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Fußball-Bezirksliga 3:1 – SV Tur Abdin hat die Rettung in eigener Hand

Von Daniel Niebuhr | 21.05.2017, 22:04 Uhr

Der gefährdete Fußball-Bezirksligist SV Tur Abdin verhindert den vorzeitigen Abstieg mit einem 3:1 gegen den FC Rastede und hat nun gute Karten.

Am Ende hatte Daniel Yousef sein legendäres Pokerface zurück, der Interimstrainer des SV Tur Abdin schaute nach dem Spiel in aller Ruhe in seine Notizen, nickte und sprach große Worte schließlich gelassen aus. „Es war unser bestes Saisonspiel, eine tolle Mannschaftsleistung“, meinte Yousef – natürlich ohne sich dabei ein Lächeln abzuringen. Dass seine Elf durch ein 3:1 (3:0) über den FC Rastede gerade den vorzeitigen Abstieg aus der Fußball-Bezirksliga abgewendet hatte, nahm er zur Kenntnis, als wäre das so wichtige Spiel am vorletzten Spieltag nur ein Freundschaftskick in der Sommervorbereitung gewesen.

Starke erste Hälfte reicht

Während des Duells mit dem direkten Konkurrenten hatte das noch ganz anders ausgesehen. Nach dem Führungstor durch Johannes Artan in der 14. Minute gestattete sich Yousef eine seltene Gefühlsexplosion und stürmte sogar – nur auf Stutzen – aus der Coachingzone auf den Platz und stürzte sich in den Jubelpulk. Der Druck war ja auch enorm gewesen: Bei einer Niederlage wären die Delmenhorster, wie der Spieltag gezeigt hat, abgestiegen gewesen, nun können sie mit einem Sieg beim STV Wilhelmshaven am Samstag aus eigener Kraft die Klasse halten. „Für uns ging es um alles, aber wir haben standgehalten. Jetzt sind wir optimistisch“, sagte Fußball-Obmann Edib Özcan.

Auch harmlose Rasteder weiter bedroht

Dazu gibt es nach Sonntag auch gute Gründe, den Nerventest gegen ganz schwache Rasteder bestand Tur Abdin jedenfalls problemlos. Nach dem besagten 1:0, bei dem Artan bei einem Konter allen davonlief und im zweiten Versuch traf, waren die Gastgeber jederzeit Herr der Lage. Manuel Celik vollendete einen weiteren schnellen Angriff mit einem starken Solo zum 2:0, er legte Roman Seibel in der 42. Minute auch das 3:0 auf. Rastede hatte bis dahin keine Torchance gehabt.

Zweitschlechteste Abwehr steht plötzlich sicher

Weil die Gäste, die nach der Niederlage in ihrem letzten Spiel gegen den VfL Stenum noch einen Punkt zur Rettung brauchen, auch nach dem Wechsel trotz unzähliger Freistöße und Eckbälle völlig harmlos blieben, wurde der befürchtete Nervenkrimi fast zum Langweiler. Fahad Al-Qaranghuli verkürzte zwar mit einem Lupfer aus kurzer Distanz für Rastede (71.), es war aber die einzige Unsicherheit in Tur Abdins Abwehr. Die zweitschlechteste Defensive der Liga war im wichtigsten Spiel der Saison endlich einmal auf der Höhe und machte Hoffnung für den finalen Showdown am Samstag. „So gewinnen wir auch in Wilhelmshaven“, verkündete Yousef.