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Fußball-Bezirksliga Abstiegszone rückt für Tur Abdin immer näher

Von Daniel Niebuhr | 06.03.2016, 22:47 Uhr

Fußbal-Bezirksligist SV Tur Abdin kassiert gegen Frisia Wilhelmshaven eine völlig überflüssige 1:3-Niederlage und kommt nicht aus dem Tabellenkeller.

Delmenhorst. Zu den Dingen, die man Stefan Keller nicht vorwerfen kann, gehört seine Laufbereitschaft. Der Manager des SV Tur Abdin sah die Anfangsphase des Fußball-Bezirksligaspiels gegen Frisia Wilhelmshaven von der Tribüne aus, wechselte dann an den Spielfeldrand und tigerte am Ende hinter dem Frisia-Tor auf und ab und brüllte Anweisungen Richtung Spielfeld. Von da aus hatte er relativ schlechte Sicht auf die Entscheidung am Sonntagnachmittag: Julian Mülders 45-Meter-Schuss ins Delmenhorster Tor, das Keeper Marc Ibrahim in der Schlussoffensive verlassen hatte. Es war der sehenswerte Schlusspunkt hinter Tur Abdins 1:3 (1:1)-Pleite, die die Aramäer weiter Richtung Abstiegszone rutschen ließ. „Schwer zu verstehen, wie wir das verlieren konnten“, seufzte Keller danach. Trainer Andree Höttges hatte eine Erklärung: „Mancher Spieler sollte sich überlegen, ob Fußball nicht etwas mehr Ernsthaftigkeit verlangt.“

Seibel trifft, Celik fliegt vom Platz

Das war sicher ein hartes Urteil, denn schwach gespielt hatte seine Mannschaft wahrlich nicht. Die Delmenhorster waren über weite Strecken sogar die bessere Mannschaft mit der klareren Spielidee und deutlich mehr Chancen. Die erste klare nutzte nach einer Viertelstunde gleich Roman Seibel, der gegen eine halbherzig gespielte Wilhelmshavener Abseitsfalle steil geschickt wurde und im zweiten Versuch verwandelte.

Wenn man Tur Abdin in der ersten Hälfte etwas vorwerfen konnte, dann, dass sie mit der Spielkontrolle zufrieden waren. Die mangelnde Zielstrebigkeit rächte sich drei Minuten vor der Pause, auch wenn Schiedsrichter Mirko Kornau leicht mithalf. Er gab nach einem harmlosen Zweikampf von Abdins Verteidigern Daniel Karli und George Celik mit Frisias Mark Hupka Elfmeter. Ibrahim parierte den Versuch von Niklas Hoffmann zwar, im Nachschuss staubte Kemaluddin Gruda aber zum Ausgleich ab. „Das war glücklich, wir waren bis dahin ganz schwach“, fand Gäste-Trainer Tim Martin.

Schlussoffensive ohne Ertrag

Er hatte auch nach dem Wechsel Glück, dass Tur Abdin im Strafraum seltsam fahrig wirkte. Michael Sen hätte in der 52. und 64. Minute sein Team aus aussichtsreicher Position wieder in Führung schießen können, stattdessen kippte das Spiel kurz darauf. Manuel Celik sah nach einer viel zu harten Grätsche auf Höhe der Mittellinie nach 70 Minuten die Rote Karte, neun Minuten später kombinierte sich Frisia durch die ungeordnete Delmenhorster Deckung, Pierre Nabel schloss flach zum 2:1 ab. Tur Abdin warf danach alles nach vorne und schnürte die Wilhelmshavener, bei denen Dennis Müller zwei Minuten vor dem Ende ebenfalls Rot sah, tief hinten ein. Doch für ein Tor fehlte die Konsequenz, die Mülder bei seinem Treffer in die Nachspielzeit dafür zeigte. Während Frisia weiter überrascht, liegt Abdin nur noch drei Punkte vor den Abstiegsrängen. „Mit dieser Leistung wird es jedenfalls schwer“, ahnt Höttges.