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Fußball-Bezirksliga 4:2 nach 0:2 – Tur Abdin lebt wieder

Von Daniel Niebuhr | 27.04.2017, 00:43 Uhr

Fußball-Bezirksligist SV Tur Abdin wendet gegen den VfL Oldenburg II eine Blamage noch ab und gewinnt 4:2. Mit einer Willensleistung drehen die Delmenhorster einen 0:2-Rückstand und schließen nach Punkten erst einmal zu den Nicht-Abstiegsplätzen auf.

Delmenhorst. Das Flutlicht auf dem Nebenplatz des Delmenhorster Stadions ist nicht gerade für seine Leuchtkraft berühmt, vor Jahren wurde dort sogar mal ein Spiel des SV Tur Abdin abgebrochen – der Schiedsrichter konnte nicht mehr von Tor zu Tor sehen. Lange Zeit werden den Fußballern des abstiegsbedrohten Bezirksligisten die Scheinwerfer am Mittwochabend dennoch zu hell gewesen sein – sie hätten sich vermutlich am liebsten kollektiv verkrochen. Gegen das schon abgestiegene Schlusslicht VfL Oldenburg lagen die Delmenhorster zur Pause mit 0:2 zurück, eine Niederlage wäre eine mittelschwere Blamage gewesen. Am Ende aber waren sie alle erleichtert. Der nicht zu Emotionsausbrüchen neigende Trainer Helmut Klußmann ballte nach dem erkämpften 4:2 (0:2), dem dritten Sieg in Folge, beide Fäuste und schwärmte vom „beeindruckenden Siegeswillen“ seiner Mannschaft.

„Wie HSV gegen Darmstadt“

Der war allerdings auch nötig, nachdem Tur Abdin eine erste Halbzeit des Grauens abgeliefert hat. „Wir haben HSV gegen Darmstadt nachgespielt“, unkte Klußmann in Anspielung auf das unansehnliche Bundesligaspiel einige Tage zuvor. Oldenburg war technisch erwartungsgemäß limitiert, nutzte aber seine Chancen. Das 1:0 der Gäste durch Patrick Hollemoom fiel nach einem Eckball in der neunten Minute, das 2:0 durch Frederik Goddon im Nachschuss, nachdem Keeper Thorben Riechers einen Schuss hatte abprallen lassen (43.). In der Kabine habe danach Resignation geherrscht, berichtete Klußmann. „Ich musste die Jungs aufbauen. Wir hatten noch genug Zeit“, sagte der Trainer.

Prieb leitet die Wende ein

Tatsächlich gingen seine Spieler nach Wiederbeginn direkt ans Werk. Der dieses Mal wieder in der Abwehrkette eingesetzte Marcel Maus schickte den gerade eingewechselten Artjom Prieb mit einem traumhaften Diagonalball, Prieb zog nach innen und vollstreckte ins lange Eck (54.). Allein in den Minuten danach hatten die Gastgeber genügend Chancen, um das Spiel zu drehen, Prieb, Manuel Celik und Johannes Artan schlossen aber allesamt zu hektisch ab.

Artan mit der Erlösung

Letztlich musste Antreiber Paul Leis in die Bresche springen, er rückte bei einem Angriff in der 70. Minute mit auf und jagte einen Querpass von Manuel Celik zum 2:2 unter die Latte. Danach zerfiel der kampfstarke VfL mehr und mehr. Torjäger Artan schloss den besten Angriff des Spiels über Prieb und Roman Seibel mit einem Schuss ins lange Eck ab und erlöste seinen Club mit dem 3:2 in der 73. Minute. Weitere vier Minuten später fiel die Entscheidung. Nach einem Befreiungsschlag von Simon Tezel schlief die Oldenburger Abwehr, Manuel Celik enteilte allen und spitzelte den Ball an Gäste-Keeper Torben Krüger und auch am Tor vorbei. Weil Krüger ihn dabei von den Beinen holte, gab es Gelb gegen den Keeper und Elfmeter, den Celik selbst verwandelte. „Wir haben es erzwungen, teilweise aber auch erspielt“, sagte Klußmann, dessen Team in den kommenden zweieinhalb Wochen drei weitere Heimspiele hat.