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Fußball-Bezirksliga Atlas gewinnt Delmenhorster Derby bei Tur Abdin 4:0

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 04.05.2016, 23:40 Uhr

45 Minuten hielt der Außenseiter das Stadtduell offen, nach dem Wechsel setzte sich der Spitzenreiter dann doch deutlich durch: Die Fußballer des SV Atlas Delmenhorst haben das Delmenhorster Derby beim SV Tur Abdin mit 4:0 (1:0) gewonnen. Die SVA-Tore teilten sich Musa Karli (15.), Iman Bi-Ria (48./73.) und Dominik Entelmann (70., Foulelfmeter).

„Das war ein mehr als verdienter Sieg. Wir haben eine gute Reaktion auf die Niederlage in Obenstrohe gezeigt“, strahlte Atlas-Trainer Jürgen Hahn nach dem Abpfiff. Mit dem 22. Sieg im 25. Saisonspiel machte der SVA einen weiteren Schritt Richtung Bezirksliga-Meisterschaft.

Sein Gegenüber Stefan Keller sah trotz der klaren Niederlage auch gute Aspekte bei seinem Team. „Wir haben in der ersten Halbzeit unsere Taktik sehr gut durchgebracht“, meinte der Interims-Trainer und meinte Blick auf die Schlussphase der Partie, als bei den Abdinern die Kräfte zunehmend schwanden: „Wir haben auch in den letzten 15 Minuten weiter klar unsere Linie durchgezogen. Das war positiv.“

Atlas nutzt seine erste Chance durch Musa Karli zur Führung

Vor 950 Zuschauern wollte Tur Abdin dem Stadionnachbarn Atlas mit einer hohen Laufarbeit, einer kompakten Defensive und gutem Verschieben das Leben schwer machen. Das gelang in der Anfangsphase gut – allerdings nur bis zur 15. Minute. Nach einer Möglichkeit für Atlas-Angreifer Simon Matta bekam die Tur-Abdin den Ball nicht aus der Gefahrenzone geklärt. SVA-Torjäger Dominik Entelmann setzte an der Torauslinie gut nach und passte von dort aus zurück auf Musa Karli, der den Ball aus elf Metern humorlos in den Winkel knallte – 1:0.

Wer gedacht hätte, der SVA würde die Gastgeber nun überrennen, wurde allerdings auch eines besseren belehrt. Atlas besaß weiterhin die Spielkontrolle, ließ aber (noch) die Gefährlichkeit im Angriffsspiel vermissen – auch, weil Tur Abdin um die umsichtigen Innenverteidiger Paul Leis und Daniel Karli gut die Räume eng machte.

Tur Abdin fehlt im Angriff die Durchschlagskraft

Mit etwas mehr Konsequenz, Zielstrebigkeit und Mut bei ihren Offensivaktionen hätten auch die Aramäer dem Spitzenreiter gefährlich werden können. Denn direkt nach dem Rückstand verzog Mittelstürmer Roman Seibel aus halblinker Position nur knapp (16.).

Wiederum eine Minute später fehlte dem freistehenden Seibel dann bei seinem Pass in den SVA-Strafraum die Übersicht. Vor allem im Zusammenspiel mit Stefan Kulikow, der wie Seibel ebenfalls entgegen der Prognose von Coach Stefan Keller mitspielte, strahlte Abdin zumindest in Ansätzen so etwas wie Gefahr aus. „Daraus haben wir in der Halbzeitpause schon Mut geschöpft“, berichtete Keller.

Tur Abdin nach dem Seitenwechsel durch Iman Bi-Ria kalt erwischt

Doch direkt nach dem Seitenwechsel wurde der SVT gleich kalt erwischt. Atlas-Offensivspieler Musa Karli und Iman Bi-Ria ließen ihre Klasse aufblitzen, als Bi-Ria ein Karli-Zusspiel aus halbrechter Position ins Netz hämmerte – 2:0.

Nach einer Kopfball-Chance für Atlas-Abräumer Stefan Bruns (53.) und einem Fernschuss von Abdins Habic Kilic (57.) plätscherte die Partie zunächst etwas daher. Der SVA kontrollierte die Begegnung, Abdin lief häufig nur hinterher, ließ aber auch nichts zu – bis Mitte der zweiten Halbzeit.

Dominik Entelmann und Iman Bi-Ria treffen per Doppelschlag

Dann machte der SVA mit einem Doppelschlag endgültig den Deckel auf die Partie. Zunächst verwandelte Entelmann einen Elfmeter, bei dem er von Daniel Karli gefoult worden war, zum 3:0 (70.). Wenig später staubte Bi-Ria nach einer von Flanke von Steven Müller-Rautenberg zum 4:0 ab (73.). Fünf Chancen, vier Tore: Atlas präsentierte sich in seiner Chancenverwertung im Stadtderby höchst effektiv. Dass Abdin-Torwart Mikel Kirst danach noch zwei Fernschüsse von Entelmann (78.) und Daniel von Seggern (87.) parierte, spielte danach schon keine Rolle mehr.

 Eine ausführliche Analyse zum Stadtderby mit weiteren Reaktionen und vielen Bildern folgt am Freitag