dann staubte der 18-Jährige ab, als der Tur-Abdin-Torwart einen hohen Ball fallen ließ (22.). Aber: Tur Abdin wirkte nicht geschockt. Bei einem Zweikampf im Strafraum traf Stenums Innenverteidiger Marten Michael seinen immer präsenten Gegenspieler Andreas Lorer leicht. Mecklenborg pfiff Elfmeter. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung. Can-Dennis Blümel waren die Diskussionen egal. Er verlud Stenums Keeper Thorben Riechers und verkürzte auf 1:2 (31.). Angesichts guter weitere Chancen auf beiden Seiten hätte es zur Pause auch 5:3 für Stenum stehen können.

Freddy Dittmar krönt gute Leistung mit Dreierpack

Nach der Pause litt der Spielfluss auf beiden Seiten zunehmend aufgrund der Unruhe auf und neben dem Platz. Mitte der zweiten Halbzeit machte Stenum dann schon den Sack zu. Erst staube Bastian Morche nach einem Pfosten-Kopfball zum 3:1 ab (57.). Der schönste Treffer des Tages war dann das 4:1 von Freddy Dittmar. Der jüngere der beiden Brüder zog nach einem Steilpass von rechts nach innen und ließ mit links Ehsani Tabar keine Chance (63.).

Der dreifache Torschütze Dittmar erhielt dann von Baake noch ein Sonderlob. „Ich bin sehr zufrieden mit ihm. Er hatte eine sehr gute Trainingswoche und hatte sich seinen Einsatz in der Startelf mehr als verdient.“